Steigende Investitionen ohne Neuverschuldung

Schulsozialarbeit hatte 85 „Fälle“

 Lamm0427 002

Ein Großteil des Lamm-Areals, das zum Abriss steht und durch seine Neuordnung einen deftigen Anteil am Investitionsvolumen hat. (Foto: Liane Merkle)

Werbung

Seckach. (lm) Mit Zustimmung nahm der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den positiven Bericht über die Schulsozialarbeit an der Werkrealschule der Schefflenztalschule zur Kenntnis. Demnach haben die Gemeinden Billigheim, Schefflenz und Seckach als Schulträger dieser gemeinsamen Bildungseinrichtung an dieser Schule seit Oktober 2012 eine Stelle für Schulsozialarbeit eingerichtet. Die Finanzierung dieser Planstelle erfolgt zu je einem Drittel durch das Land Baden-Württemberg, den Landkreis und die beteiligten Gemeinden, wie Bürgermeister Thomas Ludwig betonte. In Kooperation mit dem Caritasverband für den Neckar-Odenwald-Kreis ist diese Stelle bis zum 31. Juli diesen Jahres mit Simon Knoll besetzt, der dem Gemeinderat erneut einen ausführlichen Bericht über seine Arbeit erstattete und für Fragen zur Verfügung stand.

Ziele der Schulsozialarbeit sind Hilfestellungen beim Aufbau und der Stabilisierung von Eigenverantwortung, Selbständigkeit, sozialer Kompetenz und demokratischer Strukturen. Für Simon Knoll bedeutet das z.B. Einzelfallhilfen für 224 Schüler, 26 Lehrerkräfte und den Eltern. Im vergangenen Jahr hatte er 85 „Fälle“, die etwa zur Hälfte von den Schülern ausgingen und bei 35 Prozent von Lehrern wegen „Auffälligkeiten“ angeregt wurden. Weiter beteiligt er sich am sogenannten Klassenrat und bietet soziale Seminare für Konflikt-Kultur, Gewaltprävention, Selbstbewusstseinstraining sowie offene Angebote (Streitschlichter, Sport und Spiele AG) für alle Schüler. Auch kümmert er sich um inner- und außerschulische Vernetzungen.

Beschlossen wurde die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan für das Haushaltsjahr 2015, die Einnahmen und Ausgaben in Höhe von je 11.884.500 Euro (Vorjahr: 12.159.400 Euro) umfasst. Davon seien im Verwaltungshaushalt 9.213.000 Euro (Vorjahr: 10.689.600 Euro) und im Vermögenshaushalt 2.671.500 Euro (Vorjahr: 1.469.800 Euro) eingestellt. Aufgrund Wechselwirkungen im kommunalen Finanzausgleich könne nach dem Bericht von Rechnungsamtsleiter André Kordmann, der Verwaltungshaushalt erwartungsgemäß nur durch eine umgekehrte Zuführung vom Vermögenshaushalt in Höhe von 299.000 Euro ausgeglichen werden. Zwar erhöhen sich gegenüber der Vorjahresplanung die Einnahmen aus dem Gemeindeanteil an den Gemeinschaftssteuern (+51.400 Euro), dagegen reduzieren sich aber die Einnahmen aus der Netto-Gewerbesteuer (-1.374.100 Euro) sowie aus den Finanzzuweisungen im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs (-108.800 Euro) und es steigen die Kreis- und Finanzausgleichsumlage (+121.900 Euro). Das Investitionsvolumen liege bei 2.144.400 Euro und damit wieder deutlich über dem Vorjahreswert.

Kämmerer André Kordmann: „Die beiden Investitionsschwerpunkte bilden die Sanierung der Seckachtalschule mit Umbau von Schulraum zur Mensa und Neugestaltung/Erweiterung des Außenbereichs mit einer ersten Jahresrate von 1.000.000 Euro sowie das Sanierungsgebiet Ortsmitte Seckach II mit Ausgaben in Höhe von 865.000 Euro.“ Die Maßnahmen im Sanierungsgebiet umfassen die Neuordnung von Grundstücken in der Bahnhofsstraße, die Wegeverbindung von der Waidachshofer Straße zur Bahnhofstraße und die Sanierung des Bahnhofgeländes.

Zum Haushaltsausgleich sei eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage von 1.331.600 Euro erforderlich. Auf eine Kreditaufnahme könne verzichtet werden, womit der seit dem Jahr 2003 eingeschlagene Weg des kontinuierlichen Schuldenabbaus im Kämmereihaushalt fortgesetzt werde. Da im aktuellen Haushalt keine Kreditaufnahme notwendig ist, reduziere sich durch die normalen Kredittilgungen von 227.600 Euro der Schuldenstand zum Ende des Jahres auf 3.283.900 Euro.

Die Hebesätze wurden festgelegt für die Grundsteuer A (land- und forstwirtschaftliche Betriebe) auf 385 v.H., für die Grundsteuer B (Grundstücke) auf 355 v.H. und für die Gewerbesteuer auf 360 v.H.

