Immobilienübergabe zu Lebzeiten

Chancen und Risiken

Mudau. (lm) „Immobilienübergabe zu Lebzeiten – Chancen und Risiken“  unter dieser Überschrift referierte der Fachanwalt für Erbrecht Thomas Maulbetsch (Buchen) in  Mudau über ein durchaus als aktuelles Thema seines Fachgebiets. Das dokumentierte auch die große Zahl interessierter Zuhörer, darunter der ehemalige Landesgeschäftsführer Axel Ackermann, Lydia Koslowsky vom Kreisvorstand sowie Mudaus Gemeinschaftsleiter Günter Neumann, die teilweise sichtbar an den Lippen des Referenten hingen und wohl durchdachte Fragen stellten.

Eingeladen hatten die Siedler- und Gartenfreunde Mudau sowie die Kreisgruppe Buchen-Wertheim im Verband Wohneigentum. Das Thema umfasste ebenso allgemeine Aspekte des Themas wie die eigene Absicherung durch Nießbrauch und Wohnungsrecht oder Sicherung der Immobilie vor den Pflegeheimkosten sowie Begleitmaßnahmen des Übergabevertrags. Ziel von Rechtsanwalt Maulbetsch war es u.a., die Hemmungen vor dem Thema Erbrecht abzubauen. Anhand eines fiktiven Beispiels stellte er zunächst die allgemeinen Aspekte einer Immobilienübergabe zu Lebzeiten von Eltern auf Kinder vor. Diese Möglichkeit wird auch als vorweggenommene Erbfolge oder Schenkung bezeichnet. Dabei war ihm wichtig, darauf hinzuweisen, dass die Eltern als Übergeber das eigene Versorgen für das Alter absichern und gleichzeitig den Familienfrieden sichern können. Eine umfassende Absicherung der Eltern als Übergeber garantiert z. B. dass das übertragene Anwesen über sog. Rückfallklauseln nicht ohne ihre Zustimmung vom übernehmenden Kind belastet oder veräußert werden kann.

Weitere Beispiele zeigten auf, wie sicher gestellt werden kann, dass die Eltern im Übergabevertrag ihr Alter absichern können. Dies erstreckt sich von einem Wohnungsrecht, über einen Nießbrauch oder eine Pflegeverpflichtung bis hin zur Zahlung einer monatlichen Rente an die Eltern. Weiter stellte Maulbetsch die Auswirkungen einer Hausübergabe auf einen möglichen Zugriff des Sozialhilfeträgers im Falle einer Pflege oder eines Aufenthalts im Pflegeheim dar und erklärte in diesem Zusammenhang die sogenannte 10-Jahres-Frist in Abgrenzung zum Pflichtteilsergänzungsanspruch. Anschließend stellte der Erbrechtsexperte noch testamentarische Begleitmaßnahmen bzw. weitere mögliche Inhalte des Übergabevertrages dar. Den Abschluss des Vortrags bildete die Darstellung der aktuellen schenkungssteuerrechtlichen und erbschaftssteuerrechtlichen Situation in Deutschland. Insbesondere verwies er dabei auf die Unterschiede im Erbfall und Schenkungsfall bei Ehegatten und Kindern im Fall einer selbstgenutzten Familienimmobilie. 

Rechtsanwalt Thomas Maulbetsch schloss seinen Vortrag mit dem Rat, sich bei einer geplanten Hausübergabe aufgrund der Komplexität und der Berührungspunkte im Erbrecht, Pflichtteilsrecht, Steuerrecht und Sozialrecht unbedingt fachmännischer Begleitung zu bedienen.

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