1,5 Mio. Euro für Straßensanierung

Kreistagsausschuss für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr tagte in Mudau

Mudau. (pm) Um den Erhalt der 258 Kilometer Kreisstraßen und insgesamt 40 Brücken an Kreisstraßen im Neckar-Odenwald-Kreis zu sichern, stellt der Kreis im kommenden Jahr voraussichtlich 1,5 Millionen Euro und damit eine halbe Million mehr als bisher zur Verfügung. „Mit unserem Sanierungsprogramm verbessern wir kontinuierlich den allgemeinen Straßenzustand und vermeiden Folgeschäden, was sich letztendlich positiv auf den Unterhaltungsaufwand und die Verkehrssicherheit auswirkt“, sagte Landrat Dr. Achim Brötel zu Beginn einer Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft, Umwelt und Verkehr am Montag (12.) in Mudau.

Welche Straßen bereits 2018 saniert wurden und welche Maßnahmen man 2019 angehen will, präsentierte dann der stellvertretende Leiter des Fachdienstes Straßen, Marco Schölch, mit eindrücklichen Vorher-Nachher-Bildern den Ausschussmitgliedern. Im laufenden Jahr habe man die Kreisstraße 3926 von Oberdielbach nach Waldkatzenbach für 1,1 Millionen Euro ausgebaut und um einen Radweg ergänzt. Weitere 400.000 Euro habe man jeweils in die K 3908/3909 von Pülfringen nach Schweinberg und dann bis zur B 27 und die K 3962 bei Hettingen (L522 – L518) investiert. Teilweise saniert wurde zudem die Ortsdurchfahrt Michelbach auf der K 3933 (Kosten: 100.000 Euro) und die K 3920 von Einbach bis zur B 27 für 110.000 Euro.

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Ganz aktuell werde noch, so Schölch weiter, im Auftrag des Kreises an der K 3970 im Bereich des Bahnhofes Oberschefflenz (100.000 Euro) und der K 3949 von Dallau nach Katzental (400.000 Euro) gearbeitet. „Alle Maßnahmen haben wir mit den Gemeinden abgestimmt, so dass zuvor Kanalarbeiten durchgeführt werden konnten und wir am Ende mit der Erneuerung der Fahrbahndecke die Gesamtsanierung abrunden“, sagte Schölch.

Auch im Jahr 2019 wolle man wieder mehrere Straßensanierungen angehen, erklärte Schölch. Nach dem aktuellen Stand der Planungen sind dies die Kreisstraße 3906 von der L1095 bis Hirschlanden (110.000 Euro), die Ortsdurchfahrt Neusaß auf der K 3913 (100.000 Euro), die K 3916 von Mudau über Steinbach nach Stürzenhardt auf zwei jeweils 500 Meter langen Teilstücken (200.000 Euro), die K 3919 von der L 2311 bis zur Kreisgrenze bei Hesselbach (350.000 Euro), die Ortsdurchfahrt Wagenschwend auf der K 3923 (110.000 Euro), Teile der K 3924 von Limbach nach Trienz (300.000 Euro), die K 3929 von Schollbrunn nach Weisbach (ebenfalls in Teilen, 150.000 Euro) sowie die K 3970 von dem Abzweig L525 bei Fahrenbach bis Trienz (180.000 Euro).

Mit Hilfe des vom Land aufgelegten „Kommunalen Sanierungsfonds Brücken“ soll im kommenden Jahre auch die Brücke bei der Wohlfahrtsmühle nahe Hardheim auf der K 3910 saniert werden. Ebenso wolle man die Elzbachbrücke in Rittersbach (K 3970) und Rinschbachbrücke in Osterburken-Hemsbach (K 3954) in Angriff nehmen. Diese Projekte würden nun ausgeschrieben, damit man im Frühjahr starten könne. Die voraussichtliche Landesförderung betrage 50 Prozent. In den Jahren 2019/2020 werde der Fachdienst dann nach Möglichkeit mit Landesförderung die Sanierung der ehemaligen DB-Brücke Walldürn (K 3910), der Morrebachbrücke in Buchen (K 3916) und der Erlenbachbrücke in Ravenstein-Erlenbach (K 3959) umsetzen.

