Druck durch neue Datenschutzverordnungen

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Seit etwas mehr als zwei Monaten ist die neue Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) – offiziell: „General Data Protection Regulation“ (GDPR) – erst in Kraft, schon häufen sich Kritik und die Forderungen nach Anpassungen. Nach wie vor sind viele Unternehmen und Vereine mit der Umsetzung der Richtlinie überfordert, die in vielen Punkten widersprüchlich ist. Die IHK Rhein-Neckar bietet deshalb Veranstaltungen zum Thema an, um Unternehmen bei der Umsetzung zu unterstützen.

Betroffene fürchten Konsequenzen

Berichte über die zum Teil kuriosen Folgen der seit Kurzem gültigen Datenschutzgrundverordnung, zum Beispiel über diese Kita in Nordrhein-Westfalen, gibt es inzwischen zuhauf. Ganze Websites wurden hastig aus dem Netz genommen – aus Angst vor drohenden Bußgeldern. Insbesondere kleine Unternehmen sowie Vereine und Vermieter fürchten sich vor den hohen Gebührenforderungen sogenannter Abmahnanwälte. Laut dem Bundesverband Digitale Wirtschaft rechnet die Hälfte der Unternehmen der Digitalwirtschaft mit drastischen Umsatzeinbußen infolge der neuen Richtlinie.

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Zwar sind diese Befürchtung nach Einschätzung von Datenschützern in vielen Fällen einer übertriebenen Panikmache geschuldet, dennoch sollten sich alle betroffenen Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen gründlich über den Inhalt und die praktische Umsetzung der DSGVO informieren – und betroffen ist praktisch jeder, der personenbezogene Daten sammelt. Dies tun längt nicht nur E-Commerce-Unternehmen, sondern beispielsweise auch Behörden sowie öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Vereine, Universitäten und Kitas.

Zwar drohen Letzteren bei Verstößen keine Bußgelder, zur Umsetzung verpflichtet sind sie dennoch. Dies stellt gerade Privatpersonen, zum Beispiel ehrenamtlich tätige Vereinsmitglieder ohne ausreichendes Fachwissen, vor Herausforderungen.

Datenschutz wird weiter ausgebaut

Wer glaubt, das Thema Datenschutz nach Umsetzung der DSVGO abhaken zu können, irrt sich leider. Bereits im kommenden Jahr wird auf Europaebene eine weitere Datenschutzverordnung verabschiedet werden. Die sogenannte ePrivacy-Verordnung, die ursprünglich zusammen mit der DSVGO verabschiedet werden sollte, soll diese konkretisieren und in vielen Bereichen sogar verschärfen. Wird die ePrivacy-Verordnung tatsächlich in der aktuellen Version umgesetzt, werden insbesondere all diejenigen davon betroffen sein, die sich durch Online-Werbung finanzieren. Obwohl die ePrivacy-Verordnung frühestens 2021 in Kraft tritt, ist es ratsam, sich rechtzeitig über die Inhalte und mögliche Konsequenzen zu informieren.

Im Hinblick auf die DSVGO ist Abwarten keine Option mehr. Betroffenen Unternehmen ist anzuraten, sich schnellstmöglich zu informieren und die Vorgaben zu implementieren, wenn sie Bußgelder vermeiden wollen. Die IHK Rhein-Neckar bot bereits vor dem Inkrafttreten der neuen Grundverordnung Veranstaltungen für Unternehmen an, in denen die Regeln der DSVGO anhand von Praxisbeispielen erläutert wurden. Wer diese Gelegenheit verpasst hat, braucht sich nicht zu sorgen – im September folgt ein Aufbaukurs, der auch für Einsteiger geeignet ist. Auch viele andere Dienstleister bieten Beratungen zur DSVGO an. Allerdings ist es sinnvoll, sich vorab über die Inhalte der Veranstaltung zu informieren, um sicherzustellen, dass die Fortbildung dem eigenen Bedarf entspricht.


Bildrechte: Flickr GDPR & ePrivacy Regulations Dennis van der Heijden CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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