Unglückszirkus muss auch Bären abgeben

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Zirkus-Verantwortliche

Gerettet aus einem Leben hinter Gittern: Die letzte Braunbärin aus dem Circus Luna wurde in den Hochwildschutzpark Rheinböllen überführt. (Clip: Youtube/PETA)

Buchen/Stuttgart. (peta) Neues Leben ohne Qual: Vergangenen Mittwoch wurde die letzte Bärin des umstrittenen Circus Luna in den Hochwildschutzpark Rheinböllen im Hunsrück überführt. PETA Deutschland e.V. zeigt sich erleichtert über die Rettung des Tieres. Mehrere Veterinärbehörden und die Staatsanwaltschaft Stuttgart hatten dem Zirkus zuvor dutzende Versäumnisse bei der Haltung seiner Wildtiere nachgewiesen. Bereits seit Jahren setzte sich die Tierrechtsorganisation für die Herausnahme der zwei Braunbären sowie der Elefantendame Benjamin/Baby aus dem Circus Luna ein und stellte bei den Behörden zahlreiche Anzeigen wegen Haltungsmängeln. Vor wenigen Wochen ließen die hessischen und baden-württembergischen Kreisveterinärbehörden den Zirkusbetreibern eine Verfügung zur Abgabe der Tiere an eine wissenschaftlich geführte Einrichtung bis spätestens Ende Juli 2015 zukommen – eine der Bärinnen wurde jedoch Anfang Juni im Zirkus eingeschläfert.

„Wir freuen uns sehr über die längst überfällige Rettung der letzten Bärin – statt in der Manege Roller fahren und von einer hohen Rutsche hinabgleiten zu müssen, darf sie endlich ein Leben ohne Zwang und Leid führen. PETA begrüßt das Durchgreifen der Veterinärbehörden, die neben der Abgabeverfügung sogar Strafanzeige gegen die Zirkusverantwortlichen erstattet haben“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsindustrie bei PETA Deutschland e.V. „Wir fordern auch andere Amtstierärzte auf, Missstände in Zirkusbetrieben künftig konsequenter zu ahnden.“
Erst vor wenigen Wochen wurde die Elefantendame Benjamin nach der tödlichen Attacke auf einen Rentner in Buchen in einem Tierpark untergebracht (NZ berichtete)– viel zu spät, da die Gefährlichkeit verhaltensgestörter Elefanten im Zirkus seit Jahren bekannt ist und PETA die Behörden vielfach vor einem solchen Unglück mit Benjamin warnte. Nach Strafanzeige durch die Tierrechtsorganisation wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung ermittelt nun die Staatsanwaltschaft Mosbach gegen die Zirkusverantwortlichen.

Laut PETA haben Amtsveterinäre mehr als 100 Verstöße gegen Tierschutzbestimmungen bei diesem Zirkusbetrieb festgestellt. Schon im Mai 2012 teilte die Staatsanwaltschaft Stuttgart nach einer Strafanzeige von PETA mit, dass bei Circus Luna „teilweise die Vorgaben der Zirkusleitlinie nicht umgesetzt wurden“. Außerdem wurden sowohl „die Einzelhaltung des Elefanten als auch […] das zu kleine Innengehege in Verbindung mit einem fehlenden Außengehege, auch für die beiden Bären, sowie teilweise fehlendes Beschäftigungsmaterial kritisiert“.
Nur wenige Tage vor dem Tod der zweiten Bärin bei Circus Luna im Juni 2015 hatte PETA ein Video veröffentlicht, in dem zu sehen ist, wie das verhaltensgestörte Tier bei einem Gastspiel im baden-württembergischen Besigheim Ende Mai 2015 wiederholt seinen Kopf gegen den Käfigwagen schlug.

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Nach einem schrecklichen Unglücksfall, bei dem in Buchen ein Renter ums Leben kam, wurde bereits der Elefant Baby/Benjamin in einem Tierpark untergebracht. Nun musste der betroffene Zirkus aus sein letztes Wildtier abgeben. (Foto: privat)

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17 Kommentare

  1. Der Circus hat gar nichts „verursacht“. Wie aus dem Polizei und den Untersuchungs Reporten hevorgeht trift der Circus keine Schuld. Der Elfant ist durch Fremdeinwirkung frei gekommen, das heist jemand hat is frei gelassen, waere nicht ueberrascht wenn das ein Tierrechtler gewesen waere. Es waere auch nicht das erste mal das Tierrechtler Tiere „befreien“.

