Zweite Primiz nach einem halben Jahrhundert

(Foto: Liane Merkle)
Mudau. (lm) 50 Jahre lang hatte es in Mudau keine Primiz gegeben und am vergangenen Sonntag nun schon die zweite innerhalb von zwei Jahren. Grund genug für die katholische Seelsorgeeinheit und die Gemeinde Mudau, ein ebenso fröhliches wie würdiges Fest auszurichten.

Wie der Primiziant Joachim Frank Geilich in der gut besuchten Pankratiuskirche betonte, habe er zwar nur viereinhalb Jahr seines Lebens in Mudau gewohnt, doch diese Zeit sei ganz besonders intensiv gewesen und die Verbindungen, vor allem zur Kolpingfamilie, noch immer sehr eng.

Werbung
Diese Nähe zu Pater Joachim war deutlich zu spüren in der Odenwaldhalle, wo der Musikverein unter Leitung von Ralph Müller nach der Prozessionsbegleitung von der Kirche aus zum Kaffee aufspielte und die Kindergartenkinder zusammen mit ihren Erzieherinnen und Ortrud Link an der Spitze dem Primizianten ein Glückwunsch-Singspiel vorführten.

Diese Nähe und Verbundenheit zu Pater Joachim dokumentierte aber auch die feierliche Messe zur Heimatprimiz, fröhlich und schwungvoll musikalisch umrahmt durch den Männergesangverein Mudau unter Stabführung von Dirigent Gerhard Bönig und der Chorgemeinschaft Euphoria unter Leitung von Ralf Breunig. Den Primizianten unterstützten nicht nur die Fahnenträger der örtlichen Vereine, sondern auch ein großer Stab an Mitzelebranten. Darunter Abt Dr. Johannes Eckert, der auch die Predigt hielt, Prior Pater Stefan Kling und zahlreiche Mitbrüder aus dem Kloster Roggenburg, Mudaus Pfarrer Klaus Vornberger und seine Vorgänger im Amt, die Pfarrer Werner Bier und Andreas Rapp.

Wie sehr sein Primizspruch „Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir“ als sein Lebensleitfaden zu sehen ist, wurde im Rahmen der Feierlichkeiten immer deutlicher. Schon in seinen Begrüßungsworten unterstrich Pater Joachim: „Nichts im Leben geschieht, ohne dass Gott etwas dazu tut“. So waren Verbundenheit und Vertrauen auch Tenor der Predigt von Dr. Johannes Eckart im Hinblick auf den Primizspruch und den Charakter des Primizianten, der während seiner langen Ausbildung durch seine fröhliche Freundlichkeit und sein offenes Wesen aufgefallen sei und durch sein großes Vertrauen in den Herrn. Er hob weiter hervor, „Gott läßt sich finden, denn er sucht auch unsere Nähe, weil wir von seiner Art sind. Die Sehnsucht Gottes ist der Mensch. Und wer sich seinem Geheimnis anvertraut, der ist daheim“. In diesem Sinne habe Pater Joachim in Mudau und in der Kolpingfamilie Heimat erfahren. Der Abt gab ihm den Rat: „Achte darauf, dass die Menschen, denen du in der Seelsorge begegnest auch dich an die Hand nehmen. Deine Freundlichkeit und dein Humor werden dir immer die Türen öffnen“. Abschließend wünschte er dem Primizianten viel Freude in der Offenheit, der Begegnung und Vertrautheit, die Menschen brauchen“.

Werbung
Diesen Wünschen schloss sich auch Anton Fleischmann als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates an und beglückwünschte Pater Joachim zu seiner Berufung, die Menschen auf ihrem Weg zu Gott zu begleiten. Wobei ihm seine vielfältigen Ausbildungen und seine eigenen „Umwege“ bis zum jetzigen Ziel dabei sicher wertvolle Hilfe sein werden. „Es erwartet dich sicher keine einfache Aufgabe, aber ebenso sicher eine erfüllende und befriedigende Arbeit und wir wünschen Dir, dass du spürst wie deine Arbeit Früchte trägt.“ Heidi Trunk vom Vorstandsteam der Kolpingfamilie meinte, „die Tat ziert den Mann“ und freute sich stolz, dass Pater Joachim „als einer von uns“ nach dem Vorbild von Adolf Kolping zu den Menschen geht, und nicht darauf wartet, dass sie zu ihm kommen. Sie äußerte den Wunsch „bleib einer von uns.“

Prior Pater Stefan Kling vom Kloster Roggenburg lobte zum einen die Herzenswärme in der Eisheiligen-Kirche von Mudau, die er als Antwort auf die Heiterkeit und Mitmenschlichkeit von Pater Joachim sah. Wie Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger in seinem Grußwort betonte, seien Gastfreundlichkeit und ein enges Miteinander die vordringlichen Eigenschaften der Odenwälder, was sowohl der Gottesdienst als auch die Feier in der Odenwaldhalle zeigen.

Weiter meinte er, dass Pater Joachim für seine Berufung im Kloster Roggenburg aufgrund seiner vielen „Umwege“ eine hervorragende Basis habe, was wichtig sei für seinen weiteren Weg. Damit er immer auch in seiner Wahlheimat Mudau zu finden sei, habe er einen Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde vorbereiten lassen. Ein sehr überraschter Pater Joachim nahm diesen Eintrag dann gerne vor, bevor er sich ausgiebig und sehr persönlich bei allen bedankte, die ihm diesen feierlichen Rahmen für seine Heimatprimiz geschenkt haben.

(Foto: Liane Merkle)

© www.NOKZEIT.de


Werbeanzeigen

Artikel empfehlen: