Flurneuordnung Scheidental wird durchgeführt

Neckarstr0506 001

Ortsbebauung im Rahmen der Flurneuordnung Scheidental. (Foto: Liane Merkle)

Mudau. (lm) Mit einem gesicherten Kostenrahmen in Höhe von rd. 155.000 Euro für die Gemeinde und einem Gesamtbruttoaufwand von 531.000 Euro wird noch in diesem Jahr die Flurneuordnung in Scheidental durchgeführt. Dabei geht man, wie Ingenieur Wiener in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates nach einer Vorortbesichtigung mitteilte, von einer Förderung in Höhe von 380.000 Euro aus.

Schwerpunkt 1 war die Neuordnung der allgemeinen Verhältnisse, Schwerpunkt 2 beinhaltet vor allem die Neuordnung der Grundstücke. Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger: „Das größte Projekt innerhalb des Programms 2015 bildet der Ausbau der Ortsstraßen „Elzblick“ und „Oberdorfstraße“, der analog der bereits ausgebauten Ortsstraße „Neckarweg“ erfolgt. Hierbei wird durch einseitigen Bordstein mit Straßeneinläufen und Entwässerungsleitungen die Fahrbahnentwässerung sichergestellt. Außerdem wird die Straßenbeleuchtung erneuert und mit LED-Leuchtmittel komplettiert. Weiter werden die Netze BW sowie die Telekom Erdverkabelungen vornehmen. Die Regelbreite der neuen Fahrbahn liegt bei 3.50 Meter. Das Bauprogramm 2015 der Flurneuordnung Scheidental umfasst zudem folgende Projekte: Oberdorfstraße (Einmündung Unterscheidentaler Straße bis Kreuzung Elzblick), Oberdorfstraße (Kreuzung Elzblick bis Ortsende), Ortsstraße Elzblick im Vollausbau (Einmündung Balsbacher Straße bis Ortsende), Asphaltwegverbindung Unterscheidental bis Oberscheidental, Asphaltweg ins Gewann „Lausheumatte bis Querung Reisenbächlein“, Schotterweg im Gewann „Holzrain“ und Asphaltweg (Alte Scheidentaler Straße) in Richtung Ortseingang Oberscheidental. Ausführungskosten insgesamt sind Stand Mai 2015 bei 2.043.000 Euro bei Eigenmitteln in Höhe von 385.000 Euro, wobei das Gros von 55 Prozent in den Wegebau geflossen ist. Vermessungstechnisch ist das Projekt weitgehend abgeschlossen, ebenso die Wertermittlung.

Nach Aussage von Wiener erarbeitet das Amt zurzeit den sogenannten Zuteilungsentwurf, auch müsse noch der Wert von übergehenden Holzpflanzen ermittelt und die Flurstücke vor Ort kenntlich gemacht werden. Nach der Besitzeinweisung wird der Flurbereinigungsplan möglicherweise diesen Herbst schon aufgestellt, der die Ergebnisse des Verfahrens zusammenfasst. Danach wird nach eventueller Klärung von Widersprüchen die Ausführungsanordnung mit dem Stichtag des Eintritts des neuen Rechtszustandes erlassen.

Dem neuen Leiter der Forstbetriebsleitung Walldürn, Jörg Puchta, und Revierförster Michael Schwarz oblag im Anschluss, über das Procedere der anstehenden Forsteinrichtung im Gemeindewald Mudau zu informieren. Dabei wurden auch die grundsätzlichen Neuerungen des Jagd- und Wildtiermanagementgesetzes im Vergleich zum alten Jagdgesetz erläutert und die daraus resultierenden Konsequenzen für die Gemeinde Mudau als Waldbesitzerin und Jagdgenossin aufgezeigt. Diskutiert wurde dabei auch das sog. Holzkartellverfahren, das derzeit noch keine Prognosen über die mögliche künftige Holzvermarktung zulässt. Der anstehenden Forsteinrichtung sollen die Ergebnisse dieser Beratung als gemeinsame Grundlage dienen. Die Gemeinde Mudau ist Eigentümerin von ca. 370 Hektar Waldfläche.

Weiter erhielt das Ingenieurbüro Wolfgang Niemesch aus Mudau den Auftrag zur Ausführung der Leistungen des Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordinators sowie des Koordinators für kontaminierte Bereiche beim Ausbau der noch in diesem Jahr vorgesehenen Neuhofstraße in Mudau zum Pauschalpreis von 5.712 Euro. Beschlossen wurde auch die Ausführung der Betonsanierungs- und Malerarbeiten an der Friedhofskapelle Reisenbach nach erfolgter Ausschreibung an die Firma Kohlhammer aus Möckmühl zum Auftragspreis von 8.153 Euro. Die letzte Sanierung datiert aus dem Jahre 1997. Im Rahmen der jährlich stattfindenden Begehung der Wasserversorgungsanlagen durch das Landratsamt wurde die Absicherung einzelner Gebäude der Wasserversorgungseinrichtungen der Gemeinde bemängelt. Aus diesem Grund vergab der Gemeinderat nun die Erneuerung der Eingangstüren dieser Anlagen an die Firma Mannl aus Kreuzwertheim als günstigster Bieter zum Auftragspreis in Höhe von 21.730 Euro. Diese Mittel stehen im Erfolgsplan des Eigenbetriebes Wasserversorgung Mudau zur Verfügung.

In den kommenden Sommerferien soll nach dem Willen des Gemeinderates nach detaillierten Ausführungen von Christoph Müller und auf Grundlage eines Brandschutzgutachtens für die Grund-und Hauptschule in der Kerngemeinde die Installation einer Brandmeldeanlage erfolgen. Für die Erneuerung dieser Alarmierungseinrichtung wurde die Firma Riedt aus Mosbach zum Auftragspreis von 33.442 Euro beauftragt.

Seit gut zehn Jahren ist man im Bereich der Bahnhofsstraße beschäftigt mit potentiellen Neubauten von Discountern. Nun wurde für den Bau eines neuen Penny-Marktes mit einer Nutzfläche von 1.109 Quadratmetern und 53 Stellplätzen in Kreiselnähe ein Bauantrag gestellt. Die Zufahrt für Kunden und Lieferanten solle direkt von der L523 aus erfolgen. Zwar war eine bereits vor einigen Jahren eine Baugenehmigung für einen Penny-Markt ausgesprochen worden, allerdings einem anderen Antragsteller auf einem anderen Grundstück. Auf dem neuen Wunschgrundstück greift der Bebauungsplan „Bahnhofsumfeld“, als Mischbaufläche, in der Einzelhandelsbetriebe mit den Sortimenten Lebensmittel, Getränke usw. nicht zulässig sind. Die Nachbarn und Angrenzer wurden angehört und im Kern wird von dieser Seite vor allem eine zusätzliche Lärmbelästigung durch den Anlieferverkehr befürchtet. Weiter gäbe es vor einer möglichen Änderung des Planungsrechts noch verkehrssicherheitstechnische Fragen zu klären. Der Ortschaftsrat  äußerte größte Bedenken bzgl. der Größe des Marktes, der verkehrstechnischen Probleme und der zu geringen Parkplatzzahl. Dennoch war der Tenor des Gemeinderates überwiegend positiv für die neue Bauanfrage. Unter Berücksichtigung der genannten Einwände will man sich so zeitnah wie möglich erneut die Arbeit machen, das „Für und Wider“ zu diskutieren, um eine allen gerechte Lösung zu finden und das Planungsrecht an den neuen Wunschplatz anpassen zu können. 

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