Offenes Ohr für Wünsche der Schulen

Ganz offen konnten die Schulleiterinnen und Schulleiter der zehn kreiseigenen Schulen und des Schulkindergartens ihre aktuellen Sorgen und Wünsche bei dem Besuch von Abteilungspräsidentin Anja Bauer ansprechen. (Foto: pm)

Abteilungspräsidentin Anja Bauer aus dem Regierungspräsidium besuchte Kreisschulen im Neckar-Odenwald-Kreis

Mosbach/Osterburken. Sehr beeindruckt von dem vielfältigen Engagement der kreiseigenen Schulen zeigte sich diese Woche Abteilungspräsidentin Anja Bauer, die auf Einladung von Landrat Dr. Achim Brötel in den Kreis gekommen war. Den Auftakt des Besuchs von Bauer, die im Regierungspräsidium Karlsruhe der Abteilung 7 (Schule und Bildung) vorsteht, machte die Gewerbeschule Mosbach. Dort stellten Schülerinnen und Schüler selbst ihre Aufgabenbereiche vor. Konfrontiert wurde Bauer aber auch mit den speziellen Problemstellungen einer beruflichen Schule im Ländlichen Raum, insbesondere den weiten Anfahrtswegen. Auch erinnerten Schulleiter Oberstudiendirektor Andreas Hoffner und Landrat Dr. Brötel daran, was es bedeuten würde, aufgrund sinkender Schülerzahlen einzelne Bildungsgänge zu schließen. „Damit würde dann einzelnen Berufsfeldern im Kreis der zum Überleben notwendige Nachwuchs fehlen, was auch Auswirkungen auf die Unternehmen insgesamt hat.“ Allerdings, so der Landrat, habe das Regierungspräsidium in der Vergangenheit dabei stets großes Augenmaß bewiesen. Dafür sei er außerordentlich dankbar.

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Ein offenes Ohr für die Sorgen aller Schulleiterinnen und Schulleiter der zehn kreiseigenen Schulen und des Schulkindergartens hatte Bauer bei der anschließenden Gesprächsrunde in der Ludwig-Erhard-Schule in Mosbach. Sie freue sich, dass sie erstmals in den Kreis kommen konnte, unterstrich Bauer nach der Begrüßung durch den Geschäftsführenden Schuleiter aller Kreisschulen Oberstudiendirektor Ralf Trabold. Ganz bewusst wolle sie sich bei dem Besuch mit den Problemen an den Schulen beschäftigen. „Halten Sie nichts hinter dem Berg“, war die Aufforderung, der die Runde dann auch prompt nachkam. Neben Themen wie Kleinklassen und den Herausforderungen der Migration war es vor allem die stetig wachsende Bürokratie, die in unterschiedlichen Facetten angesprochen wurde. Allein die Datenschutz-Grundverordnung stelle die Schulen vor kaum lösbare Aufgaben, so der Tenor. Es bestehe die Gefahr, dass die eigentliche Aufgabe der Schulentwicklung aufgrund der Vielzahl formeller Aufgaben, beispielsweise im Berichtswesen, leide. Hier wie auch beim Thema Arbeitsschutz zeigte Bauer Verständnis für begrenzte Ressourcen und sprach sich für einen betont pragmatischen Umgang aus. Auch werde sie die Hinweise ernst nehmen und sie, wie bereits in der Vergangenheit, weitertragen. Unterstützung fragten die Schulleiter, je nach Ausrichtung der einzelnen Schulen, zudem bei der generalistischen Pflegeausbildung, der Digitalisierung wie den Zielvereinbarungen an. Einig war man sich, dass in der Sonderpädagogik ein Fachkräftemangel deutlich spürbar sei. „Die Studienplätze wurden schon erhöht, aber derzeit sind Engpässe vor allem in den ländlichen Regionen kaum vermeidbar“, so Bauer.

Die dritte Station der Bereisung war das Ganztagsgymnasium Osterburken, wo Schulleiterin Oberstudiendirektorin Regina Krudewig-Bartel das pädagogische Konzept vorstellte, das auch Einzug in die Architektur des Gebäudes gefunden habe. Deshalb sei man froh, dass die Sanierung den architektonischen Kern des Hauses nicht maßgeblich verändere. „Dass einige Schülerinnen und Schüler von damals heute als Pädagoge hier tätig sind, zeigt doch die enge Verbundenheit zu dieser Schule“, so Krudewig-Bartel.

Anja Bauer, die von der Referatsleiterin für berufliche Schulen, Abteilungsdirektorin Katrin Höninger, begleitet wurde, bedankte sich abschließend für den interessanten Tag im Neckar-Odenwald-Kreis. Sie habe eine Fülle von Eindrücken und Anregungen mitgenommen, die sie gern ins Regierungspräsidium, aber auch an das Kultusministerium tragen werde.

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