Seckach plant Sanierung der Friedhofshalle

(Foto: Liane Merkel)
Seckach. (lm)  Die Brennholzpreise für den kommenden Wintereinschlag bleiben in der Gemeinde unverändert. In direkter Absprache mit der Forstbetriebsleitung Adelsheim beschloss der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr keine Erhöhungen vorzunehmen. Demnach gilt der Preis für Brennholz lang gerückt am Weg 55 Euro je Festmeter und der Preis für Ster Holz 65 Euro je Raummeter. Dies sieht auch die Kalkulation des Forstlichen Natural- und Finanzplan für das Jahr 2018 sowie eine Stickprobeninventur vor, deren Inhalte durch Martin Hochstein von der Forstbetriebsleitung sowie Revierleiter Armin Walzel dem Gemeindegremium dargelegt und erläutert wurden.

Trotz unveränderter Preise sieht der Finanzplan im Ergebnis einen geringen Überschuss in Höhe von 1.360 Euro (149 Euro gegenüber dem Vorjahr) vor. Im Gemeindewald ist für 2018 eine Gesamtnutzung von 4.000 Festmeter bei einer Durchforstungsfläche von 94,4 Hektar vorgesehen und die Finanzaufstellung beinhaltet im Ergebnis bei den Einnahmen die Summe von 273.638 Euro und Ausgaben in Höhe von 272.278 Euro. Das eingeleitete Kartellverfahren sorgt dafür, dass sich die Gemeinden Gedanken machen über eine Zusammenarbeit in Sachen Holzverkauf, weil die Forstorganisation umgestaltet wird. Künftig solle es hohe Freiheitsgrade bezüglich der Bewirtschaftungsmodelle für die Gemeinden geben.

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Leider ist noch vieles unbekannt und unsicher bis das Urteil des Bundesgerichtshofs feststeht. Wünschenswert wäre nach Aussage von Martin Hochstein die Beibehaltung des Einheitsreviers für den gesamten Waldbesitz ohne Staatswald also Beratung, Betreuung Privatwald und Kommunalwald in einer Hand, ebenso wie Holzverkauf und Betriebsleitung und Hoheit.

Den Reigen der Gebührenfestlegungen setzten die Bereiche Wasser und Abwasser (gesplittet) fort, wobei Bürgermeister Thomas Ludwig die Kalkulationen der beauftragten Firma Allevo Kommunalberatung aus Obersulm erläuterte. Beschlossen wurden die von Frau Haaf vorgestellten Gebühren für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2018 bei Schmutzwasser von 2,82 Euro je Kubikmeter und beim Niederschlagswasser von 0,31 Euro je Quadratmeter. Für die öffentliche Einrichtung „dezentrale Abwasserbeseitigung“ gelten 25,50 Euro je Kubikmeter Entleerungsgut bei geschlossenen Gruben und 63,75 Euro je Kubikmeter Schlamm bei Kleinkläranlagen. Neu kalkuliert wurden auch die Gebühren für die Wasserversorgung, woraus sich für die Bürger der Gemeinde eine Erhöhung ergibt. Der Gemeinderat beschloss nach Vorlage der WIBRA als kalkulierende Institution die Verbrauchsgebühr auf 2.30 Euro je Kubikmeter (vorher 2.22 Euro) in der auch eine Kostenunterdeckung von 6.465 Euro aus dem Jahr 2013 und 10.224 Euro in der Zeit von 2015 bis 2020 beinhaltet ist.

Für die Sanierung der Aussegnungshalle auf dem Seckacher Friedhof stellt der Gemeinderat nach sieben Jahren intensiver Beratung und Vorbereitung nach Vorstellung durch Martin Kast und nach gut durchdachtem Beschluss 1.044.000 Euro brutto zur Verfügung und beauftragte die Verwaltung, den Förderantrag sowie den Bauantrag beim Landratsamt zu stellen. Allerdings mit zwei Einschränkungen; zum einen sei bei der Priorisierung dem Neubau der Aussegnungshalle in Zimmern der Vorrang einzuräumen und zum anderen hängt die Sanierung davon ab, ob und wie hoch sich die finanzielle Förderung bewegt.

