Adelsheim: Gäässwärmer lassen den Balzele erwachen

Traditionelles Weckzeremoniel im Museumdhof

SiPrä Torsten Blum, BM Klaus Gramlich, Balzele Sebastian Hoarca, Balzele-Fraa Christina Hoarca bei der Übergabe der Seestadtpfanne (v.l.n.r)

Das die Adelsheimer Narren für die Fasnacht gut gerüstet sind bewiesen Sie am vergangenen Sonntag. Am Abend des 11.11. eröffnete die Gäässwärmerzunft Alleze mit dem Wecken des Balzele die Fasnachts-Saison 2018/2019. Bürgermeister Klaus Gramlich, dessen Herz für die „Allezer-Fasenacht“ schlägt, schunkelte und sang begeistert mit.

Gäässwärmer feierten den ganzen Tag 

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Doch bevor die traditionelle Weckzeremonie im idyllischen Museumshof begann veranstaltete die Zunft am Nachmittag einen „11.11. für die Jüngsten“.

Unter der Federführung der Seatown-Girls wurde bei einer Kinderdisko im Zunftheim, mit den beliebtesten Fastnachtshits, ausgelassen der Start der 5. Jahreszeit gefeiert. Kinderschminken, ein Maltisch sowie ein reichhaltiges Kuchenbuffet rundeten das Angebot für die Kinder ab. 

Pünktlich um 17:33Uhr setzte sich dann der bunte Fasnachtszug, musikalisch umrahmt von der Feuerwehr- und Stadtkapelle, am Zunftheim in Bewegung. Angeführt von Hexen, Gäässen und Trachten sowie den Elferräten zog die Allezer Narrenschar in diesem Jahr erstmals über eine verkürzte Strecke durch die Gassen der Schlossstadt zum Museumshof. Dort wurden sie bereits von einer stattlichen Anzahl „Fasnachtshungriger“ erwartet.

Sitzungspräsident Torsten Blum, genannt „Blumi“, der mit viel Wortwitz und mit seiner bekannt-beliebten lockeren Art sicher durch den Abend führte, forderte gleich zu Beginn gemeinsam mit den vielen Schaulustigen die „Balzele“-Familie lautstark auf, sich dem närrischen Volk zu zeigen: „Balzele, wach uff, kumm raus, mit dem Schloofe is jetzt aus, wälz dich endlich aus de Kisse, wersch noch uff de Haffe müsse“. Nachdem dIe Hexen und einige Jungelfer lautstark an die Tür des Bauländer Heimatmuseums hämmerten erschien der Balzele „mit Fraa un Kinner“ (Sebastian und Christina Hoarca mit Kindern) im Museumshof, leerte seinen Nachttopf und eröffnete mit dem Losungswort die Allezer Fastnacht: „Ich ruf Euch zu, des wär‘ gelacht, Alleze un kee Fasenacht – hört sich do net alles uff, die Gießkann her un Wasser druff“.

Fasnachtssamstag mit neuem Konzept

Nach dem  Fasenachtsschlager „S‘ Lewe is voll Sorg und Leid“ grüßte Blumi alle anwesenden Aktiven und Freunde der Allezer Fasnacht sowie eine Abordnung aus Merchingen um Sitzungspräsident Maximilian Maurer mit den Worten: „Ahoi liewi Narre , ahoi liewi Leit. Die närrische Zeit, die beginnt hier heit.“ und gab die Termine für die kommende Fasnacht bekannt. 

Prunksitzung (23. Februar), Kinderprunksitzung (24. Februar), Straßenfastnacht (28. Februar). Für den Traditionstermin am Fasnachtssamstag (02.März) habe man sich in diesem Jahr für ein neues Konzept entschieden. Bei einer Frauenfasnacht mit DJ, Männerballett und Tänzen wird in der Eckenberghalle gefeiert. Auch die Männer sind willkommen, einzigste Vorraussetzung ist das erscheinen in Frauenkleidung.

Sommerhitze wird zum Motto

Gespannt warteten alle auf die Verkündung des Mottos für die närrischen Tage. „Manchmal kritisch – manchmal traditionell, e Motto find man net so schnell“. In diesem Jahr kam die Idee zu Motto und Pin aus den Reihen der Vorstandschaft und orientiert sich am Hitzesommer des Jahres. Unter dem Motto „Wenn´d Sonne heiß wie Feuer brennt. Die Gääss dann gern ins Schwimmbad rennt“ lassen die Gääswärmer bis Aschermittwoch die Allezer Fasnacht hochleben. Der Pin wird die Allezer Gääss ausgestattet mit Schwimmring und Badeente zeigen.

