Mudau ändert Bebauungsplan „Industriegebiet“

Kindergartenbedarfsplan verabschiedet – Künftige Flüchtlingsunterkunft wird saniert

Schlossauer5 0415 001

(Foto: Liane Merkle)

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Mudau. (lm) Um der in Mudau ansässigen Firma LeuBe Zeltlogistik eine Betriebserweiterung zu ermöglichen, billigte der Gemeinderat eine Änderung des Bebauungsplanes „Industriegebiet“ mit gleichzeitiger Fortschreibung des Flächennutzungsplanes. Die Gemeindeverwaltung wurde beauftragt, die Pläne hierfür gem. dem Baugesetzbuch offen zu legen. Die angestrebte Betriebserweiterung soll im Anschluss an das bestehende Betriebsgelände zwischen der verlängerten Industriestraße und der Landesstraße L 524 erfolgen.

Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger in der jüngsten Gemeinderatssitzung: „Damit wird der Bebauungsplan speziell auf die Anforderungen der Firma LeuBe zugeschnitten und in seinen Verwendungsmöglichkeiten ausschließlich auf den betriebsbedingten Bedarf abgestimmt.“ Allerdings besteht eine eingeschränkte Nutzungsmöglichkeit im Gewerbegebiet wo nur nicht überdachte Lagerplätze (Ausnahme direkt überdachte Regale, damit die Lagerware nicht der Witterung ausgesetzt ist“ zulässig sind. Weiter eine ausschließliche Erschließung der Flächen über das vorhandene Betriebsgelände der Firma durch Festsetzung eines Zugangs/Zufahrtsverbotes von der Erweiterungsfläche auf den vorbeiführenden Feldweg. Gegenwärtig ist die Fläche nach dem Flächennutzungsplan der Gemeinde Mudau als Fläche für die Landwirtschaft ausgewiesen, so dass eine Änderung des Flächennutzungsplanes im Parallelverfahren erforderlich war.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um Wahlbestätigungen aus den Jahreshauptversammlungen der Feuerwehrabteilungen Reisenbach und Schloßau. Bestätigt wurden hierbei für Schloßau als Abteilungskommandant Hilmar Schüßler mit Stellvertretung durch Markus Peiß und für Reisenbach als stellvertretender Abteilungskommandant Steffen Banschbach.

Auch die Gemeinde Mudau muss sich für die Unterbringung von Asylbewerbern entsprechende Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. Aus diesem Grund hat man sich für eine Sanierung des ehemaligen Anwesens Breunig in Mudau entschlossen. Für die Maßnahme stehen Mittel in Höhe von 80.000 Euro im Haushalt 2015 zur Verfügung, die Mehraufwendungen in Höhe von 35.000 Euro sind als überplanmäßige Ausgaben im laufenden Haushalt durch Umschichtungen zu finanzieren. Außerdem liegt das Objekt im Sanierungsgebiet „Vorstadt/Amorbacher Straße“ und dadurch kann eine Bezuschussung erfolgen, deren Höhe allerdings derzeit noch nicht beziffert werden kann. Das Büro Wolfram Architekten hatte die Maßnahmen im Leistungsverzeichnis zusammengefasst. Dabei zeigte sich, dass das gesamte Vorhaben wesentlich mehr Sanierungsbedarf aufweist, als zunächst angenommen. Hierbei geht es in erster Linie um die Elektroinstallation, Sanitäranlagen, Bodenbeläge, Heizkessel mit Heizkörper, Wandflächen und Fließen. Folgende Arbeiten wurden nach beschränkten Ausschreibungen an den jeweils günstigsten Bieter vergeben. Schreinerarbeiten für 12.337 Euro an Firma Günther Müller aus Mudau, Bodenbelagsarbeiten für 8.815 Euro an die Firma Raum und Idee Walter GmbH aus Walldürn, Maler- und Gipserarbeiten für 20.722 Euro an die Firma Stefan Eck GmbH aus Amorbach, einen Trockenboden mit Wärmedämmung an Holzbau Fischer Mudau für 4.465 Euro, Fliesenarbeiten an die Firma Waldemar Günther aus Eschau für 6.433 Euro. Freihändig vergeben wurden die Heizungsbauarbeiten an die Firma Armin Flicker aus Fahrenbach für 16.200 Euro, die Sanitärinstallation an die Firma Rüdiger Bader aus Krumbach für 6.487 Euro und die Maurerarbeiten an Klebens Friedel aus Donebach für 2.189 Euro. Für die Schlosserarbeiten (3.808 Euro) wurde die Firma Willi Wald aus Donebach und für die Elektroinstallation (8.686 Euro) die Firma Münch GmbH aus Krumbach ebenfalls in freier Vergabe direkt beauftragt, wobei hier durch Eigenleistungen von Bauhofmitarbeitern ebenso wie bei Heizungsbau- und Sanitärinstallation eine Kostensenkung erreichen.

