Minister Schmidt besucht Direktvermarktungs-Pionier

„Lebensmittel made in Germany“ sind Garant für Kulturlandschaft


(Foto: Liane Merkle)
Scheidental. (lm) „Klasse statt Masse“ ist der Leitfaden von Roland und Kurt Hemberger, die mit ihren Familien gemeinsam in den letzten 40 Jahren einen großen landwirtschaftlichen Betrieb aufgebaut haben und mit viel Innovation zu den Direktvermarktern der ersten Stunde gehören und mittlerweile auf einen 500-köpfigen Kundenstamm stolz sein können.

Auf 60 Hektar Weidefläche genießen ihre Limousin-Rinder von Mitte April bis November die Mutterkuh-Haltung und Schweine, Puten und Hühner den großzügigen Auslauf. Dokumentiert wurde die Arbeit in einem kurzweiligen Film, der die Ausführungen von Roland Hemberger anschaulich präsentierte und bereicherte.

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Davon konnte sich auf Einladung von MdB Alois Gerig (CDU) in der vergangenen Woche Christian Schmidt, Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, mit eigenen Augen im Außenstall des Hemberger’schen Betriebs überzeugen und außerdem den dringendsten Anliegen der zahlreich erschienenen Vertreter aus Landwirtschaft und Politik Rede und Antwort stehen.

Unter den anwesenden Landwirten neben Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger auch Dr. Holger Seib vom Veterinäramt, Bernhard Heim als Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft, Walter Leibfried als komm. Vorsitzender und Andreas Sigmund als Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes sowie Siegfried Hornung als MdB a.D.

Alois Gerig sprach die aktuellen Themen der Agrarpolitik an, die aufgrund der verschiedenen Resorts mit ihren unterschiedlichen Zielsetzungen nicht leicht zu bewältigen seien. Er selbst wünsche sich vor allem Wettbewerbsgleichheit in Europa, denn die Landwirte müssten ihre Ausfälle ausgleichen können.

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Diffamierungskampagnen würden dabei sicher nicht helfen. Vor allem sei das Qualitätsprodukt „Lebensmittel made in Germany“ unumstritten und ein Garant für den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Solange Spritzmittel, die bereits auf Herz und Nieren auf ihre Gesundheitsunbedenklichkeit geprüft wurden, mit Köpfchen eingesetzt werden, seien Hetzkampagnen dagegen unsinnig. Das gelte auch für das Thema „Eiweißpflanzenanbau“.

Tatsache sei, dass inzwischen viel zu viele landwirtschaftliche Outsider viel zu laut unqualifiziert die Landwirte verdammen. Dagegen müsse sich der Berufsstand mit Fachkompetenz wehren. Das bestätigte auch Minister Christian Schmidt, der fragte: „Wer versteht denn noch was von der Landwirtschaft und wer setzt sich dafür ein?“ Der Negativwerbung von Laien müsse Einhalt geboten werden: „Wir müssen über Landwirtschaft reden und zwar positiv“.

Weiter hält er für wichtig, dass die Zusammenarbeit unter den Landwirten und mit dem Maschinenring weiter gefördert wird, um Arbeitspensum und Kosten zu senken und die Strukturprobleme anzugehen. Minister Schmidt sprach aber auch die positiven Punkte der Gegenwart an und verkündete „Schweinehaltung lohnt sich wieder“. Auch der Milchpreis sei endlich gestiegen, wenn auch noch nicht optimal.

Hier warf Landwirt Peter Haas ein, dass die Quotenregelung unbedingt auf die Molkereien ausgedehnt werden müsse, damit der Preis nicht immer wieder durch deren Trockenmilch-Politik absinkt.

Landrat Dr. Brötel begrüßte den Minister im „schönsten Landkreis Baden-Württembergs“ und machte ihn auf den Windmühlenkampf gegen die Bürokratie im Land aufmerksam, während Bürgermeister Dr. Rippberger sich über den Besuch des Ministers vor allem freute, weil Land- und Forstwirtschaft als Thema in der 10.700 Hektar großen Flächengemeinde Mudau mit ihren rd. 5.000 Einwohnern natürlich ein wichtiges Thema sei.

Mit dem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde dankte er den beiden Bundespolitikern für ihre sehr gute Vertretung des ländlichen Raums in Berlin.

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