Glück zu Besuch im Arbeitslosenzentrum

Symbolbild - Soziales-Senioren

Mosbach.  (pm) „Das Glück zu Besuch“ lautete das Motto eine Abendworkshops zu dem das Arbeitslosenberatungszentrum des Diakonischen Werkes eingeladen hatte.
Gleich zu Beginn wurden die Besucher daran erinnert, dass es „irgendwo auf der Welt ein kleines bisschen Glück“ gibt, wie dies von Comedian Harmonists besungen wurde. Sozialarbeiterin Annika Spitzer freute sich, dass neben Besuchern des Offenen Treffs „Leutturm“ auch noch weitere Interessenten den Weg in den Diakonietreff des Diakonisches Werkes gefunden hatten.

„Schon in der Antike war Glück ein wichtiges Thema!“ führte Lena Würth, Psychologin der Erziehungsberatungsstelle des Diakonischen Werkes, in ihren aufschlussreichen Impulsvortrag ein. Schon damals wurde unterschieden in die Gunst der Umstände (eutychia) und in das Empfinden des Glückszustandes bei einem gelingenden, vernunftgemäßen Leben (eudaimonia). Für viele Besucher überraschend war die Info, dass das Recht „Streben auf Glück“ in der amerikanischen Verfassung grundgelegt ist und dass in dem Staat Bhutan nicht das Bruttoszialprodukt sondern das Bruttonationalglück gezählt wird. In der Glücksforschung wurde festgestellt, dass beim sog. „Happy Planet Index 2017“ von 155 Ländern Deutschland immerhin auf Platz 16 liegt, und deutschlandweit Baden sogar auf Platz 3! Gemessen wird das Glück mit einer nicht ganz einfachen Formel, bei der die Unterstützung im sozialen Umfeld, das Vertrauen in Regierung und Unternehmen, das Bruttoinlandprodukt sowie die persönlich empfundene Freiheit berücksichtigt werden. Schmunzelnd zur Kenntnis genommen wurde, dass es in Baden Württemberg inzwischen sogar ein Ministerium für Glück gibt, das zwar nicht in Stuttgart aber recht schnell im Internet per Suchmaschine und gefunden werden kann.

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Im nächsten Schritt forderte Bernhard Goldschmidt, Leiter des Fachgebietes Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit beim Diakonischen Werk, die Besucher auf, sich mit verschiedenen Sprichworten rund um das Thema Glück auseinanderzusetzen. In der daraus folgenden Gesprächsrunde ging es um die Frage, inwieweit wir unser Glück selbst beeinflussen können oder alles letztlich eine Frage des Schicksals ist. Die Erkenntnisse der amerikanischen Psychologin Lyubormirsky wurden hier eifrig diskutiert. Sie hatte in einer Studie herausgearbeitet, dass ca. 50 Prozent des Glücksempfindens das Ergebnis der Erziehung durch die Eltern ist, 10 Prozent durch gewisse Umstände bewirkt werden aber immerhin 40 Prozent durch uns selbst beeinflusst werden können.

Diese Fakten und die angenehme Gesprächsatmosphäre führten dazu, dass die Teilnehmenden nach eigenen Aussagen ein bisschen glücklicher nach Hause gingen als sie gekommen waren.

Wer mehr über die Aktivitäten des Arbeitslosenberatungszentrums wissen will, ist jeden Freitag von 10 bis 12.30 Uhr zum offenen Treff „Leuchtturm“ in die Neckarelzer Straße 1 eingeladen. Ansprechpartner sind Annika Spitzer und Bernhard Goldschmidt. Email: info@diakonie-nok.de, Tel. 06261-9299-0. Das Arbeitslosenberatungszentrum wird als Modellprojekt durch das Land Baden-Württemberg finanziell gefördert.

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