Gesundheitsfalle Arbeitsplatz

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Was Chefs tun können

Wenn Mitarbeiter aufgrund von psychischen Erkrankungen lange ausfallen, kann das vor allem für kleinere Betriebe schnell zu einem großen Problem werden. Auf der Liste der Faktoren, die Krankheiten wie Burnout begünstigen, stehen zu viel Stress und Druck am Arbeitsplatz weit oben. Vorgesetzte können aktiv dazu beitragen, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter durch präventive Maßnahmen zu erhalten und so die Anzahl der Krankentage im Betrieb deutlich zu verringern.

Zu viel Druck und Stress machen krank

Ein gewisser Grad an Stress gehört zu jeder Arbeit dazu. Immer wieder gibt es Phasen, in denen Zeitdruck herrscht und Mehrarbeit erforderlich ist. Vor allem kleine Betriebe müssen in erster Linie wirtschaftlich denken und das Arbeitstempo hin und wieder anziehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

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Wird starke Belastung jedoch zum Dauerzustand, kann der Arbeitsalltag krank machen. Die Folge sind Arbeitsausfälle, die die Firma teuer zu stehen kommen. Im Schnitt beträgt die Ausfallzeit bei psychischen Erkrankungen rund 30 Tage im Jahr – das ist doppelt so lange wie bei körperlichen Erkrankungen.

Auch wenn zu viel Stress und Druck am Arbeitsplatz häufig nicht die alleinigen Gründe für eine Erkrankung sind – auf Dauer schaden sie sowohl der körperlichen als auch der seelischen Gesundheit. Umso wichtiger ist es, dass Chefs die Gesundheit ihrer Mitarbeiter ernst nehmen. Zum einen aufgrund der Fürsorgepflicht für ihre Angestellten, zum anderen aus eigenem wirtschaftlichem Interesse.

Erholungspausen und Rückzugsorte

Was können Vorgesetzte tun, um die Gesundheit am Arbeitsplatz aktiv zu fördern? Zu den wichtigsten Kernpunkten, die Vorgesetzte im Blick haben sollten, zählen:

  • die Einhaltung regelmäßiger Ruhepausen
  • ein realistisches Arbeitspensum
  • die offene und regelmäßige Kommunikation mit den Angestellten

Umfragen zeigen, dass Pausenzeiten häufig nicht eingehalten werden. Im Handwerk verzichten beispielsweise 23 Prozent der Angestellten regelmäßig auf Erholungszeiten. Diese sind allerdings aus gutem Grund gesetzlich vorgeschrieben. Chefs sollten daher unbedingt darauf achten, dass feste Pausenzeiten im Betrieb eingehalten werden.

Außerdem sollten Mitarbeiter nach Möglichkeit immer einen Pausenraum zur Verfügung haben. Dieser sollte so gestaltet sein, dass sich Mitarbeiter dort wohlfühlen und Ruhe finden. Fenster sorgen für ausreichend Tageslicht und frische Luft.

Die Räumlichkeiten für die Angestellten sollten insgesamt über eine angemessene, wenn auch zweckmäßige Ausstattung verfügen. Dazu gehören Sitz- und Essgelegenheiten ebenso wie eine ausreichende Anzahl an Umkleidebänken, die für jede Betriebsgröße in unterschiedlichen Größen und Ausführungen erhältlich sind.

Regelmäßig Feedback einholen

Jeder Chef ist grundsätzlich daran interessiert, dass in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Arbeit erledigt wird. Mutet man seinen Mitarbeitern aber ständig zu viel zu, führt das zu Unzufriedenheit und Frust. Wichtig ist, dass Chefs für eine transparente Kommunikationskultur im Unternehmen sorgen und ein offenes Ohr für Feedback und Kritik ihrer Mitarbeiter haben. Zeigen sich Vorgesetzte kompromissbereit, fühlen sich Angestellte ernst genommen, was die Zufriedenheit und damit einhergehend die Leistung erhöht.

Eine Möglichkeit, die Kommunikation zwischen beiden Seiten zu fördern, besteht beispielsweise darin, in kleineren Betrieben täglich vor Arbeitsbeginn eine kurze Besprechung abzuhalten, in der die Aufgaben des Tages gemeinsam besprochen werden. Hilfreich ist es auch, regelmäßig Feedback von seinen Mitarbeitern einzuholen. Nur dadurch kann man als Chef ein realistisches Bild vom Betriebsklima gewinnen und sich für Probleme im Betrieb sensibilisieren.


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