Großeichholzheim: Ökumene neu vereinbart

(ots)
 Großeicholzheim. (lm) Der mittlerweile 10. und damit eindeutig schon traditionelle „ökumenische Gottesdienst am Hohen Kreuz“ musste zwar wetterbedingt kurzfristig in die evangelische Laurentiuskirche verlegt werden, aber das schmälerte das besondere „Geburtstagsgeschenk“, das sich die beiden örtlichen Kirchengemeinden ausgedacht hatten in keiner Weise.
 
 So eröffnete die Großeicholzheimer Bläsergruppe unter Leitung von Thomas Ludwig den außergewöhnlichen Gottesdienst mit feierlichen Fanfarenklängen und ersetzte auch im weiteren Verlauf die Orgel. Den gesanglichen Rahmen bereicherte der Männergesangverein Großeicholzheim unter Stabführung von Klaus Bayer.
 
 Wie Pfarrer Ingolf Stromberger erklärte, wollen die beiden Kirchengemeinden mit dem evangelischen Ältestenrat und dem katholischen Gemeindeteam mittels Unterzeichnung von „Ökumene am Ort – Lokale Vereinbarung für die ökumenische Zusammenarbeit in Großeicholzheim“ vertraglich bekräftigen, was sie bereits seit Jahren praktizieren.
 Das christliche ökumenische Miteinander in Einheit und Einmütigkeit durch gemeinsames Beten und Handeln. Diakon Bernhard Greef, der für den erkrankten Diakon Josef Depta eingesprungen war, verglich dieses gemeinsame praktizieren mit einem harmonisch klingenden Sinfonieorchester ab dem Moment, in dem der Dirigent den Taktstock hebt. Und für diesen Wohlklang würde man die erste Geige ebenso benötigen wie den, der die Pauke schlägt. Das Geheimnis des Wohlklangs sei der eine, auf den alle schauen, der alles im Blick hat. Darüber hinaus sei es wichtig, dass alle das gleiche Stück spielen. Wie gut das in Großeicholzheim schon funktioniere, zeige sich in den gemeinsamen Gottesdiensten, so Pfarrer Stromberger, der weiter erläuterte „Ökumene ist ein Weg der kleinen Schritte, doch irgendwann werden wir auch zusammen Eucharistie feiern können.“
 
 Die lokale ökumenische Vereinbarung, unterschrieben von Philipp Galm und Erich Schubert (für den verhinderten Klaus Rinklin als Vorsitzenden des Ältestenrates) mit den Zeugen Ingolf Stromberger, Christina Huber und Bernhard Greef, soll das Miteinander festhalten, bekräftigen und verpflichten für die Zukunft. Wie Philipp Galm erläuterte ist sie eine Ergänzung und Konkretisierung zur allgemeinen „Vereinbarung für ökumenische Zusammenarbeit“ zwischen der katholischen (Groß-) Kirchengemeinde Adelsheim-Osterburken-Seckach und allen eigenständigen evangelischen Kirchengemeinden auf diesem Gebiet, die die die im Jahr 2004 von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch (Kath. Erzdiözese Freiburg) und Landesbischof Dr. Ulrich Fischer (Evang. Landeskirche Baden) unterzeichnete „Rahmenvereinbarung für ökumenische Partnerschaften“ zur Grundlage hat. Diese sei getragen von gemeinsamer Überzeugung „Was uns miteinader verbindet, ist viel stärker als das, was uns trennt“, auch im Bekenntnis zur gegenseitig anerkannten christlichen Taufe als dem gemeinsamen grundlegenden Band der Einheit in Jesus Christus, aber auch im Wissen um das, was die christlichen Kirchen noch trennt und dem gegenseitigen Respekt vor der jeweils anderen Auffassung.
 
 Herausgehoben wird dabei der gegenseitige Informationsaustausch, verstärktes Einladen der Mitglieder der jeweils anderen Konfession zur Begegnung und zum besseren Kennenlernen, gemeinsame Feier von Gottesdiensten und Gebeten, echte organisatorische Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen (z.B. ökum. Sozialstation).
 
 Man sieht die Ökumene als Möglichkeit zur Bündelung gemeinsamer Kräfte und somit als Erleichterung und gegenseitige Stärkung. Ergänzend ist in der „Lokalen Vereinbarung für die ökumenische Zusammenarbeit in Großeicholzheim“ hinterlegt, dass sich die Unterzeichnenden verpflichten, die bestehenden ökumenischen Aktivitäten wie die jährlichen Gottesdienste am Flurkreuz „Hohes Kreuz“, Gottesdienst in ehrenamtlicher Verantwortung zum Weltgebetstag und die Gremiensitzung von evangelischem Ältestenkreis und katholischem Gemeindeteam, aber auch das gemeinsame Tagezeitenläuten (nach der Läute-Ordnung) sowie weitere anlassbezogene ökumenische Gottesdienste (z.B. am Sportfest, bei Vereins- bzw. Firmenjubiläen, zur Feuerwehr-Fahrzeugsegnung, bei Eröffnungen bzw. Einweihungen usw.) als verbindliche Basis für eine zukünftige Weiterentwicklung im Sinne einer Intensivierung der örtlichen ökumenischen Aktivitäten zu sehen.


Unser Bild zeigt von links: Pfarrer Ingolf Stromberger, Christina Huber, Philipp Galm, Erich Schubert und Bernhard Greef bei der Unterzeichnung der ökumenischen Vereinbarung. (Foto: Liane Merkle)

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