CDU will mehr Geld für Tagesmütter

JobCenter erfüllt wichtige sozialpolitische Aufgabe

Mosbach. (ne) Zur Vorberatung der nächsten Kreistagssitzung traf sich die CDU-Kreistagsfraktion im Landratsamt. Dabei ging es um die Arbeit des JobCenters, die Geschäftsführer Jochen Münch vorstellte. Außerdem wurden verschiedene Anträge beraten.

Das JobCenter mit zwei Standorten in Mosbach und Buchen wird gemeinsam vom Landkreis und der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall/Tauberbischofsheim getragen. 32 Bedienstete des Landkreises und 37 der Arbeitsagentur arbeiten hier zusammen. Ende August waren 2.666 Personen arbeitslos, das sind 3.3 v.H., womit man sich im Landesdurchschnitt bewegt. Die Zahl der offenen Stellen ist mir 1.299 im Vergleich zu anderen Arbeitsamtsbezirken relativ gering. Hauptproblem ist, dass über 60 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsempfänger ohne Schulabschluss sind; das Problem betreffe nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Deutsche. Das Ziel sei die Integration in den ersten Arbeitsmarkt¸ bis August sei dies bei 600 Personen gelungen; der Anstieg werde vor allem durch Flüchtlinge getragen, was sehr positiv sei.

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149 Flüchtlinge befinden sich derzeit in 12 Integrationskursen, 31 in zwei berufsbezogenen Aufbaukursen, denn ausreichende Deutschkenntnisse und das Kennen der Lebensgewohnheiten in Deutschland seien die Voraussetzung dafür, dass die Integration gelingt. Die Durchfallquote sei allerdings sehr hoch; Münch sah dies als Langzeitaufgabe. Ein besonderes Problem seien weibliche Flüchtlinge; rund die Hälfte müsste erst alphabetisiert werden, was wegen der zu betreuenden Kinder schwierig zu organisieren ist. Eine weitere wichtige Aufgabe des JobCenters ist die Vermittlung der Langzeitarbeitslosen; hier werden verschiedene Programme angeboten, um deren Zahl abzubauen und den Betroffenen eine Zukunftsperspektive zu bieten. Die CDU-Fraktion sprach den Beschäftigten des JobCenters für diese sozialpolitisch wichtige Aufgabe ihre Anerkennung aus.

Während der Urlaubszeit hatte Fraktionsvorsitzender Karl Heinz Neser auf Grund der landesweiten Berichterstattung für die CDU-Fraktion schon einen Prüfantrag an die Kreisverwaltung gestellt, den Stundensatz für die Bezahlung der Tagesmütter zu erhöhen. Nach Informationen der CDU-Fraktion beträgt der Stundensatz seit sechs Jahren unverändert 5,50 Euro für Kinder unter drei Jahren und 4,50 Euro für Kinder über drei Jahren. Vom Gesetzgeber wird die Kindertagespflege durch Tageseltern als gleichwertige Alternative zu den Kindertagesstätten angesehen, so dass die Kosten für die Eltern nicht viel teurer als bei Kindertagesstätten sein sollten. Ende 2017 betreuten 92 Tagesmütter 183 Kinder, aktuell sind es 201 Kinder. Nach Auffassung der CDU-Fraktion sollte der Landkreis hier „nachlegen“, weil er auch ein Interesse daran hat, dass Spitzen in den Kindergärten so abgefangen werden können.

CDU-Fraktionsvorsitzender Neser gab auch einen Bericht über ein Gespräch der Liga der freien Wohlfahrtsverbände mit den Fraktionsvorsitzenden des Kreistags. Danach wurde die Kreistagssitzung vorberaten. Vor der Sitzung hatte die Fraktion die neue Kantine des Landratsamtes im Bistro „Banschi’s Art“ besichtigt, das als PPP-Modell betrieben wird.

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