55.000 Anträge in 24 Stunden

„Der Bedarf ist groß, das verdeutlichen die Antragszahlen am ersten Tag deutlich“

 
Neckar-Odenwald-Kreis. (pm)  „Die Situation ist ernst, vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen auch im Neckar-Odenwald-Kreis sind quasi über Nacht die Einkünfte aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus weggebrochen. Die in der letzten Woche beschlossenen Soforthilfen der Landesregierung sind dringend notwendig, die Zahl von über 55.000 Anträgen an eingegangenen Anträgen binnen der ersten 24 Stunden zeigt, dass der Bedarf  enorm ist“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete und Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk MdL am Freitag in Mosbach.
 
Seit Mittwoch (25. März) können Soloselbstständige, gewerbliche Unternehmen und Sozialunternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten ebenso wie Angehörige der Freien Berufe oder Künstler, die unmittelbar durch die Corona-Krise wirtschaftlich geschädigt sind, finanzielle Soforthilfen bis zu 30.000 Euro beantragen. Für die Soforthilfen stehen vier Milliarden Euro bereit. Ab Montag ( 30.03.) können auch landwirtschaftliche Betriebe im Wein- und Gartenbau daran partizipieren.
 
„Wir lassen in dieser Ausnahmesituation niemanden allein und tun alles dafür, dass unsere Wirtschaft erfolgreich durch diese Krise kommt und so viele Arbeitsplätze wie möglich gesichert werden. In einem ersten Schritt geht es jetzt darum, mit dem Sofortprogramm all jenen Unternehmen zu helfen, die ohne diese Unterstützung innerhalb weniger Tage insolvent gehen würden“, betonte Hauk und stellte klar: „Es ist sicher nicht möglich, durch die Soforthilfen  Betrieben ihre coronabedingten Umsatzeinbußen vollständig auszugleichen. Es geht jetzt darum, dass aufgrund des Coronavirus existentiell bedrohte Betriebe offene Rechnungen weiterbezahlen oder Mieten weiter überweisen können, so der CDU-Politiker.
 
Deshalb hat das Land unter Einbeziehung der Industrie- und Handels- sowie Handwerkskammern und der L-Bank das Soforthilfeprogramm innerhalb weniger Tage auf die Beine gestellt. „Mir ist bewusst, dass die aktuelle Situation zu Einbußen bei einem sehr großen Kreis führt. Aber nicht alle Branchen und Betriebe sind gleichermaßen in Not, besonders schwer trifft es beispielsweise die Gastronomiebranche die überwiegend von den Einkünften aus den Sommermonaten leben muss. Es liegt im Interesse aller, dass die Soforthilfen passgenau eingesetzt werden und dort ankommen, wo sie auch wirklich nötig sind“, so der Minister.
 
Weiter bittet Hauk um Verständnis und Nachsicht, wenn es bei der online Beantragung zu Verzögerungen oder Anfangsschwierigkeiten kommt. Derzeit werden rund 6000 Anträge pro Stunde hochgeladen, das muss ein System erst einmal verkraften. Hauk versichert jedoch, dass das Wirtschaftsministerium in Zusammenarbeit mit der L-Bank sowie den Kammern nahezu rund um die Uhr mit Hochdruck an einem reibungslosen Antragsverfahren und der schnellstmöglichen Auszahlung arbeitet. Erste Zahlungen sind bereits am heutigen Freitag geflossen, weitere werden fortlaufen fließen. „Nur gemeinsam wird es gelingen, die Unternehmen zu retten. Ich bitte Sie deshalb, um solidarisches Vorgehen, unterstützen Sie die heimischen Unternehmen wo es nur geht und machen Sie beispielsweise von deren Lieferservices oder Reservierungen Gebrauch“, so Minister Hauk abschließend.
 

Weitere Informationen:

Mit der Förderung im Rahmen des Soforthilfeprogramms soll die wirtschaftliche Existenz von Soloselbstständigen, gewerblichen Unternehmen, Sozialunternehmen und von Angehörigen der Freien Berufe gesichert werden. Die Förderung erfolgt im Rahmen eines einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschusses, zunächst für drei Monate, in Höhe von bis zu
– 9.000 Euro für Soloselbstständige und Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten,
– 15.000 Euro für Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten,
– 30.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten.
Die Antragstellung erfolgt unkompliziert, schnell und elektronisch. Die inhaltliche Vorprüfung aller Anträge übernehmen die örtlichen Kammern von Handel und Industrie sowie Handwerk – auch für Nicht-Kammermitglieder wie die Angehörigen der Freien Berufe. Sie leiten die Anträge an die L-Bank weiter, die die Bewilligung und Auszahlung der Zuschüsse vornimmt. „Damit sind wir eines der ersten Bundesländer, das seine Unternehmen schnell finanziell unterstützt“, so Hoff- meister-Kraut.
Das Antragsformular ist auf die unbedingt erforderlichen Angaben beschränkt. Gewisse formale Kriterien müssen aber eingehalten und vor Bewilligung geprüft werden, wie z. B. die Unterschrift oder der glaubhafte Nachweis, dass tatsächlich ein Liquiditätsengpass entstanden ist oder unmittelbar am Entstehen ist. Sollte dies nicht der Fall sein, können Anträge auch abgelehnt werden.

Das Soforthilfeprogramm ist Teil eines umfassenden Hilfsprogramms, zu dem auch ein Beteiligungsfonds, ein Krisenberatungsprogramm und die Bürgschaftsprogramme zählen. Das Programm des Landes und das derzeit noch nicht an- gelaufene Bundesprogramm werden aufeinander abgestimmt, um alle Betroffenen schnell und wirksam zu unterstützen.

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