MdB Gerig zur „Ehe für alle“

Heute wurde im Bundestag in Berlin mit deutlicher Mehrheit die „Ehe für alle“ beschlossen. Hierzu nimmt der MdB Alois Gerig (CDU) wie folgt Stellung:

„Für mich ist die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau. Da nur aus einer solchen Verbindung Kinder hervorgehen können, ist es gerechtfertigt, dass die Ehe Mann und Frau vorbehalten bleibt. Dies entspricht auch dem Ehebild des Grundgesetzes, das auf dem christlichen Menschenbild beruht. Aus diesen Gründen kann ich der „Ehe für alle“ nicht zustimmen.

Ohne jeden Zweifel wird auch in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft für einander Verantwortung übernommen und Liebe und Geborgenheit gelebt – das verdient Respekt und Wertschätzung. Zu Recht wurde in den vergangenen Jahren die eingetragene Lebenspartnerschaft der Ehe weitgehend angeglichen.

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Bei der „Ehe für alle“ macht die SPD gemeinsame Sache mit Grünen und Linken – ein klarer Koalitionsbruch. Die SPD setzt so ein deutliches Signal, dass sie nach der Wahl mit Rot-Rot-Grün regieren will. Sie hat die Abstimmung kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt, um der Union im Wahlkampf eins auszuwischen. Änderungen im Eherecht haben langfristige Auswirkungen und müssen gut durchdacht werden. Der SPD war ein kurzfristiger Knalleffekt im Wahlkampf wichtiger – die Themen Ehe und Familie sind bei der SPD denkbar schlecht aufgehoben.“

© www.NOKZEIT.de


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5 Kommentare

    • Herr Gerig beruft sich auf das GG und hat denke ich klar formuliert, warum er dagegen gestimmt hat! Ich persönlich bin für die „Ehe für alle“, wobei ich mir denke, dass eine Umsetzung nicht so einfach wird, wie so mancher Politiker denkt!
      Zum Kommentar ansich: Recht unnötig, denn hier vertritt unser Vertreter in Berlin die Interessen seines Wahlkreises(Emails etc.) und seine persönliche Sichtweise!
      Es ist doch herrlich, dass man in diesem Land verschiedene Meinungen haben darf und zu diesen auch steht! Dies sollte man respektieren.

      • Es geht bei einem MdB nicht nur um eine Meinung, sondern um ein Abstimmverhalten, das Minderheiten unterdrückt und deren Rechte beeinträchtigt. Immer wieder hat das Bundesverfassungsgericht die „Meinung“ der CDU korrigiert und die Rechte der Homoehe gestärkt. Die CDU hat dies stets zu verhindern versucht.

    • Im GG steht nichts dazu, daß eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden darf. Darüber hinaus: Woher wissen Sie, daß er die Interessen seines Wahlkreises vertritt? Gab es hier etwa eine Abstimmung? Herr Gerig hat – ganz nach Gesetz – nach seinem Gewissen gehandelt, was ich ihm auch nicht vorwerfe – nur die Begründung des christlichen Weltbildes halte ich für wenig nachvollziehbar, denn Diskriminierung sieht das Christentum nicht vor. Oder doch?

  1. Eine Begründung mit Bezug auf die Religion ist fehl am Platz, denn es geht bei der Ehe für alle eben gerade nicht um die religiöse Ehe, sondern um die staatliche. Nach wie vor werden die Kirchen nicht gezwungen, homosexuelle Paare zu trauen. Übrigens dürfen auch Moslems, Atheisten usw. eine Ehe eingehen. Die dürften dann auch nicht heiraten, wenn man Gerigs Logik folgt („Ehebild des Grundgesetzes, das auf dem christlichen Menschenbild beruht“).

    „Da nur aus einer solchen Verbindung Kinder hervorgehen können, ist es gerechtfertigt, dass die Ehe Mann und Frau vorbehalten bleibt.“

    Warum dürfen dann 70-jährige, Unfruchtbare oder Paare heiraten, die keine Kinder wollen?

    Die Ehe ist kein Anreiz fürs Kinderkriegen. Erst wenn Kinder da sind, gibt es mehr Geld und Rechte. Warum sollte ein kinderloses heterosexuelles Ehepaar mehr Rechte haben als ein homosexuelles?

    Die CDU-Politiker winden sich um ihre Widersprüchlichkeit herum aus Angst vor den homophoben Wählern. Seehofer sagte, er wolle eine komplette Gleichstellung der Homoehe, selbst Adoption befürworte er inzwischen. Beide Ehen sollen also identisch sein, nur der Name müsse verschieden bleiben. Was für ein Witz!

    Es gibt nur einen sinnvollen Grund gegen die Ehe für alle und den damit verbundenen Abbau der Diskriminierung vor dem Gesetz und damit langfristig auch in der Bevölkerung:

    Es werden sich immer mehr Schwule und Bisexuelle für eine homosexuelle Partnerschaft entscheiden als früher, wo diese sich oft in einer heterosexuellen Beziehung versteckten. Das wird zu einer geringeren Geburtenrate führen. Das aber ist hinzunehmen. Unterdrückung und Unglück zur Förderung des vordergründigen Familien- und Kinderglücks ist keine Alternative. In den entsprechenden Netzwerken und Communities sind viele verheiratete Homosexuelle unterwegs, die nur heimlich ihrer wahren Neigung folgen können. Glücklich sind diese damit nicht.

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