Aus Zünglein könnte Zunge werden

TV Mosbach gewinnt 30:28 gegen TSB Horkheim und macht die Liga spannend

Mosbach. (df) Es gibt Handballspiele, die brennen sich im Kopf eines „Infizierten“ ein. Egal ob Sieg oder Niederlage, manche Momente vergisst man eben nicht. Ein solch „Infizierter“ ist Stefan Heiß, Mosbachs Waffe am Kreis: „Als wir vor zwei Jahren aus der Landesliga abgestiegen sind, hat uns der TSB mit Verstärkung von oben in die Bezirksliga runter geschossen. Das habe ich nicht vergessen und deshalb finde ich es nur gerecht, dass wir diesmal das bessere Ende für uns hatten. Ich bin megastolz auf unsere Leistung. Alle sind ans Limit und vielleicht ein bisschen drüber hinaus gegangen und deshalb haben wir verdient gewonnen!“

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Nachdem man aufseilten des TV im Vorfeld darauf spekulierte, im Meisterschftsrennen zum Zünglein an der Waage zu werden, dürfte man durch den Sieg nun sogar zur Zunge geworden sein, so Trainer Dirk Förster.

Ja, wer am Samstagabend den Fernsehsessel der Jahnhalle vorgezogen hat, der hat was verpasst. Zumindest aus Mosbacher Sicht, denn dem TV ist es gelungen, dem wie erwartet verstärkten Favoriten, die Punkte abzujagen und somit die Entscheidung über Wohl und Wehe, also Aufstieg, Relegation und Blumenstrauß, auf den letzten Spieltag zu vertagen. Freude sollte dagegen im schönen Taubertal herrschen, denn mit dem Sieg haben die Kreisstädter im Prinzip die HSG Dittigheim-Tauberbischofsheim zum Meister gemacht.

Dabei sah es in der Anfangsviertelstunde nicht so recht danach aus, denn die Hausherren zeigten Respekt. Der Favorit setzte wie erwartet seine Rückraumwaffen Ohr und Schulze gekonnt in Szene und ging schnell mit 1:4 in Vorhand. Diesen Vorsprung hielten die Gäste über ein 4:7 bis zum 7:10, dann hatten die Zahnräder in Mosbachs Angriff ihren Platz gefunden. Auch dank einer leidenschaftlichen Abwehrarbeit gelang beim 10:10 der Ausgleich und von da an ließen die Hausherren nicht mehr locker. Die angesprochenen Ohr und Schulze brachten ihre Farben zwar wieder in Front, aber auch sie konnten nicht verhindern, dass Stefan Heiß vier Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit zum 13:13 einwarf.

Den besseren Start in das zweite Kapitel des Abends erwischten die Gastgeber. Heiß und der starke Patrick Mittmann sorgten mit einem Doppelschlag für die erste Führung der Einheimischen und damit nicht nur für Sorgenfalten auf der Stirn von Steffen Laux, sondern sie weckten auch die bis dahin eher entspannte Jahnhalle. Beeindrucken konnte man den Favoriten zu diesem Zeitpunkt jedoch noch nicht. Die Kreisstädter hielten die Führung zwar bis zum 22:19 und sorgten so für die Auszeit von Laux, diese brachte allerdings auch Heiß und Co ins Straucheln. Nach vier Toren in Folge hatte der Favorit das Zepter wieder übernommen.

Allerdings nur kurz, denn die Mosbacher fingen sich. Lukas Schmid glich mit beherztem Solo aus und Sascha Filipiak brachte seine Farben sieben Minuten vor dem Ende bei angezeigtem Zeitspiel schlitzohrig in die bessere Position. In den letzten Minuten schenkten sich beide Kontrahenten nichts, allerdings hatte der TV einen entscheidenden Vorteil. Das Thema Lastenverteilung im Angriff! Während bei den Gästen zumeist Ohr und Schulze die Verantwortung tragen mussten, war man beim TV breiter aufgestellt.

Die nun deutlich offensivere Abwehr der Gäste nutzte vor allem Tobias Blasmann. Der drückte den letzten fünf Minuten seinen Stempel auf, warf drei seiner fünf Tore und legte auch Stefan Heiß seinen 101. Saisontreffer in die Hände. Die letzte Spielminute eröffnete dann allerdings Patrick Mittmann. Mit seinem Tor zum 29:27 wollte er den Deckel drauf machen, musste sich allerdings nochmal strecken, weil Horkheims Youngster Hendrik Bohnenstengel etwas dagegen hatte. Der drehte den Ball 30 Sekunden vor Ende frech um die Beine von Christoph Pusch – 29:28.

Geiger steckte die grüne Karte und mahnte Ruhe und Besonnenheit an. Das war Mittmann allerdings schnuppe. Er nutzte den gebotenen Freiraum und knallte das Leder Sekunden vor der Sirene in die Maschen des von Tobias Bühler gehüteten Gästetors.

Aus, Ende, Jubel, anders kann man die Szenen nach dem Spiel auf Mosbacher Seite nicht beschreiben, beim TSB Horkheim hingen dagegen verständlicherweise die Köpfe.

TV Mosbach: Goertz und Pusch im Tor, Schmid 3, Blasmann 5/1, Filipiak 1, Schwarz, Mittmann 7, Grimm 4, Tiefenthaler, Förster 4, Heiß 6, Somogyi (n.e.), Rinderle (n.e.)

TSB Horkheim II: Bühler im Tor, Wüstholz 6, Denscheilmann, Winter, Nussberger, Hermann 1, Veigel, Ohr 7/1, Gröger, Ueltzhöfer, Track, Bohnenstengel 4/1, Schulze 10

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