Begegnung und erstes Abschiednehmen

Überwältigende Resonanz beim Klosterfest in Balsbach – Einblick in das klösterliche Leben

Balsbach. (nsch) Ein ungewohntes Bild bot sich am vergangenen Sonntag in Balsbach: parkplatzregelnde Feuerwehrmänner, Festbetrieb im Klostergarten, Flohmarkt in und außerhalb des Klosterkomplexes, Führungen durch Teile der klösterlichen Klausur, Schwestern im Festzelt und unter schattenspendenden Bäumen mitten unter den Gästen u. ä. Schwesternkonvent und Pfarrgemeinderat hatten eingeladen – und viele waren aus Nah und Fern gekommen, um diesen „Tag der Begegnung und eines ersten Abschiednehmens“ im Hinblick auf den Wegzug der Clarissen- Kapuzinerinnen Ende September nach Gengenbach wahrzunehmen und zu nutzen.

Vorfreude auf die Begegnung, Dankbarkeit für das herzliche Miteinander in all den Jahren, aber auch ein bisschen Wehmut klangen in den Begrüßungsworten von Pater Mack zu Beginn des Gottesdienstes in der wieder einmal überfüllten Kirche an. In seiner Predigt erschloss er das göttliche Wirken, einen jeden Menschen den wahren Platz seiner Berufung in der Welt finden zu lassen, im Allgemeinen und in der Ordensgemeinschaft im Besonderen – oft ungewohnt für das Umfeld und teilweise ohne Akzeptanz, wie es auch zu Beginn des öffentlichen Auftretens Jesu gewesen sei. Der Kirchenchor und Gesangverein „Liederkranz“ gestaltete a capella, mit Orgelbegleitung und im Wechsel mit Gemeinde und Schwesternschola den Festgottesdienst mit.

Der Musikverein „Eintracht“ Wagenschwend und der Chor „Querbeet“, beide musikalisch eingebunden in das Kirchenjahr, unterhielten die zahlreichen Gäste am Nachmittag in Festzelt und schattigem Klosterareal. Viele Besucher wurden in der breiten Palette des Flohmarktes fündig. Der Erlös kommt den Clarissen in Eritrea und deren Hilfswerk zugute. Großer Andrang herrschte bei den vier Führungen durch Teile der Klausur, wo man in Einzel- und Gemeinschaftsräumen das klösterliche Leben in seiner alltäglichen und spirituellen Ausrichtung vor Augen hatte. Beim Mattenkapitel, einer bereits zur franziskanischen Gründungszeit bestehenden Versammlungsform im Freien, war Gelegenheit zum Gedankenaustausch über das Ordensleben gegeben. Eine Bilderausstellung präsentierte in Auszügen den Werdegang von Kapelle, Kloster und Kirche, die Anfänge durch die Familie Lenz, Klausur und Öffentlichkeit des Konvents und das vielfältige kirchliche Leben, das sich durch Kloster und die vor Ort Verantwortlichen in all den Jahren entwickelt hat. Erinnerungen wurden auch auf dem Klosterfriedhof wach vor dem Grab von Pater Franz Müller von den Spiritanern in Buchen, den 6 Schwesterngräbern und der Gedenktafel mit den Namen der 18 hier beerdigten Schwestern. Die Gedenkschrift „Unser Leben – und ein Rückblick“ dokumentiert in Wort und Bild die 66-jährige Geschichte in Balsbach von 1949 bis 2015.

Eucharistische Anbetung und gesungene Vesper beendeten diesen denkwürdigen Tag, dessen Stimmung Äbtissin Schwester Ancilla schon bei Ihrer Einladung im Voraus eindrucksvoll getroffen zu haben scheint: „Mit Wehmut und viel Dankbarkeit im Herzen verlassen wir unser Kloster in Balsbach. Viel Schönes durften wir hier erleben – viel Vertrauen Ihrerseits, viel Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit, viele herrliche (vor allem kirchliche) Feste, viel Treue, Verbundenheit und Liebe. Für alles sagen wir Ihnen ein herzliches „Vergelt´s Gott“. Gott segne Sie und lohne Ihnen Ihr Gutsein!“ Ähnlich Entsprechendes empfanden auch viele der zahlreichen Gäste, was deutlich aus den verschiedensten Begegnungen und Gesprächen zu hören war.


Herzlich, interessant und informativ waren die Begegnungen beim Klosterfest in Balsbach. (Foto: Norbert Schwing)

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