Mudauer Gemeinderat vergibt Rathaussanierung

Das Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei wurde verkauft. (Foto: Liane Merkle)

Kosten liegen bei 1 Mio. Euro – Kommunalparlament tagt künftig bei Feuerwehr –

Mudau. (lm) Die anhaltend gute Wirtschaftslage in Deutschland schlägt sich auch in der Vergabe von Handwerkerleistungen nieder. Wie bei anderen öffentlichen Einrichtungen auch, hat die Gemeindeverwaltung von Mudau aktuell Probleme, bei Ausschreibungen von Gewerken genügend und adäquate Bieter zu finden. Dennoch sei es gelungen, so Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger im Rahmen der vergangenen Gemeinderatssitzung – der letzten im Bürgersaal vor der Rathaussanierung, zur Umsetzung der Sanierungsarbeiten im und am örtlichen Rathaus im Rahmen von Submissionen genügend Interessenten zu finden.

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Aus diesem Grund konnten nach Architektenprüfung folgende Gewerke vergeben werden. Die Rohbauarbeiten gingen zum Angebotspreis von 121.702 Euro an die Firma Holderbach-Bau aus Götzingen, die Fensterbau- und Außentürenarbeiten werden zum Auftragspreis von 194.373 Euro durch die Firma Schneider aus Leinefelde-Worbis ausgeführt und der Aufzug wird für 43.684 Euro von der Firma Haushahn aus Stuttgart eingebaut. Zum Auftragspreis von 27.349 Euro wurden Gerüst-, Dachdecker- und Zimmererarbeiten an die Firma Holzbau Gramlich aus Hainstadt vergeben. Die Vergabe der Arbeiten für Heizung und Sanitär erfolgte für 97.251 Euro an die Firma Piksa GmbH aus Schloßau und für 298.038 Euro erhielt die Firma Licht-Concept GmbH aus Walldürn den Zuschlag für die Elektroarbeiten.

Wie Christoph Müller erläuterte, haben alle Firmen zugesagt, die Arbeiten Hand in Hand und ohne Verzögerung durchzuziehen. Das Rathaus zieht nächste Wochen ab Mittwoch um und die Gemeinderatssitzungen werden während des Umbaus im Feuerwehrgerätehaus stattfinden. Für die Umsetzung der Sanierungsmaßnahme Rathaus Mudau stehen Mittel in Höhe von 1 Mio. Euro im Vermögenshaushalt zur Verfügung.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt bestätigte der Gemeinderat die nach der Bürgerbeteiligung und Behördenanhörung veranlassten Änderungen des Entwurfs im Bebauungsplan „Seniorenzentrum Mudau“.

Diese Ergebnisse mit der schalltechnischen Untersuchung durch H. Barth und Artenschutzrechtlichen Prüfung durch Dipl.-Ing. Walter Simon – nach der der Abriss der bestehenden Gebäude erst nach der Brutzeit erfolgen darf und Nistkästen aufgehängt werden müssen – werden nun mit dem Investor abgestimmt und in den Bebauungsplan eingearbeitet. H. Lang vom Büro ifK aus Mosbach erläuterte den geänderten Planentwurf. Als wichtigste Anliegen der unmittelbar betroffenen Nachbarn wurden eingearbeitet: 1. Nachbarschaft zwischen Schreinereibetrieb und Wohnnutzung/Seniorenheim und Ausschluss von Nachteilen für den Bestandsbetrieb der Schreinerei Müller z. B. durch schalldichtere Fenster oder eine Schallschutzmauer nach Aussage von H. Barth, 2. Erschließung des Gebietes, insbesondere der rückwärtigen Wohnbebauung in verdichteter Form. Befürchtungen, dass die umgebende Bebauung beeinträchtigt wird, wenn keine ausreichend breiten Erschließungswege gebaut werden bzw. die Parkplätze nicht ausreichen, 3. Gestaltung der Einfahrt in die Kreisstraße. Doch die Breite der Privatstrasse wird nun von 3,50 Meter auf 4 Meter zzgl. 0,50 Meter befahrbares Bankett verbreitert, der Wendehammer wurde deutlich vergrößert und mögliche künftige betriebliche Erweiterungen des Schreinereibetriebs werden zurzeit durch einen Gutachter ergänzend untersucht. Ebenfalls in der Erörterung befand sich nach Erläuterung durch Dipl.-Ing. Jörg Glaser vom Ing.-Büro für Kommunalplanung der Bebauungsplan „Rumpfener Buckel“ im Ortsteil Mudau bezüglich der Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung und Behördenanhörung.

