40 Jahre Große Kreisstadt Mosbach

(pm) Der 01. Juli 1976 war ein einschneidendes Ereignis für Mosbach: die Stadt mit den neu hinzugekommenen Stadtteilen Diedesheim, Neckarelz, Lohrbach, Reichenbuch und Sattelbach wurde zur Großen Kreisstadt erhoben. Mit der Ernennung einher ging der Schritt in eine erweiterte kommunale Selbstverwaltung durch die Ausweitung der Zuständigkeiten und Kompetenzen sowie der Bürgernähe.
 
 Der damalige Ober-Amtsverweser und spätere Oberbürgermeister Fritz Baier nahm am 03. Juli 1976 die Urkunde von Innenminister Karl Schiess entgegen. Der war zuvor spektakulär mit einem Polizeihubschrauber auf dem MFV-Sportplatz gelandet. Mosbachs Weg zur Großen Kreisstadt war eng mit der Gemeinde- und Gebietsreform in Baden-Württemberg verbunden. Durch Zusammenschlüsse und Eingemeindungen ging bis Mitte der 70er Jahre die Zahl der Gemeinden von 3.379 auf 1.111 zurück.
 
 Zum 01. Dezember 1972 wurden die „Höhen“-Gemeinden Lohrbach, Sattelbach und Reichenbuch eingegliedert, zum 1. Mai 1973 folgte die Gemeinde Diedesheim. Nüstenbach wurde bereits 1935 Teil der Stadt Mosbach. Neckarelz folgte dem Ruf erst im April 1975, nachdem der Staatsgerichtshof die „Zwangsehe“ im Februar des gleichen Jahres verfügt hatte. Damit war die Einwohnerzahl auf über 20.000 gestiegen und gleichsam die Voraussetzungen für die Erhebung Mosbachs zur Großen Kreisstadt erfüllt.
 
 Zahlreiche Aufgaben, die zuvor das Landratsamt wahrgenommen hatte, konnten nun von der Großen Kreisstadt übernommen werden. Dazu gehören z.B. Aufgaben im Bau- und Ordnungswesen sowie die Einrichtung eines Rechnungsprüfungsamtes, aber auch der Erhalt und Ausbau einer breiteren Infrastruktur z.B. in den Bereichen Schulen, Kindergärten, Freizeiteinrichtungen, Sport- und Schwimmanlagen, Kultur- und Sozialeinrichtungen. Aufsichtsbehörde ist für die Große Kreisstadt Mosbach seitdem auch nicht mehr das Landratsamt Neckar-Odenwald, sondern das Regierungspräsidium Karlsruhe.
 
 Ins Jahr 1976 fällt übrigens auch die Verbannung des Autoverkehrs aus der Innenstadt. Mit der Einführung der Fußgängerzone sahen damals viele Einzelhändler den Ruin kommen, weil sie glaubten, dass die Kunden ausbleiben, wenn sie nicht bis zur Ladentür fahren können. Heute kann sich kaum noch jemand vorstellen, dass sich die Menschen vor 40 Jahren noch mit durchfahrenden oder parkenden Autos und LKWs und engen Gehwegen in der verstopften Hauptstraße abfinden mussten, anstatt einen gemütlichen Einkaufsbummel zu machen oder ein Eiscafé zu besuchen. Die Zeiten des Markt- als Parkplatz und der vielen kleinen Gemeinden sind gleichermaßen Historie.
 
 Nun zählen 40 Lenze nicht wirklich zu den anerkannten bzw. feierwürdigen Jubiläen – dafür müsste man noch mindestens 10 Jahre warten. Denn in Mosbach ist es gute Tradition, „echte“ Jubiläen zu feiern wie etwa 1.250 Jahre Lohrbach oder 600 Jahre Sattelbach. Wenigstens ein bisschen feierlich begangen werden soll der 40. Geburtstag der Großen Kreisstadt Mosbach aber dennoch und zwar gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern im Rahmen des städtischen Neujahrsempfang in der Alten Mälzerei am Sonntag, den 15. Januar 2017. Der Empfang wird denn auch ein bisschen anders als gewohnt ausfallen. Auf jeden Fall soll bei dieser Gelegenheit, so Oberbürgermeister Michael Jann, gemeinsam auf viele weitere fruchtbare Jahre angestoßen werden.
 


(Grafik: Stadt Mosbach)
 

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