Dorffest Waldkatzenbach nicht vom Winde verweht

Brachten die Histörchen aus der Geschichte des MGV Waldkatzenbach auf die Bühne. (Foto: Hofherr)
Böse Zungen behaupten, dass man im Walbbrunner Ortsteil Waldkatzenbach nicht nur keinen guten, sondern sogar einen schlechten Draht zum Wettergott bzw. zu Petrus habe, denn anders sei es nicht zu erklären, dass das Dorffest unterhalb des Katzenbuckel-Gipfels nahezu regelmäßig im Regen untergehe. Egal in welchem Rhythmus mit zwei oder dreijähriger Pause, zielsicher erwischen die Planer um den Ortschaftsrat und die örtlichen Vereine ein Regenwochenende. In diesem Jahr war es sogar der Beginn des Herbstes, nach wochenlangem Hochsommer, der das Feiern etwas ungemütlich machte. Am Dorffest-Sonntag war das Wetter sogar so übel, dass ein Großteil der Freitluftaktivitäten wie der Kinderflohmarkt und die für die jüngsten Festbesucher eingeplante Hüpfburg wurden abgesagt. Und er Herbststurm, der sonntags auf dem Winterhauch und weit darüber hinaus tobte, gab der Entscheidung von Ortsvorsteherin Nicole Wagner Recht.

Dennoch ließen sich die Waldkatzenbacher und ihre Gäste das Feiern nicht vermiesen, auch wenn die Freiwillige Feuerwehr wegen eines umgestürzten Baums am Sonntag ausrücken müsste.

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Zu feiern gab es übriges nicht nur das Dorffest, mit dem MGV Eintracht Waldkatzenbach, feierte der älteste Verein des Ortsteils sein 140-jähriges Bestehen. Und dies Tat er wie schon in der Vergangenheit, in einem eigens wieder aufgebauten, historischen Wirtshaus, von dem es in der touristenreichen Geschichte am Katzenbuckel viel gab.
Doch zunächst stand ein Quiz mit Fragen rund um die Ortsgeschichte, die Begrüßung und das Abendessen auf dem Programm.

Und dann hieß es Platz nehmen im Gasthaus Katzenbuckel, denn dort erzählte der Männergesangsverein einmal mehr in Episoden bzw. Anekdoten aus der reichen Geschichte des Vereins, der inzwischen seit über zehn Jahren von Angelika Steinbauer-Bissdorf geleitet wird. Hierfür hatte sich Chefautor Ludwig Münch einmal mehr die Protokoll- und Singstundenbücher des Vereins vorgenommen und in vier Stammtischen nach der Singstunde, die dem Jahreslauf der früher noch bäuerlich geprägten Region entsprachen, viele Personen wie Theo Back, Kurt Bachert, Erich Dewald und viele mehr aufleben ließ, an die sich das einheimische Publikum noch gerne erinnerte. Inzwischen ist der Verein durch die Kooperation mit dem MGV Dielbach um ein weiteres Kapitel reicher und der Fortbestand einmal mehr für einige Zeit gesichert. Dass die Nachwuchsgewinnung kein neuzeitliches Problem ist, wurde bei den vier Stammtischen schon deutlich. Denn jedes Mal erinnerte der damalige Vorsitzende seine Sangesbrüder daran, dass man neue Sänger gewinnen müsse. Auch Begegnungen mit den vielen Feriengästen, insbesondere denen des weiblichen Geschlechts, wurden aufs Korn genommen. Gerne erinnerte man auch an die Schauspielerin Else Ranzow, mit der die Theaterabende in Waldkatzenbach Einzug hielten.

Nachdem sich die Sänger und Schauspieler ihren verdienten Applaus abgeholt hatten, ging es mit Barbetrieb bis in die Morgenstunden weiter.

Am Sonntag eröffnete Bürgermeister Markus Haas nach einem musikalischen Gruß der Kinder des Ortsteils das Dorffest Waldkatzenbach mit dem Fassanstich auch offiziell. Nach dem Auftritt der Feuerwehrkapelle Waldkatzenbach lockte der „Bunte Nachmittag“ mit seinen Attraktionen und Vorführungen trotz der Wetterkapriolen viele Gäste in den Bürgersaal, wo man sich sicher war, dass man das nächste Dorffest so feiern wird, dass es (endlich) regnet.

Dank Dielbacher Verstärkung hat der MGV Waldkatzenbach auch nach 140 Jahren nichts von seiner Stimmgewalt verloren. (Foto: Hofherr)

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