Hantaviren – Die Gefahr beim Frühjahrsputz

Wie man sich einfach und effektiv vor einer Infektion schützen kann

Gerade zur Frühlingszeit sorgen viele Menschen wieder für Ordnung in ihren Gartenhäusern, Schuppen und Kellern. Doch im aufgewirbelten Staub können sich für den Menschen gefährliche Viren verbergen. Hierbei handelt es sich um sogenannte Hantaviren. Das Gesundheitsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis gibt Tipps, wie man sich einfach und effektiv vor einer Infektion schützen kann.

Hantaviren werden von infizierten Nagetieren – in Deutschland hauptsächlich von Rötelmäusen – mit dem Speichel, Kot oder Urin ausgeschieden. Selbst in getrocknetem Zustand sind die Erreger noch mehrere Tage ansteckend. Für eine Übertragung ist kein direkter Kontakt zu den betroffenen Nagern nötig. Meist werden Hantaviren eingeatmet, beispielsweise zusammen mit aufgewirbeltem Staub, welcher die Erreger enthält. Eine Ansteckung ist ebenso durch einen Biss der Tiere möglich. Bei der Gartenarbeit können die Viren aus befallener Erde über kleine Verletzungen, beispielsweise an den Händen, in den Körper eindringen.

Nach der Infektion vergehen üblicherweise zwei bis vier Wochen, bis sich die ersten Symptome zeigen. Erkrankte sind nicht ansteckend, da eine Übertragung von Mensch zu Mensch bei den in Deutschland verbreiteten Virustypen nicht zu erwarten ist.

Die Krankheit beginnt meist mit grippeähnlichen Beschwerden wie Muskel- und Gliederschmerzen sowie plötzlich einsetzendem Schüttelfrost mit hohem Fieber, das über drei bis vier Tage andauert. Zusätzlich kann es vorübergehend zu Einschränkungen der Nierenfunktion kommen, die sich durch starke Bauch- und Rückenschmerzen bemerkbar machen.

„Da es keine Impfung gibt und der Arzt bei einer Erkrankung nur die Symptome behandeln kann, ist es besonders wichtig, eine Ansteckung zu vermeiden. Mit einfachen Mitteln kann man sich effektiv vor einer Übertragung schützen. Der beste Schutz besteht darin, Mäuse und Mäusedreck zu meiden“, erklärt der Leiter des Kreisgesundheitsamtes, Dr. Heiner Thierolf.

In erster Linie sollte demnach verhindert werden, dass Nager in den Wohnbereich und die nähere Umgebung eindringen. Lebensmittel sollten für Nager unzugänglich aufbewahrt werden, zum Beispiel in dicht schließenden Schränken, Metall- oder Plastikbehältern. Futter und Wasser für Haustiere sollte nicht über Nacht offen stehen. Essensreste und Abfälle sollten nicht auf den Hauskompost, sondern in verschließbare Mülleimer gegeben werden. Zudem sollte es den Nagern so ungemütlich wie möglich gemacht werden, indem Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie zum Beispiel Sperrmüll, Altreifen und Abfallhaufen beseitigt werden.

Es empfiehlt sich, bei Reinigungsarbeiten beispielsweise in Gartenhäusern oder Schuppen eine Staubentwicklung in geschlossenen Räumen zu vermeiden. Vor dem Kehren sollte man deshalb mindestens 30 Minuten lüften. Es sollte kein Staubsauger verwendet werden, da dieser Viren über die Abluft verteilt. Flächen sollten mit einem handelsüblichen Reinigungs- oder Desinfektionsmittel besprüht werden, um den Staub zu binden. Dazu sollte man einen entsprechenden Mundschutz tragen und sich nach der Aufräumarbeit gründlich die Hände waschen.

Die Zahl der Krankheitsfälle beim Menschen schwankt von Jahr zu Jahr, vermutlich je nachdem, wie hoch der Bestand der Nager ist und wie viele Tiere das Virus in sich tragen. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr in den Frühlings- und Sommermonaten von Mai bis September. lra

INFO:

Tipps für den Umgang mit potenziell krankmachenden Nagern gibt es auf der Website des Robert Koch- Instituts unter http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/Hantavirus/Merkblatt_PDF.html. lra

 

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