Danach kamen die Allezer Fasnachtssucher zu Wort. Ellie Pittner sprang die Fasnacht förmlich an. Die geplante Lärmschutzwand der Bahn trenne Adelsheim in Ost und West und man brauche dann auch einen Grenzübergang. „Ich schlag vor wir baun uff de Brück en Schlagbaum mit Haus und nenne den Übergang dann – Checkpoint Klaus“ 

Daniel Ulrich als zweiter Fasnachtssucher fand die Fasnacht erst in der vergangenen Woche. Denn die Stadt hatte bereits die Weihnachtsbeleuchtung an der Linde in Betrieb genommen. Ulrich war der Meinung man könne die Beleuchtung einfach das ganze Jahr über hängen lassen. Zudem brachte er gleich noch Vorschläge mit wie man die Linde an Jahreszeiten oder Veranstaltungen anpassen könnte.

Anschließend wurden die Elferräte durch die „Balzele-Familie“ eingekleidet und durch SiPrä „Blumi“ mit närrischen Versen vorgestellt. Mit Atilla Jucha und Gabriel  Kaminski gibt es gleich zwei Neuzugänge in den Reihen des Elferrats. Gemeinsam mit den „Alt-Elferräten“ legten die beiden zusammen mit zahlreichen Neuzugängen der Seatowngirls den Narreneid in Gäässemilch ab. Sie gelobten auch in diesem Jahr „Treu und Freundschaft zu halten, den närrischen Befehlsgewalten, selbst dann, wenn manchmal Weib und Kind darüber andrer Meinung sind.“

In dieser Session gehören dem Gremium an: Sebastian Fuchs, Ralf Ulrich, Robin Arns, Christian Häußler, Atilla Jucha, Kevin Zetzmann, Frank Bopp, Roland Deutsch, Willi Gniosdorz, Thomas Drischel, Thorsten Weissensel, Gabriel Kaminski (Ceremonienmeister), Michael Sauter (Büttl), Severin Neubeck (Fahnenträger), Torsten Blum (Sitzungspräsident)

Bauvorhaben der Stadt im Blick

Gespannt warteten die vielen Zuschauer auf die traditionelle „Seestadtpfanne“, die natürlich an keinem Elften Elften fehlen darf. „Alleze am Seckachstrand gebaut wird hier bald mehr als im ganze Land“ , mit diesen Worten überreichte Torsten Blum die „Seestadtpfanne“ an Bürgermeister Klaus Gramlich. In seinen kritisch-lustigen Versen beleuchtete er die zahlreichen Baumaßnahmen in der Stadt und machte sich Gedanken wie die ein oder andere Entscheidung in Gemeindrat gefällt wird  „In Alleze drin is bautechnisch ah was los ma beschließt im Stadtrat und red net uff de Stroß, der Tanzberg der wird praktisch neu, manch Allezer sich do net drüber freu´“

Bürgermeister Klaus Gramlich konterte die Worte Blumis mit geschliffenen Reimen. „Die Stadt hat als Bauherr selbst keine Aktien im Spiel, das einzigste was man hier bald realisieren will […], is ufem Eckenberg de Neubau der Halle, des werd dann wohl ned kontrovers diskutierten, denn des wolle ja dann wieder Alle.“ Schließlich entrichtete Gramlich den Obulus in Höhe von elf Euro elf, verspeiste die Seestadtpfanne und aus den Kehlen der Narrenschar erklang das „Badnerlied“

Abschließend dankte Sitzungspräsident Torsten Blum der Stadtkapelle für die Unterstützung während der Fasnachtssaison und verwies auf das Jahreskonzert der Stadtkapelle am 01. Dezember in der Eckenberghalle. Mit dem „Jolly-Schunkler“ klang danach der offizielle Teil der Fasnachtseröffnung aus.

Bis in die Abendstunden schallten aber aus dem benachbarten Zunftheim altbekannte Fasnachtslieder. Getreu dem alten Allezer Fasnachtslied „Mir gehn heut Nacht noch lang net heem“ nahm das närrische Treiben, bei Bewirtung durch die verschiedenen Gruppierungen der Zunft, im und vor dem Zunftheim seinen Lauf.

 

 

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