In seiner Haushaltsrede betonte Bürgermeister Ludwig den hohen Stellenwert eines ausgeglichenen Haushalts und das Bestreben – auch des neuen Gemeinderatsgremiums, „mit dem Einkommen auszukommen“. Man habe dennoch den Vorgaben der Gemeindeordnung stets genüge getan, und in öffentliche Einrichtungen in ausreichender Menge und auf höchstem Niveau investiert. „Egal ob Vortragsveranstaltung, Konzert, Familienfeier, Sportveranstaltung oder Vereinsfest – für jeden Anlass gibt es eine passende Räumlichkeit“ – und das energetisch hochwertig. Das gleiche hohe Niveau gelte für Hallenbad, aber auch für Kindergärten und Schulen, für die man in diesem Jahr in Seckach mit laufenden Aufwendungen in Höhe von 1.16 Mio. Euro rechne. Selbst die über 50 ehrenamtlich tätigen Vereine, Gruppen und Organisationen, die Ludwig als wertvolle und wichtige Pfeiler des Seckacher Gemeinwesens bezeichnete, profitieren von den vielen öffentlichen Gebäuden als sächliche Förderung in Höhe von rd. 190 TEUR. Auch sei man stolz auf den hohen Schuldenabbau, demzufolge sich die Zinsausgaben seit 2008 halbiert haben.

Nachdem das Ortsbild aus Richtung Adelsheim durch die Stadtsanierung Ortsmitte Seckach II bereits deutlich aufgewertet wurde, sei mit der endlich möglichen Neuordnung des „Lamm-Areals“ ein Riesen(Fort)schritt in städtebaulicher Sicht in greifbarer Nähe.

Neben weiteren Planungen für das ehemalige Bahnhofsgebäude und Aktionen zugunsten der längst fälligen Datenautobahn, erläuterte der Bürgermeister, dass das gesamte Investitionsvolumen der Gemeinde zu den im Vermögenshaushalt veranschlagten 2,14 Mio. weitere 1,41 Mio. Euro im Vermögensplan des Eigenbetriebs Wasserversorgung beinhalten, welcher mit der 1. Stufe der Neuordnung der Wasserversorgungskonzeption im darauf folgenden Vermögensplan des Eigenbetriebs „Wasserversorgung Seckach“ beschlossen wurde, der 1.534.700 Euro umfasst gegenüber dem Vorjahr von 2.903.800 Euro.

Der Wirtschaftsplan beinhaltet Erträge und Aufwendungen von je 531.500 Euro (Vorjahr: 515.500 Euro). Investitionsschwerpunkt im Vermögensplan sei die Fertigstellung des 1. Bauabschnitts der Wasserversorgungskonzeption mit einer 3. Jahresrate von 1.306.000 Euro geplant. Auf der Einnahmenseite enthalte der Vermögensplan hierfür eine Zuwendung von 943.000 Euro. Zur Finanzierung der Ausgaben sei eine Kreditaufnahme von 443.000 Euro vorgesehen, wogegen der Schuldenstand des Eigenbetriebs „Wasserversorgung“  1.349.545 Euro betrage.

Der Schuldendienst mit Zinsen und Tilgungen betrage im Wirtschaftsjahr 2015 124.400 Euro (Vorjahr: 124.200 Euro).

„Seckach steht gut da“, kommentierte Gemeinderat Alexander Winter den Haushalt mit einem dicken Lob an Kämmerer Kordmann, die seit Jahren guten Bürgermeister der Gemeinde ebenso wie für die im gleichen Zeitraum immer verantwortungsbewussten Gemeinderatsgremien. Er meinte aber auch, dass man in Zukunft investiv etwas abspecken müsse. Peter Bussemer fand, dass alle Investitionen dafür sorgen, dass die Gemeinde attraktiv bleibt.

Aufgrund Überalterung des vorhandenen Gerätes beschloss der Gemeinderat die Beschaffung eines Kramer Teleskopradladers T 750 mit Zubehör zum Preis von 61.755 Euro bei der Firma Böhrer Baumaschinen aus Walldürn als günstigsten Bieter. Zum Angebotspreis von 20.468 Euro durch die Firma Karl Müller aus Baiersbronn erhält der Gemeindebauhof demnächst auch einen neuen Tandemanhänger, so der Gemeinderatsbeschluss.

Abschließend des öffentlichen Teils stellten die Gemeinderäte Martin Müller, Walter Holzschuh und Alexander Winter den Antrag, bei einer der nächsten Sitzungen das Thema „Einfriedung Friedhof Seckach“ auf die Tagesordnung zu setzen, weil der Wildverbiss dort schon zu lange Thema und nicht mehr tragbar sei.

P R Bahnh0913 001

Ein Beispiel für die gelungene Umsetzung der Städtesanierung Ortsmitte Seckach II.   Das alte Empfangsgebäude des Seckacher Bahnhofs wird das Gremium vermutlich noch länger beschäftigen. (Foto: Liane Merkle)

Infos im Internet:

www.seckach.de 

© www.NOKZEIT.de


Werbeanzeigen

Artikel empfehlen: