Gesamtkonzept sichert optimale Versorgung

„Unser neues Gesamtkonzept sichert eine optimale medizinische Versorgung im Kreis: Umfassende Grund- und Regelversorgung an beiden Standorten und die Behandlung schwieriger Fälle im jeweils spezialisierten Haus.“

Interview NOKL

Drei Fragen an den Ärztlichen Direktor der Neckar-Odenwald-Kliniken Chefarzt PD Dr. Harald Genzwürker (Mitte), Pflegedienstleiter Kurt Böhrer (li.) und Rebecca Sellmann (re.) von der Firma EconoMedic AG.

Neckar-Odenwald-Kreis. Der Kreistag des Neckar-Odenwald-Kreises hat in dieser Woche einstimmig seine Unterstützung für das neue Medizinische Gesamtkonzept der Neckar-Odenwald-Kliniken signalisiert. Das Konzept sieht im Kern vor, dass die Kliniken wie bisher an den Standorten Mosbach und Buchen rund um die Uhr ein umfassendes Spektrum der Grund- und Regelversorgung anbieten. Darüber hinaus werden sich die beiden Standorte durch unterschiedliche Schwerpunkte für schwierige Fälle auszeichnen. Durch enge Kooperation kann so insgesamt die bestmögliche Versorgung der Patienten ermöglicht werden.

Um die Umsetzung des Medizinischen Gesamtkonzepts voranzutreiben und die Ergebnisse ständig zu bewerten, wurden zwölf Projektteams gegründet. Jedes Team wird von einem ausgewiesenen Experten der Kliniken geführt. Stellvertretend beantworten der Ärztliche Direktor der Neckar-Odenwald-Kliniken Chefarzt PD Dr. Harald Genzwürker, Pflegedienstleiter Kurt Böhrer und Rebecca Sellmann von der Firma EconoMedic AG, die ein Managementmandat für die Kliniken hat, drei Fragen zu dem Konzept:

Die Kliniken geben sich ein neues Medizinisches Gesamtkonzept. Was steckt dahinter?

Genzwürker: Unser neues Gesamtkonzept sichert eine optimale medizinische Versorgung im Kreis: Wir bieten eine umfassende Grund- und Regelversorgung an beiden Standorten und die Behandlung schwieriger Fälle im jeweils spezialisierten Haus.

Sellmann: Es geht darum, in Teilen die personellen und sachlichen Ressourcen zu bündeln. Das ist ein zentraler Bestandteil der gesamten medizinischen und wirtschaftlichen Neuausrichtung.

Böhrer: Wichtig ist, dass dieses Konzept schon jetzt gelebt wird. Es gibt ja bereits Schwerpunkte an beiden Kliniken und unsere Chef- und leitenden Ärzte wechseln oft schon zwischen den Kliniken – zu Sprechstunden wie zu Eingriffen.

Was bedeutet das Konzept für Patienten und Mitarbeiter?

Genzwürker: Das hohe Niveau der medizinischen Grund- und Regelversorgung wird an beiden Standorten unverändert aufrechterhalten. Das heißt konkret: Wenn eine Erkrankung oder gar ein Notfall vorliegt, kann sich jeder Patient, gegebenenfalls über seinen Haus- oder Facharzt, an den wohnortnäheren Standort wenden. Dort wird das Krankheitsbild von Fachärzten bewertet und die beste Behandlungsstrategie festgelegt. Wenn besonderes Wissen notwendig ist, wird ein Arzt an einer der beiden Kliniken der Experte sein und die Behandlung durchführen.

Böhrer: Wichtig ist, dass das Konzept aus den Abteilungen heraus erarbeitet wurde. Das unterscheidet es im Übrigen auch von früheren, ähnlichen Vorschlägen. Wir werden die Mitarbeiter immer ganz eng informieren und mitnehmen.

Sellmann: Das Konzept ist ja Teil des im März 2014 beschlossenen Maßnahmenplans. An der Erarbeitung unter unserer Moderation waren alle Chef- und leitende Ärzte sowie die Pflegedienstleitung aktiv beteiligt. Eine breitere Basis kann man nicht schaffen.

Und wie trägt das Konzept zur wirtschaftlichen Sanierung der Kliniken bei?

Genzwürker: Gute Medizin muss heutzutage immer beides betrachten: die optimale Patientenversorgung aber auch wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Und genau in diesem Sinne werden wir das Konzept nun zur Umsetzung bringen. Klar ist, dass eine so umfassende Klinikversorgung – ebenso wie Verkehrsinfrastruktur und Schulen – immer Geld kosten wird. Aber es ist ja Konsens, dass wir auf diese kreiseigene Daseinsvorsorge nicht verzichten wollen. Ich finde, wir können stolz auf „unsere Kliniken“ sein.

Böhrer: Die Umsetzung des Konzepts erfolgt in zwölf Projektteams, wobei jedes Team von einem ausgewiesenen Experten geführt wird. Wir sind uns ganz sicher, dass uns diese Projekte medizinisch wie wirtschaftlich maßgeblich voranbringen. Und es gibt, wenn ich das anmerken darf, ja auch schon jetzt eine Vielzahl positiver Zeichen. Aus meinem Bereich beispielsweise: Wir stellen wieder Pflegekräfte ein.

Sellmann: Wir machen in allen Projekten das Visier ganz weit auf: Wir definieren einzelne Schritte und prüfen alle Vorschläge auf Machbarkeit. Ziel ist natürlich, die wirtschaftliche Gesundung zu erreichen und damit die Kosten für die Bürger so gering wie möglich zu halten.

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