Bürgermeister Ludwig: „Für den Fall, dass im nächsten Jahr keine Förderung gewährt wird, ist eine provisorische Überdachung der undichten Flachdachbereiche vorgesehen, um den ordnungsgemäßen Betrieb der Aussegnungshalle bis zur späteren Sanierung weiter gewährleisten zu können“. Nicht in Konkurrenz sondern in enger Symbiose einer Gesamtplanung steht die Genehmigung zum Neubau der im Jahre 1971 erstellten Aussegnungshalle im Ortsteil Zimmern mit Baukosten von ca. 723.000 Euro bei einer zu erwartenden Förderung zwischen 40 und 50 Prozent. Zahlreiche im Laufe der Jahre eingetretenen baulichen Mängel veranlassten den Gemeinde- und Ortschaftsrat schon seit 2010 dazu, sich intensiv mit der Frage „Sanierung oder Neubau“ zu beschäftigen. Mehrere Sitzungen, Vor-Ort-Besichtigungen, Gespräche und Auswertungen durch das Ing.-Büro Kast ergaben, dass man sich nun nach den Worten von Bürgermeister Ludwig für die sinnvollere Lösung eines Neubaus entschieden hat.

Dass man durchaus „Luft“ für Investitionen hat, dokumentierten die Zahlen der Jahresrechnung für das Jahr 2016, die gem. den Erläuterungen von Kämmerer André Kordmann mit einem Volumen im Gesamthaushalt von 11.502.000 Euro abschloss. Die Zuführung vom Vermögenshaushalt an den Verwaltungshaushalt belief sich auf 326.732 Euro (rd. 583.000 Ergebnisverbesserung), bei einer Einwohnerzahl von 4.176 Personen und einer deutlich über dem Vorjahresniveau liegenden Nettoinvestitionsrate. Der Gesamtschuldenstand einschl. des Eigenbetriebes Wasserversorgung betrug 4.847.624 Euro, die Einnahmen aus der Grundsteuer A (land- u. forstwirtschaftliche Betriebe) 29.729 Euro sowie aus der Grundsteuer B (übrige Grundstücke) 418.494 Euro. Etwas geringer als im Vorjahr lagen mit 455.588 Euro die Einnahmen aus der Gewerbesteuer und an Zinsausgaben musste man 107.816 Euro aufbieten. Als Rücklage könnte die Gemeinde auf 932.100 Euro zurückgreifen

Als letzten Tagesordnungspunkt beschloss der Gemeinderat die Annahme von Spenden an die Seckachtalschule (6.769 Euro), Förderung der Rettung aus Lebensgefahr (700 Euro), Heimatpflege (450 Euro), Feuerwehr (100 Euro) und Hallenbad 50 Euro). In der Bürgerfragestunde fragte eine größere Gruppe des SV Seckach nach dem aktuellen Sachstandsbericht zu gewünschten Kneipp- und Freizeitanlage in Seckach, weil das Interesse groß, die Geduld erschöpft und die Informationen spärlich sei.

Gemäß Bürgermeister Ludwig wurden Fördermittel zur Beantragung bei der Leader-Geschäftsstelle vorbereitet, konnten aber noch nicht eingereicht werden, weil der geplante Standort laut Landratsamt im Hochwasserbereich liegt und ein Bauantrag ausschließlich für die Kneippanlage genehmigt würde. Der nächste Schritt sei – so Ludwig – die konkrete neue Standortfindung und eine detaillierte Finanzierungsplanung von Seiten des SV Seckach, da dieser größere Chancen auf höhere Fördermittel hat als die Bürgerinitiative.

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