Leichter Anstieg der Arbeitslosenzahlen

Saisonal bedingt höhere Jugendarbeitslosigkeit

(pm) Im Juli ist die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk im Vergleich zum Vormonat um 377 gestiegen. Aktuell sind 10.895 Menschen arbeitslos gemeldet.

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Die Arbeitslosenquote, also der Anteil der Arbeitslosen an allen zivilen Erwerbspersonen, liegt im Juli bei 3,3 Prozent (Plus 0,1). Die Arbeitslosenquote in Baden-Württemberg beträgt 3,8 (Plus 0,1) Prozent.

„Der Juli bringt wie erwartet steigende Arbeitslosenzahlen mit sich. Diese Entwicklung ist für den Juli typisch, es melden sich vermehrt Jugendliche nach beendeter Schul- oder Berufsausbildung vorübergehend arbeitslos. Kurz vor den Sommerferien ist es üblich, dass viele Unternehmen neue Arbeitsverträge erst nach der Sommerpause abschließen“, so Thekla Schlör, Leiterin der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim. „Insgesamt ist der Arbeitsmarkt in der Region aber sehr stabil. Der Blick vieler Akteure liegt jetzt auf dem Ausbildungsmarkt.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist weiterhin hoch. Insgesamt waren im Juli 5.391 offene Stellenangebote bei der Agentur für Arbeit gemeldet, das sind 364 mehr als im Vormonat und 904 mehr als im Juli 2014. Betriebe haben dem Arbeitgeberservice  im Juli 1.532 neue Stellen gemeldet.

Im Landkreis Schwäbisch Hall ist die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte auf 3,4 Prozent gestiegen. Es wurden im Juli 3.731 Arbeitslose gezählt, 123 mehr als im Juni. 1.019 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 892 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 536 Stellenangebote gemeldet (Juli 2014: 492). Der Bestand an Stellenangeboten lag zum Stichtag bei 1.694.

Im Hohenlohekreis liegt die Arbeitslosenquote bei 3,0 Prozent (Plus 0,2). Es wurden im Juli 1.934 Arbeitslose gezählt. Das sind 108 Menschen mehr als im Juni. 481 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos und 377 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 221 Stellenangebote im Juli aufgegeben (Juli 2014: 291). Der Bestand an Stellenangeboten insgesamt lag zum Stichtag bei 956.

Die Arbeitslosenquote im Main-Tauber-Kreis liegt bei 3,1 Prozent (Vormonat 3,0 Prozent). Im Juli waren 2.293 Menschen arbeitslos gemeldet, 89 mehr als im Vormonat. 668 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 578 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 482 Stellenangebote gemeldet (Juli 2014: 416). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 1.765.

Im Neckar-Odenwald-Kreis liegt die Arbeitslosigkeit bei 3,7 Prozent (Vormonat 3,7 Prozent). Es waren im Juli 2.937 Menschen arbeitslos gemeldet, 57 mehr als im Vormonat. 654 Menschen meldeten sich neu oder erneut arbeitslos, 602 Menschen beendeten die Arbeitslosigkeit.

Arbeitgeber haben 293 Stellenangebote gemeldet (Juli 2014: 274). Der Bestand an Stellenangeboten liegt insgesamt bei 976.

Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim waren im Bereich der Grundsicherung (Rechtskreis SGB II) 5.669 Arbeitslose gemeldet, 68 mehr als vor einem Jahr (Veränderung: Plus 1,2 Prozent). Zum Vergleich: im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Rechtskreis SGB III) ist die Zahl der Arbeitslosen um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat gefallen.

Der Anteil der Arbeitslosen aus dem Bereich der Grundsicherung (SGB II) am gesamten Bestand beträgt 52,0 Prozent (Juli 2014: 50,9 Prozent).

Beim Jobcenter im Landkreis Schwäbisch Hall waren zum Stichtag im Juli 2.034 Arbeitslose registriert (Juni: 2.023). Die Arbeitsagentur betreute im Haller Landkreis 1.697 Arbeitslose (Juni: 1.585).

Von den 1.934 Arbeitslosen im Hohenlohekreis wurden 1.005 vom Jobcenter Hohenlohekreis betreut (Juni: 956). Bei der Geschäftsstelle der Arbeitsagentur im Hohenlohekreis waren zum Stichtag im Juli 929 Arbeitslose registriert (Juni: 870).

Von den 2.293 Arbeitslosen im Main-Tauber-Kreis wurden 1.148 vom Jobcenter Main-Tauber betreut (Juni: 1.174). Bei den Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Main-Tauber-Kreis waren 1.145 Arbeitslose registriert (Juni: 1.030).

Beim Jobcenter im Neckar-Odenwald-Kreis waren zum Stichtag im Juli 1.482 Arbeitslose registriert (Juni: 1.504). Die Geschäftsstellen der Arbeitsagentur im Neckar-Odenwald-Kreis betreuten 1.455 Arbeitslose (Juni: 1.376).

In wenigen Wochen beginnt das neue Ausbildungsjahr, viele Bewerber haben ihren Ausbildungsvertrag bereits in der Tasche oder ihren Schulplatz sicher. Der Ausbildungsmarkt hat sich in den letzten Jahren zu einem Bewerbermarkt entwickelt. „Das Angebot und die Nachfrage in bestimmten Berufen klaffen weiter auseinander oder die Qualifikation der Bewerber passt nicht zu den Anforderungen des Ausbildungsberufes. So bleiben zu viele Stellen  unbesetzt“, erklärt Thekla Schlör. „Um diese Lücke zu schließen, werden wir zusätzlich das neue Konzept der Assistierten Ausbildung (AsA) einsetzen.“

Konkret bedeutet das: Jugendliche werden in Betrieben noch vor Beginn und während der gesamten Ausbildungszeit begleitet. Gleichzeitig werden die Betriebe organisatorisch und administrativ bei der Ausbildung benachteiligter Jugendlicher unterstützt. Unternehmen können hierbei nicht nur ihr soziales Engagement unter Beweis stellen, sondern gewinnen durch die Assistierte Ausbildung auch ihre Fachkräfte von morgen. „Wir versprechen uns von diesem neuen Ansatz, dass mehr betriebliche Ausbildungsverträge zustande kommen, Ausbildungsverhältnisse stabilisiert und Abbrüche verhindert werden“, erläutert die Agenturleiterin.

 „Für die Jugendlichen, die sich jetzt noch für eine Ausbildung entscheiden, sieht es gut aus, denn sie können auch kurz vor Ausbildungsbeginn 2015 zwischen vielen Berufen und Betrieben wählen“, so Thekla Schlör.

Seit Oktober 2014 meldeten sich 3.820 Bewerber für eine Ausbildungsstelle, das sind 3,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich wurden von Arbeitgebern 5.374 Berufsausbildungsstellen gemeldet, das entspricht einem Plus gegenüber dem Vorjahr von 6,8 Prozent. Der statistische Berichtszeitraum für den Ausbildungsmarkt läuft in Anlehnung an den üblichen Ausbildungsbeginn vom 1. Oktober bis zum 30. September.

 

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