Seckach: Letzte Kreditaufnahme im Jahr 2003

Die alte Aussegnungshalle Zimmern muss einem Neubau weichen. (Foto: Liane Merkle)

Aussegnungshalle Zimmern kostet 723.000 Euro – Gemeinde reduziert Schulden deutlich

Seckach. (lm) Die enge Kooperation zwischen der Gemeinde Seckach und der Bürger-Energie Großeicholzheim wurde auch dadurch gefestigt und unterstrichen, dass in der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gemeinderates ein Nutzungsvertrag zwischen beiden Partnern geschlossen wurde.

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Hierbei ging es um die Nutzung der öffentlichen Straßen, Wege, Plätze, Brücken und anderer öffentlicher Verkehrsflächen für das bewährte Nahwärmenetz der Bürger-Energie. Bei einer aktuellen Länge des Leitungsnetzes von 5.129 Metern seien dies pro Jahr 1.026 Euro als Einnahmen für die Gemeinde, betonte Bürgermeisterstellvertreter Alexander Winter, der auch auf die Laufzeit dieser Vereinbarung von zehn Jahren hinwies.

Die Bürger-Energie Großeicholzheim eG hatte in den Jahren 2013 bis 2014 ihr Nahwärmenetz im Seckacher Ortsteil Großeicholzheim errichtet, für dessen Aufbau auch Leitungsarbeiten im vorhandenen Straßenraum erforderlich waren. Dabei wurde entschieden, dass aus Effizienzgründen seitens der Gemeindeverwaltung die ohnehin durchzuführenden Straßenunterhaltungsarbeiten mit ausgeführt wurden.

Für die Leitungsteile des Nahwärmenetzes, welche nicht im öffentlichen Bereich verlaufen, wird zugunsten der Bürger-Energie eine Grunddienstbarkeit eingetragen. Hierfür erhält die Gemeinde eine einmalige Entschädigung von 3,50 Euro pro lfd. Meter verlegter Leitung des Nahwärmenetzes. In einigen Straßenabschnitten des Plangebietes wie in den Wohnstraßen Am Lenzengarten, Röhrigstraße, Grabenweg, Am Schlossgarten, Rittersbacher Straße usw. waren Mängel in der Fahrbahndecke vorhanden, die in den nächsten Jahren auf jeden Fall hätten instandgesetzt werden müssen.

Weiterhin hatten sich mehrere Schachtabdeckungen, Schieber und Hydrantenkappen im Laufe der Zeit durch die Verkehrsbelastungen abgesenkt, deren höhenmäßige Regulierungen erforderlich waren. Der Gemeinderat stimmte dem Abschluss des Nutzungsvertrages mit der Bürger-Energie Großeicholzheim zu und bezahlt die zusätzlichen Straßenunterhaltungskosten im Zuge des Baus des Nahwärmenetzes in Höhe von 50.627 Euro zugunsten der Bürger-Energie Großeicholzheim.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt unter Vorsitz von Bürgermeister Thomas Ludwig beauftragte der Gemeinderat nach erfolgter Ausschreibung das Bauunternehmen Reiner Müller aus Seckach mit dem Abbruch der Aussegnungshalle auf dem Friedhof im Ortsteil Zimmern zum Angebotspreis von 21.791 Euro und nahm gleichzeitig die durch Architekt Martin Kast vorgestellte Ausführungsplanung zustimmend zur Kenntnis.

Demnach soll die Stahlbeton-Konstruktion mit Muschelkalkstein verblendet werden. Durch den Einsatz von großen Fensterfronten wird das Innere ein freundliches Ambiente erhalten. Die Kosten für den Neubau der Aussegnungshalle inkl. der Sanierung der beiden Zufahrtswege wurden auf 723.000 Euro beziffert, wobei ein Eigenanteil für die Gemeinde Seckach in Höhe von 506.000 Euro verbleibt.

Als vorerst letzte Maßnahme im zweiten Bauabschnitt der Wasserversorgungskonzeption soll nun noch der Hochbehälter „Planweg“ abgebrochen werden, Bautechniker Roland Bangert erläuterte, dass dieser seit dem 23. Oktober 2018 außer Betrieb ist. Die Abbrucharbeiten sollen im Zeitraum Januar 2019 bis März 2019 ausgeführt werden. Der Gemeinderat beauftragte hier ebenfalls die Firma Reiner Müller aus Seckach mit dem Abbruch des HB-Planweges zum Angebotspreis von 21.120 Euro. Die Gesamtkosten der Wasserversorgungskonzeption der Gemeinde Seckach liegen derzeit bei 5,90 Mio. Euro.

Das Rechnungsjahr 2017 schloss mit einem Gesamtvolumen von 12.875.883 Euro ab, betonte Kämmerer René Kordmann zur Feststellung der Jahresrechnung für das vergangene Jahr. Von dieser Summe entfielen auf den Verwaltungshaushalt 10.634.559 Euro und auf den Vermögenshaushalt 2.241.324 Euro wobei die Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt eine deutliche Zunahme von über einer Mio. Euro erfuhr. Ausschlaggebend hierfür nannte Kordmann die Mehreinnahmen beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer, bei den Erstattungen und laufenden Zuweisungen, Zuschüssen, Schlüsselzuweisungen und bei der Netto-Gewerbesteuer sowie durch Einsparungen bei den Personalausgaben und Minderausgaben des sächlichen Betriebs- und Unterhaltungsaufwand. Der Stand der allgemeinen Rücklagen beträgt 2.242.113 Euro wogegen sich der Schuldenstand auf 2.821.074 Euro deutlich reduzierte, das bedeutet pro Kopf 1.048 Euro.

Kämmerer René Kordmann nicht ohne Stolz: „Somit wurde auch im Rechnungsjahr 2017 der kontinuierliche Weg des Schuldenabbaus weiter fortgesetzt werden. Die letzte Kreditaufnahme im Kämmereihaushalt datiert aus dem Jahr 2003“. Im Namen des Gemeinderats lobte Alexander Winter Bürgermeister und Kämmerer, die maßgeblich Anteil an der finanziell positiven Entwicklung der Gemeinde tragen.

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