Schwarzach: Verkehrswende braucht gute Ideen

MdB Matthias Gastel kennt Probleme und arbeitet an Lösungen für den ländlichen Raum

Schwarzach/Neckarelz. (pm) Nur auf den ersten Blick ist barrierefreie Mobilität ein Nischenthema: Im Neckar-Odenwald-Kreis mit seinen großen Behinderteneinrichtungen beschäftigen sich viele damit, wie Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, dennoch in der Region unterwegs sein können. Zu dieser Gruppe gehören in Zeiten des demografischen Wandels auch immer mehr Ältere, deren Probleme und Anforderungen im öffentlichen Verkehr der bahnpolitischen Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, Matthias Gastel (MdB), im Blick hat.

Werbung

Auf Einladung der Grünen Landtagskandidatin Simone Heitz und des Leiters der Einrichtung, Manfred Amend, hat Gastel jetzt den Schwarzacher Hof besucht. Im Gespräch mit Bewohnern wurde deutlich, wie mühsam sich Behinderte, zumal als Rollstuhlfahrer, im öffentlichen Nahverkehr bewegen: Häufig sei der Buszustieg nicht möglich und die Stadtbahn sei für eingeschränkt mobile Menschen ohne zusätzliche Rampen gar nicht nutzbar – was auch ältere Menschen oder Eltern mit Kinderwägen betrifft.


Im Anschluss an den informativen Besuch erklärte Matthias Gastel in einer öffentlichen Veranstaltung in Neckarelz seine Sicht auf die Verkehrswende. Dabei bewegte er sich zwischen der These, dass Verbrennungsmotoren keine Zukunft haben werden und der Verkehrs-Realität. „Autos werden nicht aus dem ländlichen Raum verschwinden“, weiß er – und hält doch für wichtig, E-Mobilität überall zu ermöglichen. Erst dann könne die von Grün-Rot geforderte Verkehrswende als ein wichtiges Element zum Klimaschutz beitragen. Gleichzeitig seien Innovationen im öffentlichen Verkehr gefragt, die getestet und im Abgleich mit der Praxis weiterentwickelt werden müssen. Mutmachende Beispiele aus ganz Deutschland, von Usedom bis in den Südschwarzwald, stellte der Verkehrsexperte vor, darunter regionale Bahnstrecken, die sich rentieren und deutliche Fahrgastzuwächse haben, sei es, weil sie sich an Pendlerverkehren orientieren, das Umfeld von Großstädten attraktiv bedienen oder intelligent und zeitgünstig als Zulieferer für Fernverkehrsstrecken funktionieren.

Oder Züge in Ferienregionen, die neben dem Alltagsverkehr touristische Bedürfnisse abdecken. Oder Linienbusse, die gering ausgelastete Fahrten mit Gütertransporten ausgleichen. Oder technische Neuerungen, die Fahrrad und ÖPNV besser als bisher verbinden. In Neckarelz blieb die harsche Kritik an Verschlechterungen bei der Bahnverbindung nach Stuttgart auch bei diesem Politikerbesuch nicht aus. Die Probleme auf der Neckartalstrecke, auf die die Kreisgrünen lange vor dem Stadtbahnausbau hingewiesen hatten, offenbaren sich sämtlich als zutreffend, konstatierte Simone Heitz. Gemeinsam mit Vorstandssprecher Hans-Detlef Ott betonte sie, dass die Grünen Verständnis für die Unzufriedenheit der Pendler haben. Allerdings brauche es Zeit, diese zu lösen und, endlich, die Einsicht, dass Verkehrsverbünde sich kundenfreundlicher aufstellen müssen. Übergeordnete Faktoren wie Verkehrsverträge oder die Festlegung von Trassenpreisen erklärte Gastel.

Simone Heitz mit MdB

Unser Bild zeigt die Landtagskandidatin Simone Heitz mit MdB Matthias Gastel. (Foto: pm)

© www.NOKZEIT.de


Artikel empfehlen: