Lauda: Blanker Hass gegen Polizei

Beamte ziehen unerfreuliche Bilanz nach dem Weinfest – Unzählige Straftaten – Aggressionen gegen Polizisten – Beschimpfungen, Beleidigungen – Ursache unklar

(ots) Gewaltdelikte, Beleidigungen, und Beschimpfungen gegen Polizeibeamte zeigten beim diesjährigen Weinfest in Lauda eine auffallend aggressive Grundstimmung gegen die Ordnungshüter. Noch ist unklar, ob die erstmalig geltenden neuen Ausschankzeiten der Auslöser waren oder ob einfach der übermäßig konsumierte Alkohol die Ursache setzte. Mehrfach mussten die Einsatzkräfte abschätzige Kommentare,
Beschimpfungen und Beleidigungen über sich ergehen lassen. Speziell in der Nacht von Freitag auf Samstag musste die Polizei eine Vielzahl von Platzverweisen und Gewahrsamnahmen aussprechen, damit wieder Ruheeinkehrte. Bedauernd mussten die Beamten feststellen, dass sowohl von den teilnehmenden Vereinsmitgliedern als auch von Festbesuchern wenig Bereitschaft zur Unterstützung der Polizei vorhanden war. So wurden zum Beispiel die Angaben von Zeugenpersonalien bei Körperverletzungsdelikten verweigert, die Anordnungen der Polizeibeamten missachtet bzw. ignoriert und in einem Fall sogar versucht, einen bereits festgenommenen Randalierer aus dem Polizeigewahrsam zu befreien. Dazu griffen mehrere Personen die festnehmenden Polizeibeamten an, wobei zwei Polizisten Verletzungen davon trugen. Nur durch die Unterstützung weiterer Streifenwagenbesatzungen konnte die Lage wieder bereinigt werden.

Begleitet wurde die Aktion mit Beleidigungen gegen die einschreitenden Beamten von daneben stehenden Personen. Selbst erfahrene Beamten meinten zu den Vorfällen: „So etwas haben wir im Main-Tauber-Kreis noch nicht erlebt – dieser blanke Hass und fehlende Wertschätzung gegenüber der Polizei“. „Und das sagen erfahrene Beamte, die jeden Tag für den Bürger vor Ort sind und sich um die Sorgen und Nöte eines jeden kümmern. Die Kollegen haben hier nur ihre Arbeit gemacht“, so der Tauberbischofsheimer Revierleiter Burkhard von der Groeben. Völlig unverständlich sei ihm daher die Reaktion und fehlende Unterstützung von bestimmten Bürgern bei offensichtlichen Straftaten: „Der Bürger, der Zeuge einer Straftat wird, muss die Polizei unterstützen – und sei es nur mit der Angabe seiner Personalien. Meine Kollegen halten jeden Tag ihren Kopf für die Allgemeinheit hin – da ist es nicht zu viel verlangt, wenn sich der normale Bürger auch anständig und wertschätzend uns gegenüber verhält“, so der Polizeioberrat. Er bedauere insbesondere auch, dass es immer wieder ab einer gewissen Uhrzeit durch junge Leute im Bereich des Pfarrkellers und Pfarrhofs zu Störungen komme.
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Einer festgenommenen Person musste sogar ein Betretungsverbot für den Rest des Weinfestes erteilt werden, da er wegen Körperverletzungsdelikten und Widerstandes gegen Polizeibeamte in Gewahrsam genommen wurde und keinerlei Einsicht zeigte. Nach Veranstaltungsende mussten mehrfach Platzverweise ausgesprochen werden, die teilweise erst nach Androhung von Gewahrsamnahmen befolgt wurden. Erst gegen 2.30 Uhr hatte die Mehrzahl der Festbesucher am Samstagmorgen die Innenstadt verlassen. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde die Polizeipräsenz aufgrund der Vorfälle in der Nacht zuvor erhöht und es kam – vielleicht auch aufgrund der Witterung – zu keinen größeren Einsätzen; lediglich einige Platzverweise und zwei Gewahrsamnahmen waren notwendig.

Folgendes Resultat brachte das Weinfest Lauda für die Polizei:

  • Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz
  • Mehrfach Beleidigungen gegenüber Polizeibeamte
  • Mehrfach Platzverweise
  • vier Gewahrsamnahmen
  • Mehrfach Anzeige wegen „Wildpinkler“ (an Häuser, Gebäude und Kirche)
  • Widerstand und Körperverletzung gegen Polizeibeamte
  • Aufenthaltsverbote für das Weinfest (Freitag- und Samstagnacht)
  • versuchte Gefangenenbefreiung
  • Körperverletzungsdelikte
  • zwei verletzte Polizeibeamte
  • mehrere Ruhestörungen

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