Klausur der CDU-Fraktion im Buchener Gemeinderat

Breit aufgestellt, personell wie inhaltlich: die Buchener CDU-Gemeinderatsfraktion mit Gästen. (Foto: pm)

(pm) Als Veranstaltungsort für die diesjährige Klausurtagung hatte die CDU-Fraktion im Buchener Gemeinderat ganz bewusst das Buchener Krankenhaus gewählt: „Eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung ist ein wichtiger Baustein für die zukunftsorientierte Ausrichtung unserer Stadt – neben den niedergelassenen Ärzten ist die Klinik hier ein wichtiger Faktor“, betonte Fraktionssprecher Priv.-Doz. Dr. Harald Genzwürker bei der Begrüßung der über 20 Fraktionsmitglieder und Ortsvorsteher. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Burger, ebenfalls Mitglied des Aufsichtsrats, sowie der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Ralf Schäfer konnten als Gäste der Veranstaltung begrüßt werden.

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In einem ausführlichen Referat stellte Klinikgeschäftsführer Norbert Ahrens die Entwicklung der Neckar-Odenwald-Kliniken in den letzten 5 Jahren dar. Aus schwierigsten Verhältnissen sei es gelungen, die wirtschaftliche Lage deutlich zu bessern. Unverändert gebe es allerdings erhebliche „Altlasten“ im Bereich der Instandhaltung der Gebäude und der Medizintechnik, welche die durchaus positive Entwicklung schmälerten. Eine große Herausforderung für Kliniken im ländlichen Raum seien die Rahmenbedingung der Finanzierung, welche den Belangen der sogenannten „kleinen Krankenhäuser“ bis 200 Betten nicht gerecht würden – doch diese machten etwa 60 Prozent aller Klinikstandorte aus.

Wichtig war Ahrens zu betonen, dass an beiden Klinikstandorten rund um die Uhr eine Grund- und Regelversorgung sichergestellt sei. Zusätzlich habe man nach dem Motto „Eine Klinik an zwei Standorten“ eine Spezialisierung in bestimmten Bereichen vorangetrieben, um kostspielige Doppelvorhaltungen zu reduzieren. Beispiele sind die Operation von Hüft- und Kniegelenken in Mosbach oder die Wirbelsäuleneingriffe und große Bauchoperationen am Standort Buchen. Mit mehr als 1.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von über 70 Millionen Euro seien die Kliniken nicht nur ein Standort-, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor.

Landrat Dr. Achim Brötel schloss sich den Ausführungen des Geschäftsführers an und dankte den Mitgliedern der CDU-Fraktion für das Interesse an der Entwicklung der Kliniken. Die Identifikation mit dem Buchener Krankenhaus sei traditionell sehr hoch, doch sei machen Bürgern trotz aller Öffentlichkeitsarbeit immer noch nicht bewusst, wie leistungsfähig die beiden Häuser seien und welche Leistungen mit hoher Qualität vor Ort möglich seien. Mit über 9.000 stationären und mehr als 20.000 ambulanten Fällen versorge der Klinikstandort Buchen derzeit sogar etwas mehr Patienten als der Standort Mosbach. Die geplanten Baumaßnahmen am Standort Buchen seien dringend geboten, um das immerhin 50 Jahre alte Haus zu ertüchtigen.

Aus seiner Sicht stehe der ländliche Raum in drei Themenbereichen vor besonders großen Herausforderungen: Mobilität, Bildung und eben die Gesundheitsversorgung. Zwar sei man bereits gut aufgestellt, doch dürfe man nicht nachlassen, um sich für die Zukunft zu rüsten. Bezüglich des demographischen Wandels sei nicht nur die alternde Gesellschaft in den Blick zu nehmen, sondern es müsse klar sein, wie man jungen Familien „Mut zum Kind“ machen wolle. Die bewusste Entscheidung für eine Geburtshilfe an beiden Klinikstandorten sei hier ein wichtiger Baustein, und die Spitzenplatzierung des Landkreises bei der Geburtenrate in Baden-Württemberg rechtfertige diesen Schritt.

In der anschließenden Sitzung der CDU-Fraktion befassten sich die Gemeinderäte und Ortsvorsteher mit den Zukunftsperspektiven für Buchen und die Ortsteile. Klar sei, dass die CDU als einzige in allen Ortsteilen verankerte und präsente Fraktion hier immer die Belange aller Bürger der Gesamtstadt im Blick habe. Ein reger Austausch führte zur Identifikation verschiedener Themenfelder wie der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum, sowohl im Eigentum wie zur Miete, als ein Faktor für die Gewinnung von Arbeitskräften für die erfolgreichen ortsansässigen Unternehmen. Dabei sei es wichtig, die weitere Infrastruktur im Blick zu behalten: neben der bereits diskutierten Gesundheitsversorgung seien hier besonders Bildungsangebote und Einkaufsmöglichkeiten, aber auch Straßenbau und „unpopuläre“, aber kostenintensive Themen wie beispielsweise die Kläranlagen im Stadtgebiet zu nennen.

Mit der sehr differenzierten, vielfältigen Schullandschaft sei Buchen exzellent für die Zukunft gerüstet, Investitionen erfolgten dabei nicht nur im Rahmen des Großprojekts BGB, sondern auch an in den anderen 15 Schulen. Mit 12 Kindergärten sei Buchen ebenfalls eine familienfreundliche Kommune mit einem vielseitigen Angebot. Wichtiger Aspekt sei die Integration von Neubürgern gleich welcher Herkunft, denen die umfangreichen Angebote nahegebracht werden müssten, die beispielsweise die zahlreichen Vereine im sportlichen wie kulturellen Bereich unterbreiteten. Wichtig sei es, Besuchern wie Bewohnern noch deutlicher zu machen, wie lebenswert das Leben auf dem Land, gerade aber auch in der Gesamtstadt Buchen sei. Landlust statt Landflucht setze voraus, dass die vielfältigen Vorzüge unserer Region noch viel deutlicher dargestellt würden.

Im Hinblick auf die Kommunalwahlen 2019 waren sich die Fraktionsmitglieder einig, dass es wichtig sei darzustellen „wofür, nicht wogegen“ man stehe. Die Gemeinderatsarbeit der vergangenen Jahre mit einer klaren Mehrheit der CDU haben einen erheblichen Beitrag zur aktuellen stabilen, leistungs- und zukunftsfähigen Situation der Kommune geleistet. Diesen erfolgreichen Kurs will man fortsetzen, dafür wird man bei den Gemeinderatswahlen wieder mit bekannten und neuen Kandidaten antreten, die in der Kernstadt und den Ortsteilen verankert und engagiert sind.

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