Der richtige Schuh für kleine Füße

(Foto: pm)

Nur noch vier von zehn Füßen gesund

von Prof. Dr. Sandra Utzschneider
In der Regel kommen Kinder mit gesunden Füßen zur Welt. Das ändert sich im Laufe der Entwicklung zum Erwachsenen: Dann werden nur noch vier von zehn Füßen als gesund bezeichnet. Die Gründe dafür sind vielfältig. Mangelnde Bewegung, Übergewicht, genetische Faktoren und vor allem unpassendes Schuhwerk spielen eine Rolle. Damit sich die Füße deines Kindes gesund entwickeln können, gibt es einige Punkte, die du beachten kannst. Wir zeigen, worauf du beim Schuhkauf achten solltest.

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Kinderfüße

Mit der Geburt bekommen Füße noch nicht ihre endgültige Form. Füße von Kleinkindern sind weich und formbar, da das knöcherne Skelett zu einem großen Teil aus Knorpel besteht. Erst im Laufe der Zeit wird der Knorpel durch Knochen ersetzt. Dieser Prozess beginnt bereits im Mutterleib und dauert bis ins Jugendalter an. Bis zu diesem Zeitpunkt haben Kinderfüße bereits ca. 4,5 Mal die Erde umrundet. Um auf dieser langen Strecke keinen Schaden zu nehmen und gesund wachsen zu können, brauchen Füße das passende Schuhwerk. Dieses sollte man ab dem Zeitpunkt kaufen, sobald dein Kind die ersten Schritte wagt.

So findet man den passenden Kinderschuh

Beim Schuhkauf stehen leider meist modische Aspekte im Vordergrund. Gerade bei Kinderfüßen sollte jedoch die perfekte Passform die Hauptrolle spielen. Nur wenn der Schuh weder zu klein noch zu groß oder zu eng ist, kann sich der Kinderfuß optimal entwickeln und dazu beitragen, dass dein Kind richtig laufen lernt. Wer nicht auf gutes Schuhwerk achtet, riskiert ggf. Fußfehlstellungen.

Für den Schuhkauf gilt der Grundsatz: Erst messen, dann kaufen! Das kannst du zum Beispiel selbst machen: Stelle dein Kind mit bloßen Füßen auf ein Stück Karton und zeichne die Fußform mit einem Stift nach. Nun kannst du die Schablonen ausschneiden und diese zum Schuhkauf mitnehmen. Alternativ kannst du im Laden auch nach einem Fußmessgerät fragen.

Um festzustellen, ob der Schuh von der Länge her passt, reicht es nicht, auf den großen Zeh zu drücken. Kinder ziehen ihre Zehen oft ein, zum Beispiel, wenn sie Gefallen an dem Schuh gefunden haben. Weitere Tipps für den Schuhkauf:

  • Lieber günstige und gut sitzende, als teure und unpassende Schuhe kaufen
  • Lieber eckige als spitze Schuhe kaufen, da die Zehen Platz brauchen
  • Biegsame, rutschfeste Sohlen bevorzugen
  • Luftdurchlässiges Obermaterial wählen
  • Leichte Materialien kaufen
  • Schnürsenkel bieten den besten Halt im Schuh
  • Bei Mädchen sind Ballerinas keine gute Wahl

Gummistiefel und Sportschuhe können bei Dauereinsatz zu Schweißfüßen führen. Auch auf billige Plastiksandalen für den Sommer solltest du verzichten. Wenn es warm ist, schwimmen Kinderfüße darin geradezu – der Fuß findet keinen Halt im Schuh und es besteht Unfallgefahr.

Neben dem Schuh sollten auch die Socken die passende Größe haben. So kann nichts reiben und Druckstellen oder Blasen verursachen.

Zur Autorin:


Prof. Dr. med. Sandra Utzschneider
– Fachärztin für Orthopädie
– Außerplanmäßige Professorin an der LMU München Zusatzbezeichnung: Sportmedizin
– Schwerpunkt: Kinderorthopädie
– Wissenschaftspreise der AFOR und der DGOOC

Prof. Dr. Utzschneiders wissenschaftliche Tätigkeit begann 2004 an der LMU München. Dort habilitierte sie sich schließlich 2011 mit einer Forschungsarbeit zur Verwendung von Polyethylen in der Knieendoprothetik, für die sie einen hochdotierten Wissenschaftspreis erhielt.
Nachdem Prof. Dr. Utzschneider schließlich den Schwerpunkt „Kinderorthopädie“ am Klinikum Großhadern leitete, wechselte sie 2016 zum OrthoCenter, einer renommierten Praxis für Orthopädie, wo sie Hüft- und Knieerkrankungen, Fußdeformationen und viele weitere orthopädische Krankheiten behandelt.

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