Passend hierzu berichtete der Landrat anschließend über verschiedene Fragen im Zusammenhang mit dem Bau von Kreisstraßen. Anlass war ein entsprechender Antrag der CDU-Kreistagsfraktion. Das Land fördere demnach den Bau, Ausbau oder Umbau von verkehrswichtigen innerörtlichen Straßen sowie den Bau verkehrswichtiger zwischenörtlicher Straßen, wobei allerdings die Verkehrsstärke über dem kreisweiten Durchschnitt liegen müsse. Im Kreis betrage, so Brötel, die durchschnittliche Verkehrsstärke 952 Kraftfahrzeuge in 24 Stunden. Keine Aussicht auf eine Förderung hätten demnach rund 184 Kilometer Kreisstraßen aufgrund ihrer unterdurchschnittlichen Verkehrsbelastung. „Konsequent zu Ende gedacht würde das bedeuten, dass die Einwohner kleiner Ortsteile letztlich zu Personen zweiter Klasse degradiert werden, obwohl sie genauso Steuern bezahlen wie alle anderen“, sagte Brötel.

Aus Sicht der Verwaltung wäre vor allem ein Ausbau der K 3900 von der L 519 bei Seckach bis zur Tropfsteinhöhle Eberstadt und der K 3969 von Waldauerbach nach Schloßau dringend notwendig, erläutert der Landrat weiter. Dies unterstrich auch Kreisrat Dr. Norbert Rippberger (CDU). Es sei unerlässlich, jetzt auf eine Änderung der Förderrichtlinien zu drängen. Kreisrätin Amelie Pfeiffer (Bündnis 90/Die Grünen) unterstützte dies auch, merkte aber an, schon viele Straßen seien ausgebaut und jeder Ausbau könne negative Effekte wie überhöhte Geschwindigkeiten der Verkehrsteilnehmer mit sich bringen. Die Verwaltung wurde beauftragt, beim Land zu dem Thema vorstellig zu werden.

Zudem gewährte der Ausschuss der Gemeinde Hardheim für den Ausbau eines Radwegs zwischen Erfeld und Gerichtstetten einen Zuschuss von 50 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten bis zur maximalen Höhe von 227.975 Euro. Schon seit 2013 fördert der Kreis

den Bau und Ausbau kommunaler Radwege. Der Antrag aus Hardheim war der einzige in der abgelaufenen Förderperiode. Die Ausschussmitglieder waren sich jedoch einig, die Förderung beizubehalten, da Radfahren durch E-Bikes und Pedelecs auch in hügeligerem Gelände immer attraktiver werde.

Abschließend informierte die Kreisverwaltung zu der Anfrage der SPD-Kreistagsfraktion, ob die Möglichkeit besteht, eine Etappe des Radevents „Deutschland-Tour“ durch den Neckar-Odenwald-Kreis zu führen und ob sich der Kreis dafür selbst bewerben kann. Nach Auskunft des Veranstalters könnten sich jedoch nur Städte und Gemeinden, nicht aber Landkreise als Start- oder Zielort für eine Etappe bewerben, sagte Brötel. 2019 solle die Tour im Norden und Osten der Bundesrepublik, 2020 eher in der Mitte stattfinden. Genaue Streckenführungen seien noch nicht bekannt. „Hinzu kommt, dass aus unserer Sicht Aufwand und Ertrag nicht in einem vertretbaren Verhältnis stehen“, betonte der Landrat, der sich auch auf Erfahrungen der Stadt Neckargemünd berief, in der 2018 eine Sprintwertung stattfand.

Landrat Dr. Brötel dankte Dr. Nobert Rippberger für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Der Bürgermeister hatte den Ausschussmitgliedern zu Beginn seine Gemeinde vorgestellt.

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