Beschlossen wurde in der öffentlichen Sitzung im Beisein der Kindergartenleiterinnen Ortrud Link, Margarete Kegelmann und Kathrin Link auch der neue Kindergartenbedarfsplan. Demnach gilt für den Kindergarten Mudau 2 Regelgruppen, 1 Gruppe mit verlängerten Öffnungszeiten, 1 Gruppe mit Ganztagesbetreuung, 1 Mischgruppe für U3 und Ü3 sowie 1 Kleinkindgruppe U3. In allen Betriebsformen wird nach dem Willen der Verwaltung und des Gemeinderates auch eine Ganztagesbetreuung angeboten. Für den Kindergarten Schloßau gilt 1 Regelgruppe/VÖ-Gruppe (flexibel), 1 Altersgemischte Gruppe mit verlängerter Öffnungszeit für U3 und Ü3 und eine Krippengruppe im Nebengebäude. Nachdem auch den neuen Kindergartenbeiträgen für die kommenden zwei Jahre zugestimmt wurde, nahm das Gremium auch den Sachstandsbericht zur Generalsanierung des Spielplatzes zum Lern- und Erfahrungsraum im Kindergarten Mudau zur Kenntnis.

Begonnen wurde die Maßnahme bereits im vergangenen Jahr mit dem Fällen von Bäumen und dem Bodenaustausch. Die Gemeinde beteiligt sich an den Kosten in kalkulierter Höhe von 131.000 Euro mit 70 Prozent, die im Haushaltsplan 2014 finanziert sind. Die Joachim und Susanne Schulz Stiftung fördert die Neugestaltung mit einem Zuschuss in Höhe von 37.000 Euro. Ortrud Link erläuterte die notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten aufgrund von Schlammansammlungen, Dornenhecken, zu viel Schatten und Pilzbefall.

Einem Antrag auf Genehmigung einer 1.10 Hektar großen Weihnachtsbaumkultur hatte der Schloßauer Ortschaftsrat nicht zugestimmt wegen erheblicher Beeinträchtigung des Landschaftsbildes. Das Gemeinderatsgremium schloss sich diesem Entschluss einstimmig an. Unter dem Punkt Bauanträge war auch der Neubau eines Penny-Marktes mit 780 qm Verkaufsfläche schräg gegenüber dem bestehenden Edeka-Markt eingegangen in Anlehnung an den Bauantrag aus dem Jahre 2008. Das Thema beschäftigt den Mudauer Gemeinderat bereits seit zehn Jahren und musste aus planungstechnischen Gründen wieder abgelehnt werden. Es ist auch ein größeres Problem, weil an dem beantragten Platz kein Bau möglich ist und weil für das Kleinzentrum Mudau lediglich zwei Lebensmittelmärkte mit einer Gesamtverkaufsfläche von rd. 2100 qm erlaubt sind. Die Gemeindeverwaltung erhielt den Auftrag, die notwendigen Abstimmungen für mögliches weiteres Vorgehen vorzunehmen. Bekannt gegeben wurde, dass die ersten Flüchtlinge aus Pakistan eingetroffen sind und sich bereits sehr gut eingelebt haben und Arbeit suchen.

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