FFW Waldkatzenbach wählt Führungsmannschaft

Bessere Ausstattung angemahnt – Gemeinde soll Pflichtaufgaben erfüllen

500 FFW Waldkatzenbach Neuwahl

Bürgermeister Markus Haas (li.) und Björn Erb als Vertreter der Gesamtwehr, gratulieren der Führungsspitze der FFW Waldkatzenbach mit Abteilungskommandant Thomas Stelzer (3.v.li.), Stellvertreter Sebastian Dietz (2.v.re.), Kassier Sebastian Weiss (re.) und Schriftführer Ralf Haas (3.v.re.) zur einstimmigen Wiederwahl. (Foto: Hofherr)

Waldkatzenbach.  Im Rahmen der turnusgemäß durchgeführten Neuwahlen, bestätigten die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Waldkatzenbach am Samstag im Beisein von Bürgermeister Markus Haas, Ortsvorsteherin Nicole Wagner, Björn Erb, als Vertreter der Gesamtwehr Waldbrunn, und Abteilungskommandant Marco Stephan (FFW Dielbach) ihre Führungsmannschaft mit Abteilungskommandant Thomas Stelzer, Stellvertreter Sebastian Dietz, Kassier Sebastian Weiss und Schriftführer Ralf Haas nach geheimer Wahl einstimmig. Die Kassenprüfer Matthias Hörr und Simon Nuss wurden per Akklamation in ihrem Amt bestätigt.  Die Wahlen gelten vorbehaltlich der Zustimmung des Gemeinderats, die jedoch in der Regel nur Formsache ist.

Bevor Abteilungskommandant Thomas Stelzer den Punkt Neuwahlen aufrufen konnte, standen die satzungsgemäß vorgeschriebenen Rechenschaftsberichte auf der Tagesordnung.

Dabei durfte Stelzer auf ein einsatzarmes Berichtsjahr zurückblicken.  Neben einem Brandeinsatz und einer technischen Hilfeleistung, waren die Floriansjünger aus Waldkatzenbach bei vier sonstigen Einsätzen aktiv. Die Antretestärke lag bei 47 Prozent, was im Hinblick auf die Tagesstärke ein zufriedenstellender Wert sei, so Stelzer.

Neben den Ernstfällen, traf sich die Abteilungswehr gemeinsam mit den Kameraden der FFW Dielbach zu zwölf Übungen. Höhepunkt war dabei die sogenannte MANV-Übung (Massenanfall von Verletzten) auf der K 3927 mit allen Abteilungswehren und dem DRK Waldbrunn. Darüber hinaus gab es Schulungen, Begehungen und Unterweisungen vonseiten der Gesamtwehr Waldbrunn. Bei den Übungen wurde eine Teilnehmerquote von 62 Prozent erreicht, die laut Abteilungskommandant gerne noch steigen darf.

Um all den Aufgaben nachzukommen, nahmen verschiedene Mitglieder an Aus- und Weiterbildungen teil. Im Berichtsjahr nahmen zwei Kameraden an Schulungen zum Truppmann und zum Sprechfunker teil, drei Kameraden wurden zum Atemschutzträger und ein Kamerad zum Zugführer ausgebildet.

Nachdem Stelzer die sonstigen sowie kulturellen und kameradschaftlichen Veranstaltungen aufgelistet hatte, gab es deutliche Kritik an die Adresse von Bürgermeister Markus Haas bzw. der Gemeinde Waldbrunn.  Es seien im abgelaufenen  Jahr bei der Ausrüstung zwar mehr als 4.000 Euro  investiert worden, allerdings fehle einzelnen Kameraden nach wie vor Gegenstände der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA). Auch bei der technischen Ausstattung sei der notwendige Stand nicht erreicht. Speziell die „antike“ Tragkraftspritze benötige immer wieder viel Zeit, um bei Einsätzen in die Gänge zu kommen. Da man im Rahmen des aktuellen Konzepts die Aufgabe der Wasserförderung zu erfüllen habe, müsse man stets darauf hoffen, dass die 41 Jahre alte Pumpe anspringe. Die beantragte Investition in die Sicherheit der Bürger in Höhe von 10.000 Euro für die Neubeschaffung einer Pumpe, sei vonseiten der Verwaltung ohne Rücksprache aus dem Haushalt gestrichen worden. Darüber hinaus fehle es immer noch an Digitalen Funkmeldeempfängern, sodass die Mitglieder der Abteilung außerhalb der Gemarkung nicht zu Einsätzen alarmiert werden können und somit wichtiges Personal fehle. Auch in punkto Gerätehaus sei die Gemeinde in der Pflicht, so Thomas Stelzer weiter. Das in den 60-er Jahre erbaute Feuerwehrhaus entspreche in keiner Weise den vorgeschriebenen Standards für moderne und zweckmäßige Feuerwehrgebäude. Außerdem gebe es bauliche Mängel die erhebliche Gefahren für die Einsatzkräfte bergen. Die Verwaltung sollte eine generelle Bestandsaufnahme in Waldbrunn machen und dann entsprechend modernisieren. Denn auch dies sei eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, mahnte Kommandant Schmelzer.

