Wald-Kalkung im Kleinen Odenwald

Sperrungen beachten


 Wald-Kalkungen sind für die effiziente und dauerhafte Regeneration der Bodenfunktionen von großer Bedeutung. (Foto: Lukas Schmidt)

Neckar-Odenwald-Kreis. (lra) Ab Anfang Oktober führt die Forstbetriebsleitung Schwarzach des Landratsamtes Waldkalkungsmaßnahmen im Kleinen Odenwald durch. Ziel der Kalkung ist die effiziente und dauerhafte Regeneration wichtiger Bodenfunktionen. Gekalkt werden die Staatswaldflächen um die Minneburg bei Neunkirchen und Guttenbach („Schlossberg“), bei Michelbach und Haag („Kleeberg“ um den Michelsee, „Aschenhof“), die Flächen um die Ruine Stolzeneck bei Schwanheim und Lindach sowie der Staatswald zwischen Schwarzach und Schwanheim („Jungholz“). Auch der Wanderweg Neckarsteig westlich des Neckars zwischen der Schleuse Rockenau und Neckarkatzenbach liegt im Ausbringungsgebiet. Insgesamt umfasst das Gebiet eine Fläche von rund 450 Hektar. Waldbesucher und Wanderer werden gebeten, die betroffenen Gebiete zur Zeit der Ausbringung nicht zu betreten und entsprechende Umleitungs-, Hinweis- und Sperrschilder zu befolgen.

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Durch die Ausbringung genau berechneter und dosierter Kalkgemische können wichtige Funktionen des Waldbodens wieder hergestellt werden, erklärt Heidi Pammer, Beauftragte für die Kalkungsmaßnahmen bei der Forstbetriebsleitung. Die Waldböden sollen dadurch wieder tiefer durchwurzelbar werden und damit den Waldbäumen einen größeren Speicherraum für Bodenwasser bereitstellen. Eine Funktion, die angesichts des immer wärmer werdenden Klimas für den Wald überlebenswichtig ist. Auch mindern die vom Menschen verursachten Schwefel- und Stickstoffabgase die Bodenqualität und gefährden somit wichtige Aufgaben des Bodens als Pflanzenstandort, Lebensraum und Filter für das Trinkwasser.

Die Maßnahmen werden mit besonderer Rücksicht auf den Naturhaushalt durchgeführt und das Vorgehen ist mit der Naturschutzbehörde abgestimmt, betont Pammer. Daher werden empfindliche Naturschutzflächen und Biotope von der Bodenschutzkalkung ausgeschlossen.

Gekalkt wird mit Dolomit-Gesteinsmehl, dem je nach Standort noch Holzasche beigemischt wird. Das Material wird zum Großteil mit Fahrzeugen in den Bestand geblasen. An den nicht befahrbaren Hängen um die Burg Stolzeneck wird zudem ein Hubschrauber zum Einsatz kommen. Die Staubbelastung ist aufgrund neuer Ausbringungstechniken und der Befeuchtung des Materials relativ gering. Die Kosten für das Material und die Ausbringung werden vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums, dem Land Baden-Württemberg und dem Bund getragen.

Weitere Informationen sind bei der Forstbetriebsleitung Schwarzach unter 06261/841050 erhältlich.

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