Jagst: Acht Tonnen tote Fische

Einsatzstab regelt Maßnahmen auf Brandstelle in Lobenhausen
 Kontaktdaten auf der Internetseite des Landratsamts abrufbar

 
 
 
 
 Dem Fachbereich Wasserwirtschaft des Landratsamts liegen am Morgen neue Wasserproben in der Jagst im Bereich der Stadt Langenburg vor, die nach wie vor enorm hoch sind.
 
 Der Ammonium-Wert ist ab 0,5 bis 1 mg/l tödlich für Fische und andere Lebewesen in der Jagst. Normal ist ein Wert in der Jagst mit 0,04 mg/l. Bei Nitrat liegt der Grenzwert für Trinkwasser bei 50 mg/l. Eine Tabelle der Messwerte entlang der Jagst im Kreisgebiet wird auf der Internetseite des Landratsamts veröffentlicht.
 
 Die Trinkwasserversorgung war zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Das Trinkwasser und die entsprechenden Brunnen der Städte Kirchberg/Jagst und Langenburg werden laufend kontrolliert. Die Ammonium-Werte im Trinkwasser liegen aktuell im Schnitt bei 0,04 mg/l.
 Der Grenzwert laut Trinkwasserverordnung liegt bei 0,5 mg/l.
 Von dem kontaminierten Wasser geht für den Menschen keine akute Gesundheitsgefährdung aus. Das Gesundheitsamt empfiehlt dennoch den Hilfskräften, die verendete Fische absammeln, Schutzkleidung und Handschuhe zu tragen, da es zu leichten Hautreizungen kommen kann.
 
 Erste Ergebnisse der Laboruntersuchung des Jagstwassers werden im Lauf des Nachmittags erwartet. Das Landratsamt wird hierüber weiter informieren. Das beauftragte Labor untersucht das Wasser insbesondere auf Schwermetalle, Chemischen Sauerstoffbedarf (CSB), Biologischen Sauerstoffbedarf (BSB), Ammonium, Nitrat, Nitrit, Phosphat, Dioxin und Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).
 
 Beim regelmäßig zusammenkommenden Krisenstab des Landratsamts Schwäbisch Hall liegt jetzt das Hauptaugenmerk auf der Brandstelle in Kirchberg-Lobenhausen und dem dortigen Mühlkanal. Ein Einsatzstab aus Fachleuten der Wasserwirtschaft und des Gesundheitsamtes ist vor Ort, überwacht die Lage und koordiniert die weiteren Maßnahmen, auch übers Wochenende. Vorrangig ist abzusichern, dass keine weiteren Verunreinigungen in die Jagst gelangen. Dazu wird noch kontaminiertes Wasser abgepumpt und die Brandstelle gereinigt. Auch über die am Sonntag bereits getroffenen baulichen Maßnahmen hinaus werden weitere Baumaßnahmen geprüft, um die Lage vor Ort zu sichern. Die Brandrückstände werden abtransportiert und einer sicheren Entsorgung zugeführt. Auf der Brandstelle waren ca. 80 bis 100 Tonnen Kunstdünger gelagert. Mit Dünger verunreinigtes Löschwasser gelangte in der Brandnacht 22./23.08.2015 auf noch ungeklärtem Weg in das Jagstwasser. Die Ursachenermittlung kann erst dann aufgenommen werden, wenn die Brandstelle technisch so gesichert ist, dass kein kontaminiertes Material mehr in die Jagst gelangt.
 
 Die Entsorgung der eingesammelten toten Fische und anderer Arten aus der Jagst ist geregelt. Die betroffenen Fischereivereine sammeln die Tiere in Behältnissen und Containern, die bei besonders hohem Bedarf auch über das Veterinäramt und die Tierkörperbeseitigung in Schwäbisch Hall-Sulzdorf zur Verfügung gestellt wurden. Die Kadaver der toten Tiere werden verbrannt, so dass sie nicht wieder, z. B. über Tierfutter, in die Nahrungskette zurückgelangen. Die Gesamtmenge der verendeten Tiere wird aktuell auf mindestens acht Tonnen geschätzt. Die Kosten für die Entsorgung trägt das Landratsamt.
 Sollten vor Ort Probleme bezüglich der Entsorgung auftreten, steht das Veterinäramt zur Verfügung. Die Kontaktdaten sind auf der Internetseite des Landratsamts veröffentlicht.
 
 Die Fische, die den Unglücksfall überlebt haben, sollen bis auf Weiteres nicht gegessen werden. Das zuständige Veterinäramt Schwäbisch Hall wird nach Analysen in den nächsten Wochen informieren, ab wann ein Verzehr wieder möglich ist.
 
 Freiwillige Helferinnen und Helfer, die beim Einsammeln der verendeten Fische unterstützen wollen, können sich an die Anrainerstädte Kirchberg/Jagst, Ilshofen, Gerabronn und Langenburg wenden. Die Telefonnummern stehen ebenfalls auf der Internetseite des Landratsamts bereit.
 
 Für Fragen von Bürgerinnen und Bürgern steht nach wie vor die Bürgerreferentin des Landratsamts, Christina Ilg, Tel. 0791/755-7841, zur Verfügung.
 
 
 Infos im Internet:
 www.lrasha.de
 
 

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3 Kommentare

    • „nur der mensch“ … esoterikgeschwätz. eine kuh kann eben keine atombombe bauen, aber nicht weil sie so lieb ist, sondern weil sie zu doof ist.

      nie mehr? falsch, es dauert nur viele jahre.

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