Seckach: 25 Jahre Partnerschaft mit Bukuumi

Rückblick auf die Entwicklung des Waisenhauses und des Kindergartens

Seckach. (lm) So bunt, fröhlich, vertrauensvoll und geprägt von unglaublichem Teamgeist und tiefem Glauben wie sich die 25-jährige Partnerschaft zwischen der Seelsorgeeinheit – jetzt römisch-katholische Kirchengemeinde – Adelsheim, Seckach, Osterburken und Bukuumi in Uganda entwickelt hat, so gestaltete sich auch der Gottesdienst in der Pfarrkirche „St. Sebastian“ in Seckach anlässlich des Silberjubiläums. Pfarrer Andreas Schneider hatte neben Pfarrer Rudolf Bschirrer und Diakon Josef Depta auch die Pfarrer Ponsaiano Kesembo und James Aliomu als Mitzelebranten eingeladen, wobei letztere zusammen mit Karl-Heinz Dörsam und Victoria Asiimwe den Gottesdienst musikalisch auf Suaheli – begleitet von Trommeln und Gitarre – ebenso bereicherten wie der junge Kirchenchor Jezimus unter Dirigent Wilfried Ackermann in gewohnt abwechslungsreicher Manier.

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Anstelle einer Predigt ging Karl-Heinz Dörsam als Motor des Bukuumi-Teams in einem informativen Rückblick auf die Entwicklung des dortigen Waisenhauses und des Kindergartens in den letzten 25 Jahren ein. Dabei dankte er allen ehemaligen und noch amtierenden Mitstreitern für deren unermüdlichen persönlichen und finanziellen Einsatz in dieser Zeit, ohne den dieses große Werk niemals zustande gekommen wäre. Die Freundschaft zu der Diözese Hoima in Uganda begann nach dieser Chronik eigentlich 1985 mit dem freundlichen Mons. John Kabyanga, der als Urlaubsvertretung für Pfarrer Bschirrer in kürzester Zeit die Zuneigung und Freundschaft der Menschen in den Gemeinden der Seckacher Pfarrei gewann. Daraus entwickelte sich in den Folgejahren eine ständige Urlaubsvertretung und erstmals 1991 ein Gegenbesuch von Pfarrer Bschirrer und Karl-Heinz Dörsam in Uganda, wo die beiden mit unbeschreiblicher Herzlichkeit von den Geistlichen und den Christen ihrer Gemeinden empfangen wurden.

Sie lernten das Catechumens-Projekt in Bukuumi kennen. Der gute Wille der Verantwortlichen konnte aber nicht über die erschütternden Lebensbedingungen und Wohnverhältnisse der Kinder hinwegtäuschen. Nach einem fürchterlichen jahrzehntelangen Bürgerkrieg waren die Menschen entwurzelt, traumatisiert und bitter arm. Viele Kinder hatten ihre Eltern verloren oder waren Kindersoldaten. Bis heute geht der Aufbau des Landes nur langsam voran. Während in den Städten trotz Korruption  ein leichtes Aufwärts spürbar ist, können sich die Menschen im ländlichen Raum ausschließlich auf die Kirche stützen. Die Seckacher nahmen sich des Catechumens-Projekts an. Aus dem baufälligen Haus, in dem Kinder überwiegend auf dem Boden schliefen und die sanitären Anlagen diesen Namen sicher nicht verdienten entwickelte sich dank der finanziellen Hilfe aus dem Bauland ein Kinderdorf mit einer neuen Kirche, und alles stand auf einer soliden Basis.

Fotoserie zum Artikel – (Fotos: Birgit Schäfer)

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Doch mit dem Weggang des kompetenten Pfarrer Joseph gab aufgrund ständigen Priesterwechsels einen tiefen Einbruch in der Partnerschaft, weil die Kommunikation kaum mehr funktionierte. Der Frust über die fehlenden Ansprechpartner entfremdete auch viele Seckacher Ehrenamtliche. Lediglich Karl-Heinz Dörsam, dem der Gedanke an die hilfsbedürftigen Kinder in Bukuumi keine Ruhe ließ, gab nicht auf und fand nach eigenen Aussagen „mit Gottes Hilfe“ Unterstützung einer großen Helfergruppe aus Götzingen und Eberstadt, die mit einem Mammut-Arbeitseinsatz 2011 den Grundstein für einen alljährlichen Arbeitseinsatz des neu gegründeten „Organisationsteams Bukuumi“ legten. Inzwischen konnte die Anlage auf eine stabilere Basis mit effektiv funktionierender Struktur gestellt werden. Es wurde viel saniert und gebaut, darunter auch zwei Wasser-Zisternen, Toiletten und Waschgebäude, neue Dachbleche und es gibt nun vier 8.000 Liter-Tanks sowie Solarbeleuchtung für alle Räume und im Außenbereich.

Das Orga-Team stemmt in absolut ehrenamtlicher Verwaltungsarbeit dank großer Spendenfreudigkeit den Jahresetat von 15 bis 20.000 Euro, der außerdem der Kontrolle des Stiftungsrates der Seelsorgeeinheit unterliegt. Zusätzlich helfen immer wieder für einige Zeit dort aus, wie sich auch Mirjam Biermaier aus Seckach ab August für einige Monate einbringen wird. Wie dankbar die Menschen aus Bukuumi für die Hilfe aus Seckach sind, dokumentierte die in perfektem Deutsch vorgetragene Dankesrede von Pfarrer James Aliomu, der kein Wort Deutsch kann. Pfarrer Andreas Schneider sah die Einheit im Glauben als Ausdruck einer gemeinsamen Sprache, auch von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Sprachräumen.

 

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