Ärztelandschaft im ländlichen Raum vor Umbruch

_Klausur der CDU-Kreistagsfraktion mit Parlamentarischen Staatssekretär MdB Steffen Bilger (6.v.li.) und Landrat Dr. Achim Brötel (5.v.li.). (Foto: pm)

Mobilfunkausbau im Kreis schreitet voran**

Neckar-Odenwald-Kreis. (pm) „Ambulante Einzelpraxen von freiberuflichen Einzelkämpfern werden zum Auslaufmodell“, eröffnete der Referent seinen Vortrag bei der Klausurtagung der CDU-Kreisräte. Mit Adrian Dostal hatte die Kreistagsfraktion der CDU einen bundesweit tätigen Experten zum Thema „Hausärztliche Versorgung im ländlichen Raum“ eingeladen.

Entscheidend für diese Tendenz sei einmal, dass in den letzten Jahren zu wenige Ärzte ausgebildet worden seien, sodass die Chance, frei werdenden Praxen auf dem Land zu besetzen, bei höchstens 20 Prozent liege. Zudem ziehe die neue Generation der Ärzte oft die „Work Life Balance“ einer Arbeit bis zum Burnout vor.

Mehr Freizeit, geregelte Arbeitszeiten und die nahezu kategorische Ablehnung von Überstunden kennzeichneten die Generation der jungen Ärzte. Auch der gestiegene Anteil von Frauen bringe den Wunsch nach Teilzeitarbeit mit sich. Landärzte, die in naher Zukunft in den Ruhestand treten wollten, hätten kaum Chancen, ihre Praxis an einen Nachfolger zu verkaufen.

Die Forderungen junger Ärzte seien nur dadurch zu erfüllen, dass ihnen Anstellungsverhältnisse angeboten werden. Die unternehmerische Verantwortung bleibe beim bisherigen Praxisinhaber und der angestellte Arzt könne leicht den Arbeitsplatz wechseln. Zudem stehe ihm in dem älteren Kollegen ein erfahrener Gesprächspartner zur Seite, mit dem er sich in schwierigen Fällen beraten könne.

Wichtig sei dabei eine gut funktionierende digitale Infrastruktur. Daher hatte man sich mit MdB Steffen Bilger, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, einen wichtigen Gesprächspartner zur Mobilfunkversorgung im Neckar-Odenwald-Kreis eingeladen.

Bilger stellte die Mobilfunkstrategie der Bundesregierung vor, 100 Mio. Euro fließen hierfür in eine Infrastrukturgesellschaft des Bundes. Er lobte die bisherigen Anstrengungen des Landkreises zur erfolgreich abgeschlossenen Mobilfunk-Kartierung des gesamten Kreisgebietes. So wisse man bereits jetzt, wo genau Probleme mit Telefonie bzw. LTE bestehen und könne diese Daten in Ausbaukonzepte der Mobilfunkbetreiber einfließen lassen.

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