Schloßau: Herbert Münkel wurde 70

(Foto: Liane Merkle)
Schloßau. (lm) An seinem 60. Geburtstag ließ Herbert Münkel die Gratulanten wissen: „Ich habe nichts in meinem Leben wirklich geplant, aber es hätte nicht besser kommen können“. Und genau diese Zufriedenheit strahlte der Schloßauer Ortsvorsteher auch am Sonntag an seinem 70. Geburtstag aus. Dieses Jubiläum beging er im Kreise unzähliger Freunde und Weggefährten.

Nachdem er als Gewerbeschullehrer in den wohlverdienten Unruhestand ging, war ihm noch nicht klar, dass ihn schon kurz darauf seine vorher kerngesunde Mutter sehr viel mehr brauchen würde. „Ich habe Glück gehabt“, ist er mit seinem privaten Lebensweg ebenso zufrieden wie mit seinem beruflichen Lebensumfeld in Schloßau/Waldauerbach. „Ich liebe die Geselligkeit in den Vereinen und am Stammtisch. Besonders imponiert mir die Kreativität der Bevölkerung und der örtlichen Vereine und Gruppierungen bei der Gestaltung des öffentlichen Lebens in unserem Ortsteil, es ist einfach immer irgendetwas los.“

Münkel ist Schloßauer mit Leib und Seele, und hoch motiviert, wenn es darum geht, für seinen Heimatort etwas durchzusetzen. Hier besuchte Herbert Münkel die Volksschule und wuchs in der Backstube des Großvaters und dem Lebensmittelgeschäft seiner Mutter Irma auf. Drei Jahre Höhere Handelsschule in Walldürn schloss er mit der Mittleren Reife ab, bevor er sich aus freien Stücken in der Walldürner Bäckerei Trunk von 1963 bis 1966 zum Bäcker ausbilden ließ und dort weitere drei Jahre als Geselle und zwei Jahre als Meister arbeitete.

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1972 legte er in der heutigen Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks in Weinheim die Meisterprüfung ab und entschloss sich zum Schritt in die Selbständigkeit. Nach dem Tod seiner Mutter musste er die GdR der Bäckerei Münkel/Burkardt auflösen und die Verantwortung für das Geschäft seither alleine tragen. 1974 begann der Neubau der Bäckerei in Schloßau, die ein Jahr später eröffnet wurde. Fast zeitgleich begann seine Tätigkeit als Nebenlehrer für Bäckerei an der Zentralgewerbeschule. Er gehörte sehr schnell zu den beliebteren Lehrern, von denen sich Lehrlinge gerne etwas sagen ließen. Doch bevor er 1979 als hauptamtlicher Lehrer für Bäckerei-, Konditoreifachverkäuferinnen und Bäcker an der Zentralgewerbeschule Buchen beginnen konnte, musste er selbst eine einjährige Weiterbildung in Karlsruhe bewältigen und den Fortbestand seiner eigenen Bäckerei in Schloßau sichern.

Doch Jubilar Herbert Münkel liebt Herausforderungen im Beruf und bei seinen ehrenamtlichen Aufgaben als Mitglied im Meisterprüfungsausschuss für Bäcker der Handwerkskammer Mannheim oder bei seinen Hobbys, die von der Musik über Tennis bis hin zur Kommunalpolitik nahezu alle Bereiche des öffentlichen Lebens abdecken.

Dem örtlichen Musikverein gehört er seit 1961 als Klarinettist und B-Tenorsaxophonist an. Verantwortung hat er hier als Beitragskassier, Notenwart und Ausbilder, vor allem aber 1986 bis 2015 als Vorsitzender übernommen. In dieser Zeit sah er im Verbandmusikfest 1988, in einer CD-Produktion, der Verleihung der Pro-Musica-Plakette und dem Bezirksmusikfest 2002 und zuletzt in der Europameisterschaft der Böhmischen Blasmusik grundlegende Ziele der Vereinsführung. Wie bei der Musik sieht er auch beim Tennis besondere Schwerpunkte in der Jugendarbeit. Die Tennisabteilung des FC Schloßau gründete er 1987 zusammen mit Gleichgesinnten und von Anfang an war er als Abteilungsleiter maßgeblich für den Erfolg dieser Sparte, auch am Bau der zwei Plätze bei der Sportanlage des FC verantwortlich. Im letzten Jahr feierte die TC-Abteilung ihr 25-jähriges Jubiläum. Die dritte Leidenschaft Münkels gehört der Kommunalpolitik, die er nicht nur als Ortsvorsteher im Mudauer Ortsteil Schloßau/Waldauerbach und als Gemeinderat, sondern auch als Kreisrat auslebt.

Die Politik war ihm noch nie eine Mühe, sondern eher ein Bedürfnis und so wurden unter seiner Egide zahlreiche wichtige Maßnahmen in der Gemeinde erfolgreich durchgeführt.

Die Weitsicht des Jubilars wird auch in seiner Bereitschaft deutlich 2014 das Präsidentenamt des Blasmusikverbandes Tauber-Odenwald-Bauland zu übernehmen, in dem er seit zehn Jahren zudem als Bezirksvorsitzender Odenwald aktiv ist. Lobend erwähnt er in diesem Zusammenhang auch die kooperative Zusammenarbeit mit dem heutigen Ehrenpräsidenten Gerd Münch.

Die örtliche Bäckerei will er so lange es seine Gesundheit zulässt erhalten, was maßgeblich auch an der guten Zusammenarbeit mit seinen hoch motivierten Mitarbeitern liegt. Obwohl ihm die Kommunalpolitik großen Spaß macht, will er bei den nächsten Wahlen nicht mehr aufstellen lassen. Ihm ist nämlich durchaus bewusst, dass sich ab dem 70. Lebensjahr der Gesundheitszustand sehr schnell ändern kann.

Den zahlreichen Gratulanten zum 70. Geburtstag, darunter auch Landrat Dr. Achim Brörel, schließt sich die Redaktion gerne an und wünscht dem Jubilar nachträglich alles Gute – vor allem Gesundheit.

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