Menschenrechte fixieren – nicht Menschen

(Foto: pm)

Filmvorführung der AWO Mosbach in der Augusta-Bender-Schule

Mosbach. (pm) Die AWO Neckar-Odenwald hat in den vergangenen Jahren mehrmals Jugendfilmtage im Neckar-Odenwald-Kreis mit ausgerichtet. Im Juli 2018 lud die AWO den Dokumentarfilmer Bernd Umbreit wiederum ein, diesmal jedoch eigens für die Altenpflegeschüler der Augusta-Bender-Schule Mosbach. Das Thema der Veranstaltung lautete „Freiheit und Selbstbestimmung für Pflegebedürftige“.

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Die Schülerinnen und Schüler des 2. Ausbildungsjahres Altenpflege mit ihrer Lehrerin Andrea Kapferer (hinten Mitte), Filmemacher Bernd Umbreit und der AWO Vorsitzenden Gabriele Teichmann (vorne Mitte). Bild: AWO Neckar-Odenwald.

Der Film „Mehr Freiheit wagen“ entstand 2016 im Auftrag des Landratsamts Ludwigsburg, um das Recht pflegebedürftiger Menschen auf Freiheit und Selbstbestimmung zu bekräftigen. Denn leider wird dieses Recht durch Fixierung oder Ruhigstellung pflegebedürftiger Menschen in vielen Fällen nicht gewahrt.

In zwei Pflegeeinrichtungen filmte das Team Umbreit – Bernd Umbreit mit der Kamera und Heidi Umbreit als Regie- und Tonfrau – zwei pflegebedürftige Menschen in ganz unterschiedlichen Situationen: Die bewegungshungrige Vera E., einstmals Sportlerin, jetzt aber schwer an Alzheimer-Demenz erkrankt, und den hochbetagten, bewegungseingeschränkten Wilhelm K. Seine Tochter holte ihn aus einer Pflegeeinrichtung, die den älteren Herrn durch ein Bettgitter in seiner Bewegung einschränkte, worauf er zunehmend apathisch wurde. D

er Film zeigt in kurzen Sequenzen seinen Weg zurück ins Leben, das von den Altenpflegerinnen und Physiotherapeutinnen in der neuen Pflegeeinrichtung liebevoll begleitet wurde. Auch Vera E. kann im Pflegeheim dank Kopf- und Körperschutz sowie Spezialbett ihren Bewegungsdrang selbstständig und relativ sicher ausleben.

In beeindruckender Weise setzen sich die Verantwortlichen nicht nur in diesen Pflegeeinrichtungen für die Freiheit der pflegebedürftigen Menschen ein. „Es muss doch andere Wege geben, als Menschen zu fixieren“, sagt die Heimleiterin im Film, der erneut ein Statement des Filmemachers für sein Hauptanliegen, die Menschenwürde, darstellt.

Nach dem Anschauen des Kurzfilms sprachen Schüler und Filmemacher über die Chancen guter Pflege, aber auch über Schwierigkeiten, die aufgrund der personellen Situation und großen Arbeitsbelastung in der Pflege auftreten. „Pflege ist eine großartige Aufgabe mit vielen einzigartigen Menschen“, sagte Bernd Umbreit. „Ich wünsche Euch, dass Ihr in Eurem Beruf Erfüllung findet und Freude weitergeben könnt.“

Gabriele Teichmann, 1. Vorsitzende der AWO Mosbach und Vorstandsmitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG Baden-Württemberg), erklärte den Schülerinnen und Schülern die Beweggründe, mit dem Film in die Augusta-Bender-Schule zu kommen: „Die AWO Neckar-Odenwald engagiert sich in der Pflege und möchte mit diesem Filmangebot einen Impuls setzen, der Euch weiterbringt“, sagte sie.

„Es geht darum, Wertschätzung für die Pflege zu zeigen und sich außerdem in der Politik für gute Bedingungen stark zu machen. Deshalb ist es gut, wenn ihr Eure Abgeordneten fragt: Wie setzen Sie sich für gute Pflege ein und was haben Sie erreicht?“ Sie forderte die Schüler auf, Wünsche an die Gesundheits- und Sozialpolitik zu formulieren und ihr diese für die Gremienarbeit im Verband und in der ASG mitzugeben.

Infos im Internet:

www.awo-now.de

© www.NOKZEIT.de


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