Der Gemeinderat bestätigte die Ergänzungen und Änderungen im Bebauungsplanentwurf mit grünordnerischen Beiträgen, Umweltbericht, artenschutzrechtliche Prüfung sowie das schalltechnische Gutachten. Wichtigste Beiträge hierzu waren: Verkleinerung der Grundstücksgrößen im nördlichen Bereich, Festsetzung eines fünf Meter breiten Pflanzstreifens auf den Grundstücken am Ortsrand, geringfügige Verschiebung des Kreisels nach Osten und die Festsetzung einer Versorgungsfläche für eine Umspannstation an der Gebietszufahrt und für Druckerhöhungsanlage. Die Offenlegung erfolgt Ende August.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die geplante Verlagerung des Kindergartens Mudau in die GHS Mudau, wo sich erhebliche Schwierigkeiten in der Umsetzung der Anforderungen ergeben haben, da Schule und Kindergarten komplett getrennt sein müssen. Aus diesem Grund beschloss das Gremium eine Machbarkeitsstudie, die auch den bisherigen Bestand des jetzigen Kindergartens inklusive des Krippenraumes im ehemaligen Schwesternhaus berücksichtigt. Bis Ende Oktober wird das Büro Wolfram Architekten die Machbarkeitsstudie für knapp 10.000 Euro vorstellen ohne Bindung für eine weitere Planung.

Mit 30.782 Euro stellte man die Kosten für die Verlängerung der Industriestraße durch die Firma Meny-Bau aus Mosbach innerhalb des Finanzierungsrahmens fest. Im Rahmen der Erschließung des Geländes der ehemaligen Straßenmeisterei in Mudau wurden überplanmäßigen Ausgaben im Bereich der Abwasserbeseitigung wegen zusätzlicher Arbeiten in Höhe von ca. 15.000 Euro zugestimmt. Das Gelände der ehemaligen Straßenmeisterei wurde an zwei Firmen verkauft. Aus diesem Grund erhielt das Ingenieurbüro Sack und Partner aus Adelsheim den Auftrag zur Ausführung der Ingenieurleistungen zur Herstellung der Abwasser- und Oberflächenwasserleitungen zum Honorar für 14.500 Euro, die Firma Mackmull aus Elztal-Muckental wurde beauftragt die Ausführung der Kanal- und Oberflächenwasserarbeiten zu den Einheitspreisen der Baugebietserschließung „Struthäcker II“ zügig durchzuziehen. Die Kosten betragen brutto 94.444 Euro.

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Im Sommer 2016 wurde die Sanierung der Professor-Albert-Straße in Steinbach, inklusive Dimensionserhöhung des Kanals, angeschlossen. Zwischenzeitlich wurde festgestellt, dass der sich anschließende Sammelkanal zur Kläranlage ebenfalls einer Dimensionserhöhung bedarf, da es bei Starkregen zu Rückstauproblemen kam. Für diese Baumaßnahme wird mit Kosten in Höhe von rd. 150.000 Euro gerechnet.

Die Gemeinde Mudau sieht es zusammen mit dem Neckar-Odenwald-Kreis nach wie vor als eine wichtige Aufgabe an, die Breitbandversorgung im hiesigen Raum weiter auszubauen. Aus diesem Grund beauftragte nun der Gemeinderat zum Preis von 36.656 Euro das IK-T aus Regensburg, einen Masterplan zur Glasfaserversorgung der Gebäude in Mudau zu erstellen. Dies allerdings nur dann, wenn gem. den geltenden Förderrichtlinien eine 100-prozentige Übernahme der Kosten erfolgt.

Seine Zustimmung erteilte das Gemeindegremium auch bezüglich der Ersatzbeschaffungen im Fuhrpark des Bauhofes. Demnach wurde die Firma Auto-Speicher aus Billigheim mit der Lieferung eines neuen Opel Movano zum Preis von 32.503 Euro, die Firma Schaub Nutzfahrzeuge aus Berghaupten mit der Lieferung eines Containerumsetzfahrzeugs zum Brutto-Angebotspreis von 18.183 Euro beauftragt und die Firma Küpper-Weisser aus Bräunlingen zeichnet für die Lieferung eines neuen Aufbausalzstreuers für 30.710 Euro verantwortlich.

Auch der Abbruch des Anwesens in der Ernsttaler Strasse 11 in Mörschenhardt wurde als erforderlich betrachtet und an die Firma Haun & Kruyer GbR aus Laudenberg für 24.990 Euro vergeben. Die Entrümpelung des Mobiliars wird zuvor von der Firma Digeno aus Buchen durchgeführt.

Neue Planungen erfordert das geplante Kinderbetreuungsprojekt in der Schule in Mudau. (Foto: Liane Merkle)

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