Steinbach: Champs-Élysées offiziell übergeben

Dorfgemeinschaft lässt sich nicht unterkriegen

 Steinbach. (lm) Als „echtes Schmuckstück“ und damit auch als „Champs-Élysées von Steeboch“ bezeichnete Landrat Dr. Achim Brötel die Prof. Albert-Straße im Rahmen ihrer offiziellen Übergabe. Dass bei diesem 18 Monate währenden Großprojekt mit dem Volumen von fast 2,5 Mio. Euro aber auch erhebliche Summen in die Sanierung von Seitenstraßen, in die Dorfgestaltung und nicht zuletzt in die Steinbacher Unterwelt geflossen sind, sei der Umsicht von Bürgermeister Dr. Rippberger, Ortsvorsteher Georg Moser, Verwaltung und Gemeinderat zu verdanken gewesen.

Ein eingespieltes Team, dem es auch gelungen sei, über eine 1 Million Euro aus öffentlichen Töpfen des Landes für diese Maßnahme aus dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz, aus Förderrichtlinien Wasserwirtschaft und natürlich aus dem Gemeindeausgleichstock zu erhalten. „Ohne diese Unterstützung wäre so etwas definitiv nicht gegangen“, ergänzte der Landrat und bestätigte die Aussagen von Bürgermeister Dr. Rippberger und von Ortsvorsteher Georg Moser aus Sicht der Gemeinde.

Was vor rd. 20 Jahren als „Deckensanierung“ durch die Steinbacher gewünscht war, wertet nun rundumsaniert das Ortsbild von Steinbach und jede einzelne Immobilie im Ort deutlich auf. Dabei hatte das Planungsbüro Walter und Partner aus Adelsheim seit der ersten Planung 2007 bis zur Genehmigung der Fördermittel im Jahr 2014 viel Flexibilität bewiesen. Selbstverständlich hat dieses „Jahrhundertwerk“ mit Eigenmitteln der Gemeinde in Höhe von 1,332 Mio. Euro den Haushalt der letzten beiden Jahre stark belastet und enorme Anstrengungen abverlangt, dennoch konnte den Zusatzwünschen des Steinbacher Ortschaftsrates um Sanierung der Brücke am Steinbächlein, Erneuerung der Quellwasserleitung sowie der Deckenerneuerung der Poststraße entsprochen werden, vor allem weil auch die Dorfgemeinschaft selbst sich beteiligt und für die Brunnenanlage 9.500 Euro gespendet hatte.

Die komplette Vorgeschichte, Realisierung und alle statischen Werte samt ausführlicher Bilddokumentation hat die Gemeinde als Broschüre für alle Interessierten aufgelegt. Doch das Wichtigste erfuhr man im Rückblick von Dr. Norbert Rippberger, ebenso wie in den Grußworten und Erläuterungen von Georg Moser, Edgar Kraft als Geschäftsführer des Planungsbüros Walter und Partner, Bernd Mackmull als Geschäftsführer der ausführenden Baufirma August Mackmull sowie Landrat Dr. Achim Brötel, die das harmonische, kompetente und geduldige Miteinander von Planern, Gemeinde- und Ortschaftsverwaltung, Bau ausführenden Firmen und Bevölkerung während der letzten 18 Monate Großbaustelle deutlich und von allen Seiten dankbar betonten.

Fotoserie zum Artikel – Fotos: L. Merkle

Ebenso hervorgehoben wurde der Stellenwert dieser Großmaßnahme, die nicht nur Feuerwehr, Dorfgemeinschaftshaus, zwei Kirchen, Seniorenheim und Friedhof durch den Ausbau der 1.200 Meter langen Prof.-Albert-Straße besser miteinander verbindet, sondern auch die Lebensqualität erheblich steigert. Zunächst durch die neu verlegten und geordneten Abwasserleitungen sowie den Austausch und die Aufdimensionierung der Wasserleitung inklusive der Leerrohre für die nachgelagerte Breitbandversorgung. Der Gehweg wurde von der Kreisstraße bis zum Ortsausgang durchgängig frost- und tragsicher hergestellt, die Entwässerung neu geordnet, die Oberfläche begradigt, Einmündungsbereiche wurden entschärft und die seitlichen Randbereiche neu dorfgerecht gestaltet.

Dafür wurden rd. 5.500 Kubikmeter Erde in ca. 800 LKW-Ladungen bewegt. Vor allem Ortsvorsteher Georg Moser zeigte sich im Namen der Dorfgemeinschaft und des Ortschaftsrates dankbar gegenüber allen Wegbegleitern finanziell und planerisch im Vorfeld der letzten 18 Monate und ebenso kompetent wie flexibel agierend während dieser Baumaßnahme. Sein Dank galt aber auch der Dorfgemeinschaft für die Umsetzung des Straßenfestes, dessen Erlös zur Verwirklichung eines generationenübergreifenden Dorfplatzes verhelfen soll.