Auch am Feuerwehrbedarfsplan 2014 (wir berichteten), übte der Abteilungskommandant der Waldkatzenbacher Wehr Kritik. Da man dem Fahrzeugkonzept nicht folgen könne, das die Neubeschaffung eines Feuerwehrautos für den Standort Schollbrunn vorsehe, hätten er selbst und sein Stellvertreter Stefan Dietz den Feuerwehrbedarfsplan im Rahmen der Kommandantensitzung abgelehnt.

Am Ende seines Berichts dankte Abteilungskommandant Thomas Stelzer seinen Kameraden und deren Familien. Ohne tatkräftige Unterstützung wäre es nicht möglich, die FFW Waldkatzenbach am Laufen zu halten. Abschließend ging ein besonderer Dank an Simon Nuss und Tobias Springer, die sich bei der Ausbildung der im letzten Jahr gegründeten Jugendfeuerwehr stark einbrachten.

Es folgte der Bericht von Kassier Sebastian Weiss, dem die Kassenprüfer Matthias Hörr und Simon Nuss korrekte Arbeit bescheinigten. Nachdem Schriftführer Ralf Haas seinen Bericht verlesen hatte, gab die Vorsitzende Stefanie Schölch, einen kurzen Rückblick auf die Arbeit der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach. Höhepunkt war ein Besuch bei Musikerfreunden in Ostfriesland.

Bürgermeister Markus Haas ging im Rahmen seines Grußworts zunächst auf die geäußerte Kritik ein, verwies jedoch auch darauf, dass die Haushaltsberatungen noch nicht abgeschlossen sind. Die Feuerwehren seien für ihn Rückgrat und Teil der Gemeinde, weshalb es ihm wichtig sei, für eine gute Ausstattung zu sorgen. Allerdings müsse man zwischen Wünschenswertem und Machbarem abwägen. Immerhin habe man im vergangenen Jahr knapp 120.000 Euro in die Wehren investiert. Da man derzeit mit einem Gewerbesteuereinbruch planen müsse, sehe man sich in den Beratungen gezwungen, Investitionen über einen längeren Zeitraum zu strecken. Bei sechs Ortsteilen und sechs Abteilungswehren seien daher Streichungen, wie die von Kommandant Thomas Stelzer angesprochene Pumpe,  notwendig geworden.

Er danke abschließend allen Floriansjüngern für ihren Einsatz zum Wohle der Bürger und beantragte die Entlastung der Führungsmannschaft, die als Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit einstimmig erteilt wurde.

Björn Erb  überbrachte die Grüße des Gesamtkommandanten Michael Merkle und dessen Stellvertreter Hans-Peter Veith, die beide entschuldigt fehlten. Er hob hervor, dass der jüngste Brandeinsatz in Strümpfelbrunn einmal mehr die gute Zusammenarbeit der Abteilungswehren aufgezeigt habe. Daher sei es auch künftig notwendig, durch Aus- und Weiterbildung stets präsent zu sein.

Es folgten die eingangs erwähnten Neuwahlen. Dabei wurde Thomas Schmelzer für fünf Jahre zum Abteilungskommandant bestimmt. Sein Stellvertreter bleibt Sebastian Dietz. Die Kasse führt weiterhin Sebastian Weiss und Ralf Haas wurde zum Schriftführer gewählt. Per Akklamation wurden Matthias Hörr und Simon Nuss zu Kassenprüfern bestimmt.

Die Wahl muss in einer der kommenden Sitzungen vom Gemeinderat Waldbrunn bestätigt werden. Die Zustimmung ist jedoch in der Regel reine Formsache. 

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