Kunst-Fest im Zeichen der Brüderlichkeit

_An diesem Rahmen an der Fassade der KZ-Gedenkstätte Neckarelz wird das Riesen-Gemälde angebracht. (Foto: KZ-Gedenkstätte)

KZ-Gedenkstätte: Riesengemälde und Schüler-Kunstwerke werden vorgestellt

Zu einem Kunst-Fest lädt die KZ-Gedenkstätte Neckarelz (Mosbacher Straße 39, 74821 Mosbach) am Sonntag, den 23. September ab 14 Uhr ein. In diesem Rahmen werden Kunstwerke vorgestellt, die im Rahmen des deutsch-französischen Doppelprojekts „Fraternité/Brüderlichkeit“ und „Was bleibt? Ein Kunstprojekt zur Erinnerung“ entstanden sind. Was verbirgt sich dahinter?

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Im Jahr 2018 erhielten fünfzehn Gedenkstätten, die für zahlreiche Lager des ehemaligen KZ-Komplexes Natzweiler auf beiden Rheinseiten stehen, gemeinsam das Europäische Kulturerbe-Siegel. Aus diesem Anlass  – und um das Netzwerk der Lager und Gedenkstätten auf ungewöhnliche Weise sichtbar zu machen –  haben sie die Kunstaktion „Fraternité/Brüderlichkeit“ ins Werk gesetzt.

Brüderlichkeit und Solidarität waren im Konzentrationslager extrem kostbar. Die SS wollte sie um jeden Preis verhindern, wer Brüderlichkeit übte, widerstand der Entmenschlichung. Doch auch im heutigen Europa sind diese Werte keineswegs selbstverständlich …

32 französische und deutsche KünstlerInnen haben im April 2018 in gemischten Duos 16 großformatige Gemälde zum Thema „Brüderlichkeit“ geschaffen. Sie waren zunächst gemeinsam in  Natzweiler und Stuttgart ausgestellt. Im Herbst 2018 wandern 14 Gemälde zu 14 Außenlager-Gedenkstätten in beiden Ländern, wo sie im Freien, im öffentlichen Raum, ausgestellt werden. In Neckarelz wird das Kunstwerk von Bernard Latuner (Mulhouse)  und Harald Gruber (Karlsruhe/Dessau) unmittelbar an der Fassade der Gedenkstätte angebracht.

Gleichzeitig arbeiteten die gleichen KünstlerInnen unter dem Motto „Was bleibt? – Ein Kunstprojekt zur Erinnerung“ mit SchülerInnen an den Orten der Außenlager-Gedenkstätten. Im Fall der Gedenkstätte Neckarelz war dies eine Klasse des Ganztagsgymnasiums Osterburken. Unter Anleitung des Künstlers Harald Gruber und des Kunstlehrers Thomas Breuer entstanden inhaltlich sehr ernste Werke, deren Malweise an fröhlich-plakative Pop-Art erinnert – eine spannende Mischung.

Feste sind in einer KZ-Gedenkstätte eher selten. Doch im Zeichen der „Brüderlichkeit“ gibt es ab 14 Uhr in der Gedenkstätte, bei schönem Wetter auch im Hof der Clemens-Brentano-Schule, Kaffee und Kuchen, einen kleinen Flohmarkt mit Büchern und Erinnerungsstücken sowie um 15 Uhr die Enthüllung des Riesen-Kunstwerks an der Fassade, das 2,60 x 3,60 m groß ist.

Im Seminarraum der Gedenkstätte freuen sich die jugendlichen KünstlerInnen des GTO auf zahlreiche Interessierte, auf Fragen und Gespräche. Ein Katalog stellt die Werke, die die Beteiligten, die Hintergründe und die Projektförderer vor.

Selbstverständlich ist die Ausstellung der Gedenkstätte an diesem Sonntag bei freiem Eintritt ebenfalls geöffnet.

© www.NOKZEIT.de


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