„Normal, dass ich so unsicher bin?“

(Symbolbild – FeeLoona/Pixabay)

Neue Aktion zur Unterstützung ratsuchender Eltern startet im Neckar-Odenwald-Kreis

Neckar-Odenwald-Kreis. Die Geburt eines Kindes ist ein schönes Ereignis. Doch einige Eltern geraten anschließend in belastende Situationen, mit denen sie alleine nicht fertig werden. Rat und Hilfe bieten dann die Angebote des Netzwerks Frühe Hilfen. Deshalb startet die Beratungsstelle für Kinderschutz beim Landratsamt in Kooperation mit zahlreichen Partnern sowie mit Unterstützung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen (NZFH) und des Landes Baden-Württemberg eine neue Aktion zur Unterstützung ratsuchender Eltern.

„Wir werden mit Unterstützung des NZFH in den nächsten Wochen Gemeinden, Kindertagesstätten, Kinder- und Frauenärzte, Kliniken sowie weitere wichtige Anlaufstellen für Familien mit attraktiven Plakaten, Postern, Postkarten und Materialien zum Mitnehmen versorgen, die auf das neue Angebot hinweisen“, erläutert Melanie Arnold von der Beratungsstelle für Kinderschutz, wo die Frühen Hilfen im Neckar-Odenwald-Kreis angesiedelt sind. Unter dem Motto „Normal, dass ich so unsicher bin?“ und weiteren Slogans will die Beratungsstelle junge und werdende Eltern motivieren, das anonyme und kostenlose Elterntelefon der „Nummer gegen Kummer“ und die Onlineberatung für Eltern der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung zu nutzen. Die beiden in der Elternarbeit bundesweit etablierten Anbieter beraten offen zu allen Themen und vermitteln bei Bedarf passgenau in die Angebote der Frühen Hilfen vor Ort.

Frühe Hilfen richten sich an Familien und Kinder ab der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr und tragen dazu bei, dass Eltern gut für ihre Kinder sorgen können, vor allem dann, wenn es schwierig wird und sich Probleme zeigen. „Das Elterntelefon und die Onlineberatung bieten jungen Eltern einen niederschwelligen Zugang zu kostenlosen Unterstützungsangeboten, weshalb uns die Umsetzung im Neckar-Odenwald-Kreis sehr am Herzen liegt. Im Rahmen einer anonymen Erstberatung können hilfesuchende Eltern auf Wunsch an die Frühen Hilfen vor Ort vermittelt werden“, so Arnold.  Als Hilfen stehen zum Beispiel Familienhebammen, Familien-, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, Familienbegleiter, Eltern-Kind-Gruppen, Frühförderstellen oder Babysprechstunden zur Verfügung.

„Ich freue mich sehr über dieses neue Angebot“, unterstreicht Landrat Dr. Achim Brötel zum Aktionsstart und ergänzt: „Die Beratungsstelle für Kinderschutz beim Landratsamt ist schon seit Jahren eine bewährte Einrichtung in diesem Bereich, die ihr zentrales Anliegen, nämlich junge Eltern zu unterstützen, nun ein weiteres Mal weithin sichtbar in den Landkreis trägt. Ganz herzlich möchte ich mich daher bei allen Beteiligten bedanken.“

Das Elterntelefon ist ein bundesweites telefonisches Gesprächs-, Beratungs- und Informationsangebot, das alle Eltern in heiklen, aber auch alltäglichen Fragen schnell, kompetent und anonym unterstützt. Es ist von Montag bis Freitag von 9 bis 11 Uhr und am Dienstag sowie Donnerstag von 17 bis 19 Uhr anonym und kostenlos unter der Nummer 0800 – 111 0 550 erreichbar.

Die Onlineberatung für Eltern der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung e.V. (bke) ist an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr unter www.bke-elternberatung.de erreichbar. Sie bietet Unterstützung in allen Fragen der Erziehung durch professionelle Beraterinnen und Berater.

Die Materialien zur Elternansprache und die Vernetzung mit den Beratungsangeboten wird vom Nationalen Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) aus Mitteln der Bundesinitiative Frühe Hilfen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gefördert. Das NZFH wird getragen von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Kooperation mit dem Deutschen Jugendinstitut e.V. (DJI). Es unterstützt seit 2007 die Fachpraxis dabei, familiäre Belastungen früher zu erkennen, bedarfsgerechte Angebote bereitzustellen und die Vernetzung der unterschiedlichen Berufsgruppen zu fördern. Außerdem koordiniert es die Bundesinitiative Frühe Hilfen auf Bundesebene. Weitere Informationen sind abrufbar unter www.fruehehilfen.de.

 

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