VRN steigert Fahrgeldeinnahmen

Verbundergebnis durch demografische Entwicklung und Rückgang im Ausbildungsverkehr geprägt

Metropolregion. (pm) Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) konnte bei den Fahrgeldeinnahmen für das Jahr 2014 einen Zuwachs von 2,54 Prozent erzielen. Die Einnahmen betrugen in 2014 insgesamt rund 283,7 Millionen Euro.

Die Zahl der Fahrgäste in den Bussen und Bahnen im VRN betrug rund 313 Millionen. Dies bedeutet einen Rückgang von 1,35 Prozent in der Nachfrage gegenüber dem Vorjahr um rund 4,2 Millionen Fahrten im Öffentlichen Personennahverkehr. Hauptgrund dafür ist ein Rückgang der Schüler- und Semester-Tickets.

Der Stammkundenanteil mit verbundweit gültigen Zeitkarten hat sich auf dem seit Jahren bestehenden hohen Niveau mit 91,4 Prozent stabilisiert.

„Das Verbundergebnis ist vom deutlichen Rückgang der Schülerzeitkarten und der Semester-Tickets geprägt. Dies wird auch in den kommenden Jahren die Bilanz in einem vor allem ländlich geprägten Verbund beeinflussen. Dennoch sind wir froh, dass das Ergebnis im Stammkundenbereich positiv ist. Vor allem die verbundweit gültigen Zeitkarten spielen dabei eine große Rolle. Dass die deutlich gesunkenen Benzinpreise keinen erkennbaren negativen Effekte auf das Gesamtergebnis hatten zeigt, dass unsere Stammkunden mit uns zufrieden sind und uns nicht bei der erstbesten Gelegenheit den Rücken zukehren“, sagte Rüdiger Schmidt, Geschäftsführer der Unternehmensgesellschaft im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (URN GmbH)

Für das Rhein-Neckar-Ticket hatten sich im letzten Jahr durchschnittlich 29.023 Kunden (+ 2,93 Prozent) sowie für das Job-Ticket durchschnittlich 40.498 Kunden (+ 0,79 Prozent) entschieden.

Im letzten Jahr waren durchschnittlich 60.670 Kunden im Besitz einer Karte ab 60 (+ 0,43 Prozent). Damit konnte insgesamt das hohe Niveau der Stammkunden mit einer verbundweit gültigen Jahreskarte gehalten werden.

Aufgrund der demografischen Entwicklung in den überwiegend ländlich geprägten Teilen des Verbundraums und dem damit einhergehenden Rückgang der Schülerzahlen gab es Fahrgastverluste, die nicht durch Zuwächse beim Job- oder Rhein-Neckar-Ticket kompensiert werden konnten. Die Anzahl der Zeitkarten ging insgesamt im Bereich der Wochen-, Monats- und Jahreskarten Ausbildung weiter zurück (- 3,08 Prozent). Im Jahresdurchschnitt hatten insgesamt 152.430 Kunden ein MAXX-Ticket (- 1,7 Prozent). Ähnlich entwickelten sich die Jahresdurchschnittszahlen beim SuperMAXX-Ticket (- 0,94 Prozent) und den Ausbildungskarten Westpfalz (- 2,2 Prozent).

Beim Semester-Ticket sind die Fahrgastzahlen ebenfalls gesunken. Im letzten Jahr wurden nur noch 75.390 Tickets (- 4,81 Prozent), jeweils 6 Monate gültig, verkauft. Das Anschluss-Semester-Ticket konnte auch keinen Zuwachs verzeichnen. Insgesamt nutzten 11.693 Karteninhaber (- 3,71 Prozent) dieses Angebot. Eine leicht positive Entwicklung gab es beim Semester-Ticket plus Westpfalz. Hier stieg die Zahl der verkauften Tickets im Dezember auf 13.057 Studierende (+ 0,67 Prozent).

Im Bereich der Einzelfahrscheine wurden bei den Erwachsenen (+ 3,25 Prozent) und dem BC-Ticket (+ 3,29 Prozent) Zuwächse erzielt. Die Fahrausweise für Kinder (Einzelfahrschein und Mehrfahrtenkarte) entwickelten sich stark rückläufig, was auf den demografischen Wandel und die kostenlose Mitnahme bis 14 Jahre auf der Tages-Karte zurückzuführen sein dürfte. Bei den Tageskartenangeboten war die Entwicklung insgesamt weitest gehend stabil, wobei die Tages-Karte für zwei, drei oder vier Personen sowie die Jugendgruppen-Karte stärker nachgefragt wurden. Insgesamt ist ein leichter Anstieg der Fahrgastzahlen im Gelegenheitsverkehr zu verzeichnen (+ 0,34 Prozent).

Nach dem DB Regio Südwest der Zuschlag für den Betrieb der S-Bahn Rhein-Neckar der 1. Stufe erteilt wurde (NZ berichtete), soll noch in diesem Jahr die Verkehrsleistung der 2. Stufe ausgeschrieben werden.

Im Rahmen der Entwicklung zum Mobilitätsverbund wird der VRN neben der bereits eingeweihten Mobilitätszentrale in Kaiserslautern in diesem Jahr weitere Einrichtungen ausbauen. In Mannheim, Heidelberg, Ludwigshafen ist das Fahrradvermietsystem VRNnextbike gestartet (NZ berichteten), die Stadt Speyer folgt noch im Mai dieses Jahres. Eine Mobilitätskarte wird in Kürze für die Kunden zur Verfügung stehen, mit der man gleichzeitig die Busse und Bahnen im VRN, das Angebot von stadtmobil Rhein-Neckar carSharing und das Fahrradvermietsystem VRNnextbike als jeweils registrierter Kunde und VRN Zeitkarteninhaber nutzen kann.

Anfang dieses Jahres startete das Innovationsprojekt eTarif Heidelberg, das gemeinsam mit der Stadt Heidelberg eingeführt wurde. Das bundesweit einmalige Projekt eines auf der Luftlinienentfernung beruhenden Tarifs auf Basis von Touch & Travel soll nach einem Jahr intensiv ausgewertet und im Erfolgsfall auf den gesamten Verbundraum ausgedehnt werden.

Infos im Internet:

www.vnr.de

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