Mosbach: Bewegungsminister und Schöpfungsfreundin

Urchristlicher Wert der Nächstenliebe wird ignoriert
 
 Mosbach. (ots) Was Landtagskandidatin Simone Heitz, Neckar-Odenwald-Kreis, und Winne Hermann bei seinem Besuch in Mosbach vor ihren Stellungnahmen zu Verkehrsfragen einte, waren eindringliche Worte zum Flüchtlingsthema, das alle politischen Diskussionen derzeit bestimmt. „Bitter“ fanden beide, wie sehr die Debatten der letzten Wochen und Monate den urchristlichen Wert der Nächstenliebe ignorieren und den hohen humanitären Anspruch, der in unserem Kulturkreis maßgeblich sein sollte, hintan stellen. Zwischen Geschichtsvergessenheit und unreflektiertem „Hurra“ müsse die internationale Politik Lösungen finden, wie man mit Migrationsbewegungen umgehe. „Alle müssen mit allen sprechen“, mahnte Hermann. Als Verkehrsminister würde er gern ein Tempolimit für voreiliges Sprechen verhängen und mehr Nachdenken empfehlen.

Die nächste globale Fluchtursache „Klimawandel“ sah er in direktem Zusammenhang mit motorisiertem Individualverkehr und plädierte für die Verkehrswende. Allein in Baden-Württemberg generiere Verkehr mehr als 30 Prozent der Treibhausgase. Um diesen Ausstoß zu reduzieren, sei eine revolutionäre Transformation nötig – eine neue Autogeneration unter Einbeziehung von E- Mobilität müsse gefördert werden, im ÖPNV sei eine intensive Vernetzung der Verkehrsmittel unter Einbeziehung moderner Kommunikationstechnik das Ziel – neben einem stabilen, komfortablen Stundentakt auf der Schiene und entsprechenden andockenden Verkehrsarten.
Stärkere Beachtung gebühre dem Rad- und Fußgängerverkehr. Radkultur ist deshalb Hermanns Stichwort. Er wehrte sich auch in Mosbach gegen den Vorwurf, er vernachlässige den Autoverkehr gegenüber dem Radfahren. Bei weniger als zehn Prozent Radverkehrsanteil bei Regierungsantritt der Grünen habe er Handlungsbedarf gesehen, der anhält. Was den Straßenbau betrifft, so steht er unerschüttert zu dem Ziel, „Sanierung vor Neubau“. Nachdem jahrelang Landesstraßen verlotterten, habe sich Grün-Rot in Baden-Württemberg der Nachhaltigkeit im Verkehrswegebau verschrieben und sei dabei, den unter der CDU verursachten Sanierungsstau aufzulösen.
 
Simone Heitz hatte bereits zuvor erklärt, dass in der Grün-Rot geführten Legislatur allein in den Neckar- Odenwald-Kreis 500.000 Euro pro Jahr mehr in den Straßenverkehr geflossen seien als unter der Vorgängerregierung.
 
Den realen Verkehrsstaus will Hermann mit intelligenten Mobilitätskonzepten begegnen. Das E- Car2go ist dabei nur ein Beispiel-Projekt, das schon erfolgreich praktiziert wird. Die spezifische Problematik, dass sich mit der Stadtbahn Nord die Zugverbindungen auf der Neckartalstrecke verschlechtert haben, brachten die Besucher beim Mosbacher Auftritt Hermanns wiederholt zur Sprache.
 
Die Aspekte „zu kurze Umsteigezeiten“, „verpasste Anschlüsse“, „schlechte Informationspraxis für Fahrgäste“ oder „lange Wartezeiten für Pendler“ kennt er. Die Bahn habe verstanden, dass „wieder pünktlich werden“ höchste Priorität habe. Neuerdings würden zum Beispiel Verspätungen netzbezogen berechnet, Anreize zum Besserwerden seinen gesetzt. Die Fehler, die gerade in der Verknüpfung des Schienenverkehrs zwischen den unterschiedlichen Schienensystemen in der Region passiert seien, würden aufgearbeitet, fordern aber weiter Geduld: „in dem Bereich gehe nichts schnell“. Für die Zeit, wenn Stuttgart 21 ein funktionierendes Bahnhof wird, plane man jetzt eine Infrastrukturoffensive, denn vom Knotenpunkt Stuttgart aus seien in Zukunft neue Verkehrs-Kettenreaktionen vorauszusehen und zu planen.

Als Wahlkämpfer an unterschiedlicher Position warben „Bewegungsminister Winne Hermann und Schöpfungsfreundin Simone Heitz“ im Schulterschluss für eine weiter grüne Landesregierung. Gerade auch für die langen Prozesse in der Verkehrspolitik sei jetzt Kontinuität wichtig, damit ab 2017 die Segnungen Grüner Arbeit fruchten.

Die grüne Landtagskandidatin Simone Heitz mit Verkehrsminister Winfried Hermann. (Foto: pm)

Infos im Internet:

www.gruene-bw.de/wahlen/kandidatin-simone-heitz-landtagswahlkreis-neckar-odenwald/

© www.NOKZEIT.de


Werbung

Artikel empfehlen:

Schulklassen schauen hinter Opern-Kulissen

Hinter den Kulissen: Eine Schulklasse besucht die Schlossfestspiele. Spannende Einblicke gaben im vergangenen Jahr unter anderem Musicaldarstellerin Ines Hengl-Pirker, Regisseur und Schauspieler Michael Gaedt, Intendant [...]

Robinien verschwinden aus Kaltenbrunn

Bäume müssen aus Sicherheitsgründen gefällt werden Kaltenbrunn. (pm) Drei ortsbildprägende Robinien in Walldürn-Kaltenbrunn müssen am kommenden Montag gefällt werden. Nachdem bei einem Gewittersturm auffällig viele Äste [...]

B 37: Trunkener Fahrlehrer verursacht Unfall

(Symbolbild: Pixabay) Zwingenberg. (ots) Aufgrund eines auf die Fahrbahn gefallenen Holzstückes leitete ein 58-jähriger Fahrlehrer, der am Mittwochvormittag zusammen mit einer Fahrschülerin auf der B 37 [...]