Dass die Organisation desselben dem hohen persönlichen Einsatz von Georg und Elfriede Moser geschuldet war, erfuhr man von Alexander von Wedel, der den beiden im Namen der Dorfgemeinschaft dankte. Den musikalischen Rahmen der offiziellen Straßenübergabe gestaltete gekonnt und würdevoll das Odenwälder Parforcehornensemble unter Leitung von Dr. Edmund Link. Mit dem Lied „Dies ist ein großer Tag“ setzte der Kirchenchor „St. Martin“ die gesungene Überschrift über den kirchlichen Segen durch Pfarrer Klaus Vornberger, der mittels Andacht und Weihwasser für die Sicherheit der Menschen von Unfällen und Gefahren auf dieser Straße betete.

Die Dorfgemeinschaft von Steinbach ließ sich nicht unterkriegen, zeigte Geschlossenheit, Gelassenheit, viel Humor und zog trotz widrigster Wetterverhältnisse mit großem Erfolg ihr gut organisiertes Straßenfest durch. Erstens hatte man nach der immensen Baumaßnahme in der Prof.-Albert-Straße wirklich jede Menge gute Gründe zum Feiern und zweitens soll der Erlös dieses Festes dem Dorf einen Platz unterhalb des Dorfgemeinschaftshauses „Alte Schule“ bescheren, der für alle Generationen ein interessant gestalteter Treffpunkt werden soll.

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„Trums Alive“ im Regen und mit viel Spaß und Gelächter, Traktoren und landwirtschaftliche Gerätschaften lockten die Besucher auch im Nieselregen und selbst der Hochseilgarten konnte sich vor interessierten Besuchern und „Testern“ kaum retten. „Eingeläutet“ wurde der Festbetrieb bereits am Samstagabend mit dem grandiosen Konzert von „Borderline“, die Steinbach im wahrsten Sinn des Wortes rockten und für ein mehr als gut gefülltes Festzelt samt Außenbereich sorgten. Grundsätzlich hielt das vielseitige Rahmenprogramm des darauf folgenden Festsonntags, was versprochen war und bescherte allen Altersgruppen einen kurzweiligen und angenehmen Aufenthalt.

Vor allem während der regenfreien Pausen füllten sich die Plätze vor den zahlreichen Angeboten im Nu und entschädigten die zahlreichen Helfer der Dorfgemeinschaft für die „nassen Pausen“. Schließlich gab es so ziemlich alles, was das Herz, der Magen und die Seele begehren könnte. Zu zahlreichen Infoständen – auch von den Geopark Vorort-Begleitern, gab es Führungen bzw. Vorführungen im Haus Theresa, in der St. Martinskapelle, bei der Feuerwehr und den Motorradfreunden Steinbach, man konnte sich im Bogenschießen, bei der Schluchtüberquerung, im Hochseilgarten oder im Mountainbike Skill-Parcours des Eventureparks versuchen oder informieren über Homöopathie, Steinbach früher und heute oder Baumpflege und Forstdienstleistungen. Da gab es viele verschiedene Kulinarische Besonderheiten der Region zu verkosten, z.B. auch in dem neu öffnenden eventure-Biergarten inkl. Gewölbekeller und Seminarscheune.

Die Seniorenresidenz Haus Theresa nutzte die Gunst der Stunde zu Führungen durch den Neubau und Infos über Neuerungen in der Pflege, bereichert durch „Ernährungsberatung“ von Seiten der Mudauer Bären—Apotheke. Als besondere Attraktion boten Ortschaftsrat und das Bürger-Helferteam eine wirklich interessante Tombola an, deren Erlös – wie alle Einnahmen aus diesem Event – zur Verwirklichung eines generationsübergreifenden Dorfplatzes zum Wohlfühlen und zum gesellschaftlichen Zeitvertreib fließt, der nach dem Willen des Ortschaftsrates zwischen der „Alten Schule“ und der Seniorenresidenz Haus Theresa entstehen soll.

Prof Alb Str0611 006

(Foto: Liane Merkle)

© www.NOKZEIT.de


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2 Kommentare

  1. Da ist viel Geld in die Steinbacher Unterwelt geflossen, schreibt ihr? Ja, verdient denn die Mafia jetzt auch schon bei den Bauprojekten in unseren Dörfern mit???

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