Geldsegen für sechs weitere LEADER-Projekte

In der achten Auswahlausschusssitzung der LEADER-Aktionsgruppe Badisch-Franken e.V wurden am 26. November im Rosenberger Rathaus sechs weitere Projekte positiv beschlossen. Im siebten Projektaufruf wurden 350.000 Euro EU-Mittel zuzüglich der zur Verfügung stehenden Landesmittel ausgelobt.

Zu Beginn der Sitzung, die unter dem Vorsitz des 1. Vorsitzenden der LEADER-Aktionsgruppe Alfred Beetz geleitet wurde, hatten alle sieben Antragsteller der eingereichten Projekte die Möglichkeit Ihre Projektidee persönlich vor dem 30-köpfigen Auswahlgremium vorzustellen.

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Anschließend folgte in einer geschlossenen Sitzung die Bewertung aller Projektanträge nach vordefinierten Projektauswahlkriterien, die sich am Regionalen Entwicklungskonzept der LEADER-Aktionsgruppe Badisch Franken orientieren.

Es kam zu einer regen Debatte, da alle vorgestellten Projekte als förderwürdig eingestuft, jedoch die Anzahl durch die Höhe der ausgelobten Fördersumme limitiert war. Nach Erstellung der Priorisierungsliste, ein Ranking in dem die Projekte nach Punktzahl absteigend gelistet werden und die Abschöpfung des Budget ersichtlich wird, stand fest:

Sechs Projekte dürfen sich über einen finanziellen Zuschuss über das Förderprogramm LEADER freuen.

Das siebte Projekt, das vom Auswahlausschuss als förderwürdig eingestuft, jedoch aufgrund von nicht ausreichend zur Verfügung stehendem Budget nicht zum Zuge kam, hat die Möglichkeit einer erneuten Einreichung im achten Projektaufruf im Frühjahr 2019.

Vorbehaltlich der Bewilligung können folgende Projekte mit einer Förderung rechnen:

Der Külsheimer Verein FC Hundheim/Steinbach 1952 e.V. konnte den Ausschuss gleich mit zwei Projektideen überzeugen. Im Zeichen der Dorfinnenentwicklung und Sicherung der Grund- und Nahversorgung wird eine Gast- und Begegnungsstätte umgesetzt, die an das Sportheim des Vereins anschließen wird. Der Verein greift damit die aktuelle Problematik des Aussterbens klassischer Dorfgaststätten im ländlichen Raum auf. Neben der Sicherung der Grundversorgung wird ein Ort der Begegnung, der als öffentlicher und gesellschaftlicher Treffpunkt für Jung und Alt genutzt werden kann, geschaffen.

Die Idee der Vereinsjugend, einen Bikepark als neue sportliche und touristische Attraktion auf dem Vereinsgelände zu realisieren, fand bei den Auswahlausschussmitgliedern ebenfalls positiven Anklang. Mit dem Bau eines Pumptracks und eines Dirtparks soll ein neuer Treff- und Verweilort mit vielfältigen Angeboten wie beispielsweise Fahrttechniktrainings oder die Erhaltung des Fahrradführerscheins entstehen.

Beide Projekte konnten außerdem durch den hohen Grad an ehrenamtlichen Engagement überzeugen.

Ein weiteres Vereinsprojekt kann sich über die Befürwortung des Gremiums freuen. Der eigens gegründete Bürgerbus Ahorn e.V. wird zukünftig die Mobilität in der Gemeinde verbessern. Die Anschaffung eines Bürgerbusses soll älteren und mobilitätseingeschränkten Personen, aber auch Kindern, die Mobilität innerhalb von Ahorn erleichtern. Eine Fahrt zum Fußballtraining oder ins Schwimmbad wäre möglich. Es haben sich bereits ehrenamtliche Fahrer bereit erklärt, die ausschließlich Fahrten innerhalb des Gemeindegebietes durchführen werden. Lokal ansässige Geschäfte können somit auch vom Projekt profitieren.

