Langer Weg zur Approbation

Agentur für Arbeit unterstützt syrischen Flüchtling

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Yawer Haji Abdel Kader studiert Krankenakten und bereitet sich so auf die Prüfung vor.  (Foto: pm)

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(pm) Yawer Haji Abdel Kader ist Arzt. Sein syrischer Berufsabschluss ist in Deutschland noch nicht anerkannt. Es ist ein langer Weg – geprägt von vielen Höhen und Tiefen – bis zur notwendigen Approbation. Doch inzwischen macht er große Schritte auf diesem Weg. Unterstützt wird er dabei durch zahlreiche Helfer beispielsweise vom Freundeskreis Asyl. Die Agentur für Arbeit unterstützt seinen Weg finanziell.

Im Februar 2014 kam Yawer Haji Abdel Kader über den Landweg nach Deutschland. Seine abenteuerliche Flucht dauerte mehr als zwei Monate. Zunächst war er vier Wochen in der Landeserstaufnahmestelle in Karlsruhe und anschließend im Flüchtlingsheim in Michelbach am Wald untergebracht. In Syrien hatte er bereits einen Deutschkurs besucht. Seine Grundkenntnisse haben ihm sehr geholfen und er hat fleißig daran gearbeitet, diese zu verbessern. Doch die Zeit ihn Michelbach war geprägt von vielen Unsicherheiten: Es war unklar, ob er in Deutschland bleiben durfte und wie es beruflich für ihn weitergeht.

Als ein syrischer Flüchtling ohne Deutschkenntnisse erkrankte, sprang der 33Jährige beim Hausarztbesuch als Dolmetscher ein. So lernte er Dr. Achim Hiller aus Öhringen kennen, der ihm den Weg zur erforderlichen Approbation aufzeigte: zunächst musste er mit einer Prüfung nachweisen, dass sein Deutsch dem B1-Niveau entspricht – in Stuttgart nimmt er an einem Kurs mit medizinischem und Sprachunterricht teil und ein Praktikum von drei Monaten in einem Krankenhaus rundet die Vorbereitung zur Approbation ab. Doch zuerst brauchte er die Aufenthaltserlaubnis – ohne die konnte er nicht mit dem Kurs beginnen.

Es war eine nervenaufreibende Zeit mit einer Lösung in letzter Minute: seit 31. Oktober 2014 hat er die Aufenthaltserlaubnis und am 3. November begann der Kurs in Stuttgart. Die Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim stellt finanzielle Mittel im Rahmen eines Sonderprogramms bereit. „Der Lehrgang in Stuttgart führt für Yawer Haji Abdel Kader zu einem Berufsabschluss und deshalb können wir ihn fördern“, erklärt Erich Schumacher, Qualifizierungsberater in der Agentur für Arbeit. Bevor die Förderung in trockenen Tüchern war, führte Schumacher zahlreiche Gespräche, um diese möglich zu machen, denn einen ähnlichen Fall gab es vorher in seinem Zuständigkeitsbereich noch nicht. Die Agentur übernimmt die vollen Maßnahmekosten, zahlt Fahrkosten und einen Zuschuss zum Arbeitsentgelt während des Praktikums im Schwäbisch Haller Diakoniekrankenhaus.

Yawer Haji Abdel Kader ist glücklich, dass er die Chance hat in Deutschland als Arzt arbeiten zu können, aber ob er auch darüber glücklich ist, in Deutschland zu leben? Diese Frage kann er nicht eindeutig mit „Ja“ beantworten: „Ich habe sehr viele nette und hilfsbereite Menschen kennengelernt, aber nicht alle Deutschen begegnen mir offen und aufgeschlossen. Ich spüre auch Skepsis.“

Seit zwei Wochen ist er jetzt im Diak und die Kollegen dort schätzt er sehr. An Vormittagen arbeitet in der Aufnahmestation mit und nachmittags studiert er Krankenakten und arbeitet an seinem Deutsch. Nach der Arbeit bereitet er sich auf die Zwischenprüfung vor. Seine Familie ist in ganz Europa verstreut: die Geschwister in Fellbach, Schweden, Liverpool und Algerien, die Mutter derzeit in der Türkei. Die Familie hält über eine Facebook-Gruppe Kontakt, in der jeder täglich berichtet, wie es ihm geht. Yawer Haji Abdel Kader freut sich auf den Tag, an dem er seiner Familie von der erteilten Approbation berichten kann.

 

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