Zeitzeuge besucht das Morretal

Bild von der Morrebrücke an Heimatverein überreicht – War das Kurhaus einmal eine Lungenheilanstalt?


(Foto: pm)

Hettigenbeuern. (hsd) „Wenn dieses Haus erzählen könnte, würde bestimmt noch so manche Anekdote ans Licht kommen“, so war sich Walter Speier aus Oberliederbach (Taunus) sicher. Der 85jährige besuchte nach über fünfzig Jahren den Erholungsort Hettigenbeuern und teilte seine früheren Erinnerungen an das Haus Odenwald mit den Verantwortlichen des Heimatvereins Hettigenbeuern, Vorsitzendem Manfred Lauer und Ortsvorsteher Günther Müller sowie dem neuen Besitzer des Kurhauses, Alexander von Wedel. Bei einem Schattenplatz mit Blick auf das Schwimmbad schwelgte er in Erinnerungen an längst vergangene Zeiten.

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Der Zeitzeuge berichtete von früheren Erlebnissen. Vor einigen Wochen hatte Walter Speier mit dem Vorsitzenden des Heimatvereins Kontakt aufgenommen und nun war er zu einem Besuch ins Morretal gekommen. Er besuchte das „Kurhaus“ in dem seine Mutter, wie er erzählte, als „Wirtschaftsleiterin“ tätig war. Er kam 1938 im Alter von sechs Jahren mit seiner Mutter nach Hettigenbeuern. Der rührige Senior erzählte von seinem Schulbesuch bei Lehrer Haus in Hettigenbeuern, er habe einige Jahre im Sogenannten Waldhaus und später im „Konvikt“ in Buchen gewohnt.

Er erinnerte sich auch daran, dass das Haus während des Zweiten Weltkrieges einige Jahre Kreisschule der NSDAP gewesen sei. Nach dem Krieg war das Kurhaus ab 1945 zwei oder drei Jahre lang eine sogenannte „Lungenheilanstalt“, berichtete Walter Speier. Er meine dies sei eine Außenstelle der Lungenheilanstalt Heidelberg-Rohrbach gewesen.
Abschließend schenkte Walter Speier dem Heimatverein ein Gemälde der früheren Morrebücke von Hettigenbeuern aus dem Nachlass seiner Mutter. Das Gemälde zeigt die Brücke nach dem Wiederaufbau, nachdem sie zum Kriegsende hin von US-Panzern beim Überqueren der Brücke zerstört worden war.

Der neue Besitzer des Kurhauses, Alexander von Wedel, und der Heimatverein haben sich vorgenommen, die sehr interessante Geschichte des Hauses aufzuarbeiten und zu dokumentieren. Der Zeitzeuge hat einige wertvolle Informationen zur wechselhaften Geschichte des „Kurhauses“ insbesondere in der Kriegs- und Nachkriegszeit geliefert, wofür ihm die Vertreter des Heimatvereins ebenso wie Alexander von Wedel dankten.
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