Ebenfalls im Zeichen der Dorfinnentwicklung steht das Projekt Bürgerpark.

Die Umnutzung des ehemaligen Friedhofareals zu einem Bürgerpark in Osterburken tangiert gleich mehrere Ziele des Regionalen Entwicklungskonzepts Badisch-Frankens.

Das brach liegende Gebiet stellt im Stadtgebiet weitestgehend die letzte, große Grünfläche dar. Verschiedene Akteure, wie der Obst- und Gartenbauverein, die Schule am Limes oder der Imkerverein, bringen sich aktiv bei der Gestaltung und späteren Pflege der Anlage ein und erwecken somit den Park nicht zum „Stadt-“ sondern zum „Bürgerpark“. Unter anderem soll es zur Anlegung eines Krautgartens und einer Obstbaumreihe sowie zu einem behindertengerechten Gehweg mit Sitzgelegenheiten kommen. Unter Miteinbeziehung der Vorgeschichte des Platzes sollen historisch wertvolle Grabsteine- und male neu in die Begegnungsstätte integriert und mit Schau- und Erklärungstafeln inszeniert werden.

Über das Modul Kunst & Kultur erhält der TSV 1863 Buchen e.V. einen Zuschuss für das im Jahr 2019 anstehende 20-jährige Jubiläum des Integrations- und Präventionsprojekts Hiphop-Breakdance (IPHB) in Buchen. Vor dem Hintergrund einer dramatischen Drogenkriminalität unter russlanddeutschen Jugendlichen im Altkreis Buchen erfolgte die Gründung des IPHB im Jahr 1999 für Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund.

Die Devise lautete: weg von den Straßen und Plätzen, hinein in die Halle, dem Bewegungsdrang rhythmisch freien Lauf lassen, dem Lebensgefühl tänzerisch Ausdruck verleihen, sich künstlerisch präsentieren, Anerkennung finden.

Des Weiteren wurde erstmals in der aktuellen Förderperiode (2014-2020) ein Projekt aus dem Bereich Landschaftspflegerichtlinie (LPR) beschlossen. Zum Erhalt der Kulturlandschaft, wie zum Beispiel die Offenhaltung der Trockenhänge im Naturschutzgebiet „Besselbergweinberge“, tragen rund 80 Schafe aus Grünsfeld bei.

Die erhöhte Nachfrage nach den schonenden Landschaftspflegern hat die Haltung von mehr Schafen für den Antragsteller ergeben. Die Platzverhältnisse erfordern deshalb nun die Auslagerung des Heu- und Strohlagers aus dem Stallgebäude in ein separates Futterlager. Die Maßnahmen zur Erhaltung und Weiterentwicklung der Landschaftspflege leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt, Schutz und Pflege freier Landschaft im Taubertal und zeigen somit einmal mehr, welch vielfältige Fördermöglichkeiten das Förderprogramm der EU und des Landes Baden-Württemberg zu bieten hat.

Insgesamt lösen die sechs Projekte ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 1. Mio. € in der Region aus und werden mit Fördermitteln in Höhe von rund 385.813 € unterstützt.

Die Fördermittel setzen sich aus rund 277.780 € EU-Mitteln und rund 108.032 € Landesmittel zusammen.

Der nächste Projektaufruf wird im Frühjahr 2019 erfolgen und erneut ein Budget von 350.000 € EU-Mitteln umfassen. Projektideen können schon jetzt mit dem Regionalmanagement besprochen werden, um eine mögliche Projekteinreichung frühzeitig vorzubereiten.

Detaillierte Informationen zum Regionalentwicklungsprogramm LEADER 2014-2020 erteilt die LEADER-Geschäftsstelle, Obere Vorstadtstraße 19, 74731 Walldürn, Tel: 06281/5212-1397 oder -1398. Wichtige Hinweise hierzu sind auch auf der Homepage unter www.leader-badisch-franken.de einsehbar.

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