Landrat Dr. Brötel wirbt für ZGB

Beschulung von angehenden Fleischern und Fleischereifachverkäuferinnen in Buchen halten

Buchen. (pm) Wer im Neckar-Odenwald-Kreis derzeit den Beruf des Fleischers oder der Fleischereifachverkäuferin lernt, wird parallel in einem Fachbetrieb und in der Zentralgewerbeschule Buchen (ZGB) ausgebildet. Allerdings hat das Land jetzt angekündigt, die Beschulung der jungen Auszubildenden im Regierungsbezirk Karlsruhe wegen rückläufiger Schülerzahlen zentralisieren zu wollen. Neben einem offenbar gesetzten zentralen Schulstandort in Karlsruhe-Durlach wird auf Betreiben von Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann derzeit jedoch noch ein zweiter Standort im Nordosten des Regierungsbezirks, und zwar bewusst im ländlichen Raum gesucht. Diese Steilvorlage nutzte Landrat Dr. Achim Brötel nun, um die Ministerin von der Eignung der ZGB zu überzeugen: „Diese Kriterien treffen nämlich in idealer Weise auf die Zentralgewerbeschule Buchen – und nur auf diese – zu“, schrieb der Landrat daher dieser Tage nicht ohne ein Augenzwinkern in einem Brief an sie.

Ziel des Schreibens war es, der Ministerin wichtige Argumente für Buchen aufzuzeigen. Daher betonte Brötel, dass der Kreis dort seit vielen Jahren mit großem Erfolg das gesamte Spektrum des Nahrungsmittelhandwerks ausbilde. Die Qualität der dualen Ausbildung schlage sich regelmäßig auch in deutlich überdurchschnittlichen Prüfungsergebnissen und einer weit überproportionalen Zahl von Prüfungsbesten nieder.

Brötel wies zudem darauf hin, dass das regionale Metzgerhandwerk in der Regel zwar durch sehr leistungsstarke, aber eben auch eher kleine Betriebe geprägt ist. „Insofern warnt die Fleischerinnung völlig zu Recht davor, dass durch eine zentrale Beschulung der ohnehin schon angespannte Ausbildungsmarkt in unserer Region völlig zusammenbrechen würde und die Metzgereibetriebe dann künftig gar keine Auszubildenden mehr gewinnen könnten.“ So bestehe die Gefahr, dass ein gesamter Handwerkszweig massiv geschädigt und letztlich vor die Existenzfrage gestellt werde. Gerade die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten aber ein evidentes Interesse daran, auch morgen und übermorgen noch zu wissen, wo ihr Fleisch und ihre Wurstwaren tatsächlich herkommen. Das gelte umso mehr, als der Neckar-Odenwald-Kreis jetzt vom Land sogar ausdrücklich als Bio-Musterregion anerkannt worden sei.

Mehr als vorzeigbar sei zudem die Ausstattung der Kreisschule in Buchen. So habe man 2011 für den Bereich Fleischer- und Bäckerhandwerk einen erheblichen Betrag in eine neue Multifunktionsverkaufstheke investiert. „Diese Ausstattung kann mit jedem modernen Handwerksbetrieb mithalten“, verspricht der Landrat. Auch die sonstigen praktischen Ausbildungsräume seien durch nachhaltige Investitionen auf dem aktuellen Stand der Technik. Ebenso führte der Landrat die Erreichbarkeit von Buchen mit öffentlichen Verkehrsmitteln an, wobei sich insbesondere aus Richtung Tauberbischofsheim die Situation durch die neue Regiobus-Linie aktuell ganz entscheidend verbessert habe.

Insofern hofft der Landrat wie auch ZGB-Schulleiter Konrad Trabold, dass die Wahl für den zweiten Standort letztlich auf Buchen fällt. „Das wäre nicht zuletzt das ganz wichtige und vor allem auch inhaltlich starke Signal für den ländlichen Raum“, so Brötel.

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