Kfz-Versicherungsmythen

Wann zahlt die Versicherung, wann zahlt sie nicht?

Trunkenheit am Steuer hat den vollständigen Versicherungsverlust zur Folge, Punktesammler zahlen höhere Versicherungsbeiträge, Eltern genießen mehr Rabatte – alles Humbug? Oder ist an diesen Aussagen doch etwas Wahres dran?

Teurer Unfall, weniger Schadenfreiheitsrabatt?

Lieber mehrere kleinere Auffahrunfälle statt eines Totalschadens? Klingt nachvollziehbar und ist für Autofahrer, die auf ihr Gefährt angewiesen sind, sicher auch zutreffend. Doch für die Versicherung ist der Schadenswert irrelevant. Denn egal, ob es sich um einen Schaden von einigen hundert Euro oder einen Unfall mit Millionenschaden handelt: Für jeden Unfall wird man unabhängig von der Schadenshöhe hochgestuft – mit einer Ausnahme: Einige Kfz-Versicherer wie CosmosDirekt bieten ihren Kunden drei Freischäden an, die für den Unfallverursacher also keine Rückstufung zur Folgen haben.

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Fahren Paare und Familien günstiger?

Bis heute hält sich das Gerücht, dass sowohl Ehepartner als auch Familien günstigere Angebote bei Versicherungen bekommen. Das war tatsächlich lange Zeit zutreffend, denn Eltern wurde nachgesagt, vorsichtiger zu fahren – entsprechend bekamen sie Versicherungen häufig vergünstigt angeboten. Doch die Eltern- und Partnerrabatte sind mit den Jahren aus Gründen der Gleichberechtigung verschwunden, sodass es heutzutage in der Regel keinen Unterschied mehr macht, ob man als Single, Verheirateter oder Elternteil eine Versicherung abschließt. Vielmehr kommt es auf Alter und Fahrkenntnisse an.

Zahlt die Versicherung bei Alkohol am Steuer grundsätzlich nicht?

Trunkenheit am Steuer ist kein Kavaliersdelikt und gefährdet nicht nur das eigene Leben, sondern auch das der anderen Verkehrsteilnehmer. Doch dass man automatisch den Versicherungsschutz verliert, wenn man beschwipst hinter dem Steuer sitzt, stimmt nicht. So ist der Schaden, den man beispielsweise an einem anderen Auto verursacht, durch die Haftpflicht gedeckt. Anders sieht es jedoch bei dem Schaden am eigenen Auto aus: Diesen bekommt man nur dann ersetzt, wenn man eine Vollkaskoversicherung mit entsprechender Fahrlässigkeitsklausel besitzt – doch häufig schließt selbst diese Klausel den Alkoholkonsum aus. Die Klausel der „groben Fahrlässigkeit“ greift jedoch beispielsweise, wenn man nach dem Smartphone greift oder am Radio spielt und dabei einen Unfall verursacht. Nichtsdestotrotz gilt: Hände weg von Alkohol und Handy – und stattdessen volle Konzentration auf den Straßenverkehr!

Gibt es eine verbindliche Winterreifenpflicht?

In Deutschland herrscht seit 2010 Winterreifenpflicht. Das Gesetz schreibt vor, dass sämtliche Verkehrsteilnehmer ihr Fahrzeug bei Schnee, Eis oder Graupelschauern mit Winterreifen ausstatten müssen, damit ein sicheres Handling des Gefährts gewährleistet ist. Während früher Reifen mit M+S Kennzeichnung ausreichend waren, müssen seit 2018 alle neu verkauften Winterreifen das sogenannte Alpine-Symbol (ein Bergpiktogramm mit Schneeflocke) besitzen.

Doch was passiert, wenn man es nicht rechtzeitig zum Reifenwechsel in die Werkstatt schafft? In diesem Fall riskieren Autofahrer ein Bußgeld – nicht jedoch zwangsläufig den Versicherungsschutz. Denn ähnlich wie bei Trunkenheit am Steuer gilt auch hier, dass Schäden bei Unfallopfern übernommen werden. Ob der selbst erlittene Schaden bezahlt wird, hängt von den Leistungen der Versicherung sowie den äußeren Umständen ab.

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Bildrechte: Flickr Oh noes! Luis Tamayo CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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