Licht und Schatten – Jahrhundert-Hitze 2018 

(Foto: pm)

von Dr. Catharina Shab

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Grundsätzlich sollten in jeder Altersstufe Früherkennungsuntersuchungen beim Facharzt für Dermatologie in festen Zeitintervallen durchgeführt werden. Der Mythos ein Hautkrebsscreening (HKS) mache erst nach dem 35. LJ Sinn, begründet auf der Vermutung, dass der Krebs stets erst nach dem 35. LJ auftreten würde, ist obsolet.

Durch das HKS werden Auffälligkeiten oder Veränderungen an der Haut und/oder Pigmentflecken erkannt und eine eventuelle Tumorerkrankung frühzeitig diagnostiziert. Ziel des Screenings ist es, die Tumorvorstufen rechtzeitig zu entdecken und die Heilungschancen zu erhöhen, so Frau Dr. Catharina Shab Expertin für Hautkrebs bei Med Aesthet in Frankfurt. Speziell gesucht wird hierbei nach den drei Hautkrebserkrankungen Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom („Heller Hautkrebs“) und Malignes Melanom („Schwarzer Hautkrebs“). Waren es gemäß der Hochrechnung des Krebsregisters in 2014 rund 290.691 neu erkrankte Menschen, so ist 2015 ein Anstieg auf 293.285 zu verzeichnen gewesen. Davon entfallen etwa 35.000 auf das gefährliche maligne Melanom. Für rund 3.000 Betroffene endet dieses jährlich tödlich. Häufig kommt es im zeitlichen Verlauf zu Tochtergeschwülsten (sog. Metastasen). (Zahlen der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. – April 2018).

So läuft die Untersuchung ab

Nach einem persönlichen Gespräch werden während der Ganzkörperuntersuchung auffällige Hauterscheinungen mit Hilfe eines Dermatoskops (Auflichtmikroskop) vom Facharzt sehr genau in Augenschein genommen. Über eine hochauflösende Kamera werden die Aufnahmen mittels digitalem Foto-Finder in 70-facher Vergrößerung auf den Monitor geschickt. Dies kann auch zum Vergleich im Verlauf herangezogen werden. Hier analysiert der Dermatologe alle eventuellen Auffälligkeiten akribisch. Diese computergestützte Methode ermöglicht eine frühzeitige Diagnose und kann somit Leben retten.

Für Patienten ist es wichtig, ihre persönliche Scheu zu überwinden, denn sie werden, sobald sie sich komplett entkleidet haben, in Körperfalten und im Intimbereich, bis hin zu der Fußsohle, genauestens untersucht. Besonders für Personen, bei denen bereits die Eltern eine Hautkrebs-Erkrankung aufweisen, ist das Screening dringend erforderlich, denn die individuelle erbliche Vorbelastung gilt als Risikofaktor. Vorstufen von Hauttumoren / -Krebs finden sich überdurchschnittlich oft an sichtbaren Regionen wie Nase, Ohren, Stirn, Handrücken oder auch Unterarmen. „Outdoor-Fans“ (z. B. Segler, Golfer, Fernreisende) weisen meist eine verstärkte Sonneneinwirkung auf und sollten diese Vorsorge besonders nutzen. Weiter sollte man ausreichend -1,5 Liter zusätzlich – Wasser trinken und den Körper selbst regelmäßig begutachten, um Auffälligkeiten zu erkennen.

Das Umweltbundesamt hat bestätigt, dass die jährliche Durchschnitts-Temperatur hierzulande vor allem im Frühjahr und Sommer weiter ansteigen wird. Zu bedenken ist, dass besonders die UV-Strahlen für die Entwicklung einer Hautkrebs-Erkrankung ausschlaggebend sind. Jeder Sonnenbrand -auch lange zurückliegende, als Kind- birgt die Gefahr, grundsätzlich daran zu erkranken. Sogar bereits als geheilt geltende Patienten können erneut von der heimtückischen Krankheit befallen werden.

Prävention

Das Bundesamt für Strahlenschutz hat aktuell erhöhte Werte für die „solare UV-Strahlung = UV-Index“ von 6 bis 8, im Gebirge sogar bis 11 gemeldet. Gemäß der NASA (2007) gelangen die (potentiell) tödlichen ultravioletten (UV) Strahlen durch die geschwächte Ozonschicht auf die Erdoberfläche (seit dem 04.04.2018 offiziell bestätigt). Aufgrund der aktuellen „Sahara-Hitze“ wird die Bevölkerung dazu angehalten, persönliche Vorlieben umzustellen. Da die UV-Strahlen für das bloße Auge nicht erkennbar sind, kann eine permanente Exposition im Freien (vor allem auch für die Augen), um so gefährlicher sein. Nicht nur in der prallen Sonne, sondern auch wenn es bewölkt ist, sollte für die Haut mit entsprechendem Lichtschutzfaktor 30 (UVA- und UVB-Schutz) vorgesorgt werden. Weitere „einfache“ Maßnahmen bestehen darin, die stärkste Mittagssonne zu meiden, Schatten zu suchen, schützende Kleidung zu tragen, auf den UV-Index www.bfs.de/uv-prognose zu achten und keine Sonnenstudios aufzusuchen. Städteplaner sind heute vermehrt dazu aufgerufen, Baumgruppen anzulegen und/oder Sonnensegel ausspannen zu lassen. Mehr und mehr werden auch wir mediterrane Lebensweisen erleben: Morgens wird eine verstärkte Aktivität verzeichnet, zwischen 12 bis ca. 16 Uhr wird „Siesta“ gehalten und anschließend werden die restlichen Verpflichtungen erledigt. Mittlerweile haben sich 20 medizinische Fachgesellschaften rund um das Thema „UV-Strahlung, Haut und Gesundheit“ zu einem UV-Schutz-Bündnis zusammengeschlossen.

Die Autorin

Dr. med. Catharina Shab

• Fachärztin für Dermatologie

Dr. Catharina Shab ist Fachärztin für Dermatologie und bietet in ihrer Praxis in Frankfurt Leistungen der klassischen und operativen Dermatologie sowie der Ästhetik an. Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, nimmt sie regelmäßig an Fortbildungen teil. Moderne Techniken wie Laserbehandlungen oder computergestützte Verfahren nimmt sie gerne in ihr Praxisspektrum mit auf. Frau Dr. Shab ist Expertin für Hautkrebs und veröffentlichte bereits mehrere Artikel für nationale und internationale Fachzeitschriften sowie Fachbücher

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