Bundesverdienstkreuz für Peter Schmackeit

Seckach. (lm) „Mit ihrem umfangreichen Wirken haben Sie die positive Entwicklung der Gemeinde Seckach auf ihre Weise maßgeblich mitgestaltet, denn das Kinder- und Jugenddorf Klinge ist für unser Gemeinwesen im Konzert der Kommunen der Region zwischen Neckar, Tauber und Main ein Alleinstellungsmerkmal und echtes Aushängeschild“, lobte Bürgermeister Thomas Ludwig im Rahmen einer Feierstunde zur Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Peter Schmackeit aus Seckach durch Landrat Dr. Achim Brötel.

Dem Anlass und dem Lebenswerk des Geehrten entsprechend, benötigte Klinge-Vorstand Dr. Christoph Klotz schon etwas Atem, um all die Gäste und Ehrengäste, darunter Vertreter aus dem Aufsichtsrat, der Kommunalpolitik, Vereinen, der Kirche und Verbände sowie aus den Schulen und aus dem Klingeteam zu begrüßen.

Ein weiterer Gruß galt den Freunden, Verwandten und Ehemaligen von Peter Schmackeit sowie Nikola Irmai-Koppányi mit István Koppányi von der Musikschule Bauland, die für einen würdigen musikalischen Rahmen der Feierstunde verantwortlich zeichneten.

Das Kinder- und Jugenddorf Klinge wurde 1951 unter dem damaligen Namen Jugendheim Klinge e.V. gegründet und bereits sechs Jahre später wurde der 1935 in Seeheim-Jugenheim geborene Schmackeit mit dem „Klingevirus“ infiziert, betonte Dr. Klotz weiter.

Bevor der Geehrte 1999 in den wohlverdienten „Unruhestand“ überwechselte, erlebte er eine bewegte Zeit mit der Übersiedlung nach Niederschlesien, auf der Flucht über das Erzgebirge an den Bodensee. 1955 legte er sein Abitur in Baden-Baden ab, dem ein Studium am Pädagogischen Institut in Heidelberg mit dem Abschluss „Lehramt an Volksschulen“ folgte.

Noch unter dem damaligen Dorfgründer Pfarrer Heinrich Magnani trat Peter Schmackeit am 02. April 1957 den Dienst als Grund- und Hauptschullehrer in der Klinge ohne Schule an. Als quasi „Mann der ersten Stunde“ leistete er Pionierarbeit, die die Klinge bis zum heutigen Tag geprägt und geformt hat, sagte Landrat Dr. Achim Brötel in seiner Laudatio.

Ab 1973 wechselte der heute 85-jährige dann als Sonderschullehrer in die St. Bernhard-Schule und verschrieb sich seitdem ganz der Arbeit mit lernbehinderten Kindern und Jugendlichen. Heute noch mit vielen Ehemaligen in Kontakt stehend, sorgte er mit, dass unzählige Generationen in seinen 42 Lehrerjahren fit für das Leben gemacht wurden.

Seit 1993 gilt Peter Schmackeit als Haus- und Hoffotograf der Klinge und so entstand ein einzigartiges Bildarchiv mit entsprechenden Publikationen. Kaum im Ruhestand zeichnet er seit 1999 bis heute als Redakteur für die Klingezeitung und als Chronist mit unerschöpflichem Spektrum von Geschichten und Anekdoten verantwortlich und seit 1993 ist er zudem Mitglied und Schriftführer im „Rat der Ehemaligen“.

Wie der Landrat weiter ausführte, war Schmackeit seit 1998 Beirat im Kinder- und Jugenddorf Klinge, pflegte internationale Beziehungen und gilt als Motor der Gemeindepartnerschaft zwischen Seckach und Gazzada Schianno in Italien. Als Anerkennung seines Lebenswerkes verlieh der Landrat namens des Bundespräsidenten, des Ministerpräsidenten, des Kreistages mit Kreisverwaltung und der Klinge die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Bürgermeister Thomas Ludwig erinnerte anschließend an die Anfänge der Klinge als Barackenlager für im Gipsbergwerk Seckach beschäftigte Fremdarbeiter der Fa. Fichtel & Sachs, als Durchgangslager „Teufelsklinge“ für Aufnahme von 22.000 Heimatvertriebenen, als Caritashütte/Caritasheim für ausgemergelte Kinder und Jugendliche aus den badischen Großstädten und schließlich 1951 an die Gründung des Kinder- und Jugenddorfes.

Peter Schmackeit habe den Kindern mit seiner Art, seiner Lebenseinstellung und seinem beruflichen Sachverstand Orientierung gegeben und dies auf der Grundlage des christlichen Humanismus. Als äußeres Zeichen der Anerkennung überreichte er den Ehrenteller der Gemeinde Seckach sowie ein Präsent, ehe sich Peter Schmackeit zusammen mit dem Landrat und Vorstand Dr. Klotz in das Goldene Buch der Gemeinde eintrug.

Der Geehrte selbst zeigte sich sichtlich gerührt und betonte: „Ich widme diese Auszeichnung allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in der Klinge. Für mich allein wiegt dieses Stück Metall zu schwer“. Mit einer Foto-Dokumentation über sein bewegtes Leben, insbesondere im Kinder- und Jugenddorf, machte Peter Schmackeit seinem Ruf als wandelndes „Klinge-Lexikon“ alle Ehre, bevor Dr. Klotz zum gemütlichen Stehempfang im Bernhardsaal einlud.

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