  2. Die Ermittlungen durch die Kriminalpolizei laufen noch: Fakt ist, dass der Elefant NICHT ausgebrochen ist, sondern wohl BEFREIT wurde! Den Circus trifft da wohl keine Schuld! Und der Circus hält diese Tiere auch nicht aus Profitgier, eher im Gegenteil: Was die Tiere kosten, wird vom eigenen Mund abgespart…Und, dass die letzte Bärin natürlich traurig über den Verlust ihrer Gefährtin ist, ist ja wohl klar…Hier geht es nicht um Tierschutz, hier wurde die Existenz einer Familie systematisch zerstört!

  3. Die Profitgier liegt hier jawohl mal ganz wo anders!
    „PETA“ beschuldigt Zirkusunternehmen der Tieqälerei um aus PROFTGIER Propaganda zu machen damit die gutgläubigen, die zu bequem sind, sich selbst ein Bild vorort zu machen, schön spenden und ins gleiche Horn blasen.
    Denn wenn jemand vorort war, weiss er, dass es den Tieren dort an nichts fehlt und überhaupt nicht einmal ansatzweise eine Tierquälerei vorliegt!
    War macht „PETA“ denn so an Tierschutz? Was findet ihr auf deren Seite außer teure Propaganda und genau dort gehen all die Spendengelder hin.

    Der Bär wurde aus freien Stücken in den Park gebracht. Damit hatte diese Tierrechtsorganisation mal GAR NICHTS zu tun. Jeder der etwas anderes behauptet lügt.
    Das sind die Fakten!

    Wer glaubt denn wirklich, dass man mit sogenannten „Wildtieren“ im Zirkus Profit machen kann? Allein der logitische Aufwand, das Futter, die Pflege und die Spezialtierärzte kosten mehr als man damit je verdienen könnte. Wer rechnen kann, sieht die Realität. Diese Tiere sind Familienmitglieder wie bei uns Hund und Katze!
    Wer das nicht sehen will, sollte sich zu dem ganzen Thema gar nicht äußern!

    Wenn all die BEHAUPTUNGEN von dieser Tierrechtsorganisation stimmen würden (oder auch nur ein Bruchteil davon) hätte der Zirkus schon lange keine „Wildtiere“ mehr gehabt! Wäre der Elefant nicht freigelassen worden, wäre kein Mensch gestorben und die Tiere hätten ihr Zuhause und vor allem ihre Menschen nicht verloren.

    „… so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsindustrie“ dazu würde mich doch mal sehr stark interessieren wer Herrn Höffken zu einem „Fachreferent“ ernannt hat und dazu noch zur „Unterhaltungsindustrie“. ?????? Dieser Haerr hatte ja schon einige Titel……….

  4. Da muss ich dir recht geben. Nicht die Tiere sind schuld an der missglückten Lage, sondern die jenigen die die Tiere so misshandeln….

  5. Schuld ist, wer den Elefant freigelassen hat und das war nicht der Circus. Schuld ist wer die Leute aufhetzt Tiere freizulassen. Dieser Unfall hätte auch mit einem Bullen aus der Landwirtschaft oder einem Pferd passieren können. Die Schuldigen sitzen nicht im Circus sondern….

  6. neeeiiin der cirkus ist nicht schuld,der elefant brauchte doch keine aufsicht,er kennt ja seien platz-und die bärin ist nur verhaltensgestört weil es ihr anscheinend zu gut ging bei dem cirkus.was für eine denk weise haben manche leute,sowas darf nicht passieren und die halter sind für ihre tiere verantwortlich,und manche leute sollten keine tiere halten dürfen..was ich daraus sehe,habe ich die gleiche meine wie schon jemand hier,geld ist das wichtigste und viel davon,für manche.die armen tiere sind auf ihre halter angewiesen und müssen immer darunter leiden wenn sie in falsche hände kommen,sowas tud weh

  7. ..kein Tier,sollte je noch in einem Zirkus ‚drangsaliert ‚werden! wann hört das endlich auf!?

  8. Fakt ist mal auf jeden Fall, dass Wildtiere nichts in einem Zirkus zu verloren haben.

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